Die Geschichte der Solothurner Fasnacht

Die Solothurner haben nachweisbar schon im 15. Jahrhundert Fasnacht gemacht. Im Mittelalter wurden Fasnachtsspiele aufgeführt, die Szenen aus dem täglichen Leben in der Form von Rüge- und Gerichtsspielen wiedergaben. Von einem Fasnachtsspiel in Solothurn im 14. Jahrhundert haben wir Kenntnis, weil der Barfüsserorden sich darüber beklagt hatte, dass in dem Stück ein Mönch verspottet wurde.
In obrigkeitlichen Mandaten aus dem 16. Jahrhundert (Zeit der katholischen Gegenreformation) lesen wir, dass der Rat «das süwische tryben» der Fasnacht verbieten wollte.Unter den eidgenössischen Ständen herrschte der Brauch, zur Fasnachtszeit verbündete Orte zu den offiziellen Festlichkeiten einzuladen. Dabei spielte der kulinarische Teil die Hauptrolle. 1486 kam eine Abordnung des Landes Schwyz nach Solothurn auf Visite. Leider ist nicht bekannt, mit wieviel Teilnehmern.
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Jedenfalls war der Speisezettel nicht armselig.

Es gab Rinds-, Kalbsund Schweinsbraten, Pasteten, Speck, 326 Poulets, Brot, zwei grosse Käse und einen Ziger, als Zugemüse Kabis. 30001 Wein (Elsässer und Neuenburger) wurden getrunken, ferner Bier. Die Väter Franziskaner buken 2500 Fasnachtschüechli. Zur Tafelmusik hatte man die städtischen Pfeifer engagiert, verstärkt durch Pfeifer aus Bern. Diese Fasnachtsfeier kostete 500 Pfund oder den 16. Teil eines Jahresbudgets. Zum gleichen Preis kaufte damals die Stadt Solothurn das Dorf Aetingen! Nicht nur Obrigkeit und Gäste kamen auf ihre Rechnung. Auch die lieben und getreuen Untertanen hielten mit! Ausser der öffentlichen Bewirtung kam die Staatskasse auch für Konsumationen in der «Krone», im «Hirschen», im «Roten Turm» und im «Ratskeller» auf.

Die Fasnachtsanlässe waren früher nicht an den genau gleichen Tagen wie heute. Nach einem Mandat von 1545 waren offizielle Fasnachtstage: die junge Fasnacht am Dienstag vor Aschermittwoch, Aschermittwoch, alte Fasnacht und Hirsmentag, der Montag nach der alten Fasnacht (Hirse war damals ein Leckerbissen). 
1562 ordnete die Obrigkeit an, «dass die Horinen (mit dem Wort Homer verwandt) nitt mer mit den Tüffelskleyder und Tringellen (das sind Treicheln) wie bisher beschechen, umblouffend». Diese Horinen, vergleichbar mit den Roitschäggeten im Lötschental, waren übergrosse, fürchterliche Teufelsfratzen, mit denen die Solothurner durch ihre winkligen Gassen gezogen sind.
1581 war von der Obrigkeit Antrag, die Fasnachtszeit mit dem Aschermittwoch zu schliessen, abgelehnt worden.
(Text von Hompage der Guggenmusik "Weihereschränzer, Riedholz)