1949
Den Start in die zweiten 25 Jahre
Tambourenverein verkörpert die Generalversammlung vom Sonntag, 23. Januar, im
Vereinslokal Restaurant zum Baseltor. Dass man bestrebt ist, ein empfindliches
Manko in der Vereinskasse aufzufangen, beweist die Tatsache, dass die
Durchführung folgender Anlässe beschlossen wird:
Maimarkt-Ball im Saal des Restaurant
Rosengarten, Preiskegeln, Lottomatch und Abendunterhaltung mit
Theateraufführung.
Ein erster Versuch, die Monatsbeiträge von Fr.
-.50 auf Fr. 1.- zu erhöhen, scheitert an der erforderlichen Mehrheit.
Der Präsident lehnt einen Antrag aus der
Vereinsmitte entrüstet ab, der darauf abzielt, ihm Fr. 300.–Gratifikation
auszuzahlen.
Als gutes Omen sei festgehalten, dass seitens
des Vorstandes keine Demissionen vorliegen.
Bereits wird erstmals von der Durchführung einer
Auslandreise gesprochen. Die Teilnehmer an der 1. Augustfeier wird als
Ehrensache angenommen, ebenso die Durchführung der Inspektion durch Adj Uof
Alfred Flach.
Die wichtigsten vereinsinternen Anlässe dieses
Jahres sind:
Teilnahme am Fasnachtsumzug, mit dem Sujet
"Paragraphenreiter" was uns wiederum den erwarteten Erfolg einträgt.
Das 6. Zentralschweizerische Tambourenfest in
Münsingen bringt uns den zielstrebig anvisierten Erfolg, dürfen wir doch zum
sechsten Mal den Siegeslorbeer an unsere Fahne heften.
Ein grosser vaterländischer Anlass ist die
"450 Jahrfeier der Schlacht von Dornach" an welcher der Verein
freudig mitwirkt.
1950
Dieses Jahr steht ganz im Zeichen des 10.
Eidgenössischen Tambourenfestes in Bern, dem hier einige Betrachtungen gewidmet
seien. Nach einer beispiellosen Siegesserie lernt unser Verein erstmals wieder
die Niederlage kennen, belegen wir doch den für uns enttäuschenden 4.
Schlussrang. Doch die Zukunft zeigt, dass der Tambourenverein Solothurn
gestärkt aus dieser Prüfung hervorgeht und daraus die richtigen Lehren zieht.
Jedenfalls haben wir in Bern bewiesen, dass wir nicht nur glückliche Sieger,
sondern auch anständige Verlierer sein können.
Das Jahr 1950 ist mit Anlässen reich befrachtet,
was folgende Aufstellung zeigt:
Fasnachtsumzug mit dem Sujet "ln Uno
veritas"
Maskenball im Restaurant zum Rosengarten zur
Aufpolierung der Finanzen.
Frühlingsfest im Restaurant Schwanen mit dem
gleichen Ziel.
Begleitung der Stadtschützen ans
Murtenschiessen.
Dieser Anlass bringt den Stadtschützen den
Gewinn des begehrten Murtenfähnleins, was abschliessend noch zu grossen
Feierlichkeiten Anlass gibt. Dass der jetzt verstorbene, unvergessliche
Stadtpfarrer A. C. Michel daran teilnimmt, sei zur Erinnerung an diesen
senkrechten Solothurner speziell erwähnt.
Teilnahme an der Fahnenweihe des
Pontoniervereins.
Teilnahme an der Uniformeneinweihung der
Knabenmusik Solothurn.
Herbstfest in der "Canva Schnepfe",
wiederum zur Stützung der Kasse
Theateraufführung in Luterbach.
Hier sei an unsere jahrzehntelange Tradition der
Theateraufführungen von anerkannt hohem Niveau, mit vereinseigener
Theatergruppe erinnert. Die Theatergruppe des Tambourenvereins, die in den 40er
und 50 Jahren durch ihr gekonntes Spiel zu großer Berühmtheit gelangte. Ein
erwähnenswerter Abschnitt Vereinsgeschichte.
Abendunterhaltung in der "Canva
Schnepfe".
Einweihung des Vorstadtschulhauses.
Preiskegeln im Restaurant Wengistein.
Lottomatch im Restaurant Baseltor.
Es ist bezeichnend, wie viele Anlässe immer
wieder durchgeführt werden, um die Finanzen des Vereins im Gleichgewicht zu
halten. Anlässlich der GV 1950 werden Stadtammann Dr. Paul Haefelin und Dr.
Robert Glutz zu Ehrenmitgliedern ernannt. Beide haben sich um den
Tambourenverein sehr verdient gemacht, Dr. Robert Glutz in seiner Funktion als
Präsident der befreundeten Stadtmusik und Dr. Paul Haefelin, sollte später als
Ständerat in unserem Kampf um den Erhalt der Militärtambouren in der Armee,
noch eine entscheidende Rolle spielen. Für diesen Einsatz sei ihm hiermit
bestens gedankt.
1951
Etwas ruhiger verläuft dieses festlose Jahr. Die
Stadtmusik Solothurn, mit der uns besondere Bande der Freundschaft verbinden,
wird an der GV 1951 zum Ehrenmitglied ernannt. Von den Anlässen seien die
wichtigsten kurz gestreift, wobei erwähnt sei, dass wiederum einige der
Stützung unserer Finanzen dienen müssen.
Die Fasnacht 1951, mit dem Sujet "weichi
Bunker" bringt den gewohnten Erfolg.
Eine Gruppe von Kameraden beteiligt sich im
Einzelwettkampf am Westschweizerischen Tambourenfest in Brig.
Der Tambourengruppe der Stadtmusik, die sich ja
bekanntlich aus Vereinsmitgliedern rekrutiert, ist es vergönnt, an der
unvergesslichen Londonreise teilzunehmen. Grossartig ist der Erfolg, den sie
mit ihren gekonnten Vorträgen anlässlich der Konzerte einheimsen darf.
Die Abendunterhaltung, unter Mitwirkung unserer
bewährten Theatergruppe bringt den gewohnt grossen Publikumserfolg.
Beschlossen wird die Vereinstätigkeit mit der
alljährlich abgehaltenen Schlussinspektion durch Adj Uof Alfred Flach.
Leider haben wir in diesem Jahr den Tod unseres
lieben Karl Reutegger zu beklagen. Der Verstorbene bekleidete 20 Jahre das Amt
des Aktuars und war zeitlebens ein begeisterter Verfechter unseres Ideals.
1952
Das Jahr des 7. Zentralschweizerischen
Tambourenfestes. Erstmals in der Vereinsgeschichte wird uns die Organisation
eines Verbandsfestes anvertraut. Diesem Anlass, getragen von einer
festfreudigen Bevölkerung, organisiert von einem erstklassigen OK mit
Ehrenmitglied Dr. Robert Glutz an der Spitze, ist ein voller Erfolg beschieden.
Dieses Fest, das den damaligen Rahmen eines Unterverbandsfestes bei weitem
sprengt, bringt uns allen eine enorme Beanspruchung. Doch der moralische und
finanzielle Erfolg hat uns reichlich entschädigt.
Unser Fasnachtssujet segelt diesmal unter dem
Motto "Ochsner-Küderchübu" und geisselt die damals etwas in Unordnung
geratene Kehrichtabfuhr.
Am 23. März organisiert der Verein die Veteranentagung
des Schweizerischen Tambourenverbandes.
Ein Frühlingsfest, durchgeführt im Saale des
Rosengarten, bezweckt wiederum die Auffrischung unserer Finanzen.
Mit zwei Gruppen reist der Verein mit dem UOV
Solothurn an die SUT nach Biel. Dass unsere UOV-Kameraden den 1. Rang
erkämpfen, freut uns natürlich ganz besonders.
Anlässlich des Kantonal-Schützenfestes sind wir
wiederum dabei und helfen die 1.-Augustfeier in der Festhalle in Zuchwil
verschönern.
Endlich, vom 14.-17. August ist unsere erste
Auslandreise fällig, die uns ins schöne Land Tirol führt. Jeder möge dabei
seine Erinnerung selbst auffrischen.
Mit der Inspektion durch Adj Uof Alfred Flach,
dem Preiskegeln und einer Jahresschlussfeier im Kreise der Angehörigen geht
dieses Jahr zu Ende.
1953
Rubig zieht dieses Jahr herauf, denn zum
Zeitpunkt der GV kann noch niemand ahnen, dass wir bald eine Einladung zu einem
internationalen Tambourenfest in Holland erhalten werden.
An der Fasnacht, die laut Chronist unter einer
beissenden Bise leidet, präsentieren wir uns mit dem Sujet
"Fründschaftswuche Züri-Basel". Die durchgeführte Prämierung bringt
uns den 1. Preis ein. Wenig erfreut ist der Kassier, resultiert doch aus der
Fasnachtsabrechnung infolge der grossen Kälte und des damit ausbleibenden Publikums,
ein grosses Defizit.
17.-22. Juli, Teilnahme am grossen
internationalen Trommlerfestival in Enschede, Holland. Dieses Fest bringt dem
Tambourenverein Solothurn einen grossen und erstmals internationalen Erfolg.
Vor einer vieltausendköpfigen Zuschauermenge erkämpfen wir uns mit der höchsten
Punktzahl den 1. Rang. In den Zeitungen machen die Solothurner Schlagzeilen und
bald sind wir die bevorzugten Gäste der freundlichen Holländer. Auf der
Schweizergesandtschaft in Den Haag wird unser Erfolg nochmals ausgiebig
gefeiert. Herr Minister Secretan lobt unser korrektes, sauberes Auftreten,
womit wir für unsere Heimat beste Propaganda gemacht haben. Voll
unvergesslicher Eindrücke treten wir am 22. Juli die Heimreise an, in der
Hoffnung, das gastfreundliche Holland wieder einmal besuchen zu können.
Nebst den üblichen Anlässen zur Stützung unserer
Finanzen seien noch erwähnt:
Reise einer Gruppe mit der Stadtmusik nach Weil
der Stadt, bei Stuttgart.
Teilnahme an den Fahnenweihen der befreundeten
Vereine Biberist und Bözingen.
Inspektion durch Adj Uof Alfred Flach.
Jahresschlussfeier mit den Angebörigen im
Vereinslokal Restaurant Baseltor.
Im Berichtsjahr werden zwei treue Freunde des
Vereins, Josef Arnold, Bauunternehmer, und Max Schneider, Souchef am Hauptbahnhof,
mit der Ehrenmitgliedschaft geehrt.
1954
Wieder ein Jahr, das ganz im Zeichen eines
Eidgenössischen Tambourenfestes steht. Dieses 11. Eidgenössische bringt uns
wiederum nicht den erhofften und angestrebten Erfolg, müssen wir uns doch
erneut mit dem 4. Rang begnügen. Die Abstände an der Spitze fallen allerdings
sehr gering aus, was für uns einigen Trost bedeutet. Dass der Tambourenverein
Solothurn aus dieser vermeidbaren Niederlage die richtigen Schlüsse zieht,
beweist die Zukunft.
An der GV wird der grosse Freund unseres
Vereins, Arnold Banz, mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet.
Die Fasnacht, mit unserem Sujet die
Walliser-Tomatenmisere geisselnd, bringt erneut ein allgemeines Defizit infolge
nasskalter Witterung.
Mit der Inspektion und der Jahresschlussfeier
findet ein sonst ruhiges Jahr mit den üblichen Anlässen seinen Abschluss.
Erwähnung verdient noch unser erster Versuch mit
der Gründung einer Pfeifergruppe. Diese Bemühungen schlagen in der Folge aber
stets fehl, obwohl wir beträchtliche Mittel in diesen unseren Wunschtraum
investieren.
1955
Die Generalversammlung vom 6. Februar steht ganz
im Zeichen des Wechsels in der technischen Leitung des Vereins. Unser bewährter
Instruktor Hermann Walther, unter dessen Leitung der Tambourenverein so viele
grossartige Erfolge zu verzeichnen hat, will die Leitung einer jüngeren Kraft
anvertrauen. Als sein Nachfolger wird einstimmig Kamerad Max Klay, der alle
erforderlichen Qualitäten besitzt, gewählt. Mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft
wird der seit Jahren stille, aber grosse Schaffer Ernst Kunz geehrt. In
Anerkennung der geleisteten Dienste wird Hermann Walther zum Ehreninstruktor
erkoren.
Spezielle Erwähnung verdient die im Berichtsjahr
von den Mitgliedern geforderte Initiative zu einer Neuuniformierung.
Die diesjährige Fasnacht passt sich ganz unserem
Sujet "Rägesummer" an. Wie der Präsident in seinem Jahresbericht
ironisch feststellt, füllt sich die Kasse statt mit "Klotz" nur mit
"Pflotsch"
Eine Gruppe besucht das Westschweizerische
Tambourenfest in Travers und erzielt im Gruppenwettkampf den 1. Rang.
Eine Vereinsreise mit den Angehörigen per
Autocar führt uns in den Berner Jura.
Mit der Schlussinspektion, Lottomatch,
Abendunterhaltung und Altjahrsfeier wird das Jahr beschlossen.
Erwähnung verdient noch der Umstand, dass unsere
Abendunterhaltung in Ermangelung eines Saales in Solothurn, erstmals in der
Konzerthalle Langendorf durchgeführt wird. Die Theatergruppe zeigt sich mit dem
Lustspiel "Die vertagte Hochzeitsnacht" in grossartiger Form. Der
Anlass wird zu einem durchschlagenden Erfolg.
1956
Dieses Jahr steht im Zeichen von zwei wichtigen
Anlässen: es sind die
Neueinkleidung des Vereins und die Teilnahme am
8. Zentralschweizerischen Tambourenfest in Roggwil.
Die Neueinkleidung wird innert kürzester Zeit
unter der Leitung eines speziellen Komitees und einer öffentlichen Sammlung
bewerkstelligt. Der selbstlose Einsatz der Ehrenmitglieder Arnold Banz und
Josef Arnold verdient hier ganz besondere Erwähnung. Industrie, Gewerbe und die
auf geschlossene Bevölkerung unserer Stadt verdienen für ihre Gebefreudig
unseren besonderen Dank.
Wie ein Blitz aus heiterem Himmel trifft uns
kurz vor dem Zentralschweizerischen Fest die Kunde vom plötzlichen
Domizilwechsel unseres Instruktors Max Klay. Was liegt näher, als die Leitung
so kurzfristig unserem altbewährten Ehreninstruktor Hermann Walther erneut zu
übergeben? Dass er dieses Amt nochmals provisorisch übernimmt, zeugt von seinem
selbstlosen Einsatz für den Tambourenverein Solothurn. Mit besonderem Ehrgeiz
legen sich nun die Mitglieder in die Riemen, und
prompt bleibt der Erfolg nicht aus: mit einer
überzeugenden Leistung erkämpfen wir uns gegen grösste Konkurrenz den 1. Rang.
Wahrlich, eine schönere Ehrung hätten wir unserem Hermann nicht darbringen
können.
Die Fasnacht bestreiten wir erstmals mit unserer
jungen Pfeiffergruppe
unter dem Sujet "Chevaliade" und
kommen beim Publikum gut an. Leider verdient sich Petrus wiederum keine gute
Note. Das Faszit: Kalt-kalt-kalt = leere Kassen. Erstmals beteiligen wir uns
auf Einladung hin mit Erfolg an der Murten-Fasnacht.
Der Abendunterhaltung vom 10. März in der
Konzerthalle Langendorf ist
wiederum ein grossartiger Erfolg beschieden. Die
Theatergruppe weiss
mit dem Lustspiel "Der wahre Jakob"
wiederum zu begeistern.
Dank gebührt unserem Freund Dr. Walter Reinert,
dem heutigen Bür-
gerammann, für die Stiftung eines Wanderpreises
in Form einer Solothurner Zinnkanne. Dieser Wanderpreis ist bestimmt für unsere
vereinsinterne Meisterschaft.
Mit den festen Anlässen wie 1.-Augustfeier, 50
Jahre Tambourenverein
Grenchen, Inspektion, Rangtrommeln,
Altjahresfeier, nebst einigen unvor-
hergesehenen Veranstaltungen, geht dieses
reichbefrachtete Jahr zu Ende.
1957
Die Generalversammlung vom 10. Februar
beschliesst einstimmig, im Hinblick auf das Eidgenössische 1958 in Grenchen,
das Ostschweizerische
Tambourenfest in Schaffhausen zu besuchen.
Dieses Fest endet denn auch
für uns wiederum mit einem durchschlagenden
Erfolg. Mit der höchsten Fest-
punktzahl und mit grossem Abstand heften wir den
Siegeslorbeer an unsere Fahne. Im Kampfrichterbericht wird unsere überzeugende
Leistung speziell und gebührend erwähnt. Die Leitung der Sektion liegt wiederum
in den Händen des bewährten Hermann Walther.
Zu erwähnen ist noch, dass die Kameraden Josef
Studer und Hans Balmer in dieser Reihenfolge die ersten zwei Ränge im
Einzelwettkampf belegen.
Infolge der vermehrten Vorarbeiten auf das
Eidgenössische hin, wird dieses Jahr auf eine Abendunterhaltung verzichtet.
Unserem Gründer und Vereinsfähnrich Leo Schärmeli, wird die verdiente
Ehrenrnitgliedschaft verliehen.
Entmutigt vom schlechten Wetter der drei letzten
Jahre und aus Angst vor einem erneuten Defizit beschliesst die Vereinigte
Fasnachtsgesellschaft, dieses Jahr auf die Durchführung eines offiziellen
Umzugs zu verzichten. Doch welche Ironie des Schicksals, den Fasnachtstagen ist
schönste Märzensonne beschieden. Dass wir Tambouren aber trotz diesem Beschluss
Fasnacht machen, versteht sich von selbst. Wiederum werden wir an die
Murten-Fasnacht eingeladen und beteiligen uns daselbst mit Erfolg.
Die weiteren Anlässe dieses Jahres sind noch:
Ständchen beim Gründer Adolf Aberegg, Engagement beim Feldwaffenverein
Solothurn, Besuch des OberwalIiser Festes durch einige Einzelwettkämpfer,
Schlussinspektion, Rangtrommeln und Jahresschlussfeier.
1958
Dieses Jahr darf ohne Uebertreibung als ein
weiterer Meilenstein in der Vereinsgeschichte angesprochen werden. Haben wir
uns doch vorgenommen, am 12. Eidgenössischen Tambourenfest in Grenchen, also
auf heimatlichem Boden, ein Maximum an Leistung aufzubringen. In zielbewusster
Arbeit, mit zusätzlichen und Spezialproben wollen wir es diesmal nicht auf
Zufälle ankommen lassen. Begleitet von unseren treuen Ehrenmitgliedern,
Gründern und einem grossen Harst uns gutgesinnter Freunde treten wir denn im
benachbarten Grenchen zurn Wettkampf an. Mit der sehr schwierigen Komposition
"Der Düsefäger" sowie den sauber und gekonnt vorgetragenen obligatorischen
Disziplinen gelingt uns, endlich nach 12jährigem Unterbruch der angestrebte
Durchbruch auf eidgenössischer Ebene. Als zahlenmässig grösste Sektion wird
zudem unsere Leistung von Kennern und Kritikern neidios als beste Leistung des
Festes taxiert. Die Sektion steht wie so oft unter der bewährten Leitung von
Hermann Walther, der ja das Amt des Instruktors wieder rechtmässig bekleidet.
Im Schatten des Eidgenössischen wickeln sich die
übrigen Anlässe des Jahres ab:
Die Fasnacht sieht uns diesmal mit dem Sujet
"Medikaster-Krankenkässeli" womit wir den damaligen Zwist zwischen
der Aerzteschaft und den Krankenkassen ausspielen.
Weitere Anlässe sind: Landhauseinweihung,
Beteiligung einer Gruppe am Eidg. Jodlerfest in Olten; mit ihrem Finalplatz am
Grümpelturnier in Derendingen beweisen einige Kameraden, dass sie nebst dem
Trommeln auch "Tschutten" können; 1.-Augustfeier; diverse Empfänge
von Stadtvereinen am Bahnhof; Bergtour mit den Angehörigen; Schlussinspektion;
Rangtrommeln und Jahresschlussfeier.
Wiederum lichtet sich die Reihe unserer Gründer,
haben wir doch den Tod von Paul Lachat zu beklagen.
1959
Wie als Belohnung nach getaner, strenger Arbeit
zieht für uns ein eher ruhiges Jahr herauf. Als markantestes Ereignis des
Jahres darf wohl der Wechsel in der technischen Leitung des Vereins bezeichnet
werden. Mit Ueberlegung hat Ehreninstruktor Hermann Walther diesen ruhigen
Zeitpunkt gewählt, um seinem Nachfolger Gelegenheit zu geben, sich allmählich
einzuarbeiten. Als bisheriger Vize-lnstruktor muss ich dann dieses
verantwortungsvolle Amt übernehmen, das ich nach bestem Wissen und Gewissen bis
zu meinem Rücktritt 1965 versehe. Auch mir ist es vergönnt, während dieser Zeit
mit dem Verein nur Erfolge zu verbuchen, was nur deshalb möglich ist, weil alle
Kameraden zu mir stehen und mich voll anerkennen. Dafür danke ich dem
Tambourenverein Solothurn noch heute.
In Würdigung seiner grossen Verdienste um die
jeweiligen Fasnachtsvorbereitungen wird unser bewährter Tambourmajor Willy
Kohler von der GV zum Ehrenmitglied ernannt.
Mit dem Fasnachtssujet "Mach liesli,
d'Stadt schloft", glossieren wir mit Erfolg die damalige
Lärmbekämpfungsaktion unserer Stadtväter.
Erstmals führe ich den Verein ans
Westschweizerische Tambourenfest in Sierre, wo wir wiederum den 1. Rang erkämpfen.
Die Schlussinspektion und die Jahresschlussfeier
schliessen den Reigen der Anlässe im Berichtsjahr.
1960
Und wieder befinden wir uns in einem Festjahr,
hat doch die Generalversammlung vom 7. Februar über den Besuch des 8.
Zentralschweizerischen Tambourenfestes in Lenzburg zu befinden. Selbstredend
wird diesem Traktandum einstimmig zugestimmt.
Erwähnung verdient der Beschluss der GV, ab
sofort unseren Gründern das Stimmrecht in Vereinsangelegenheiten zu verleihen.
Ein weiterer Gründer, Werner Wicki, wird in die
Gilde der Ehrenmitglieder aufgenommen.
Die Solothurner Fasnacht, die bereits kurz nach
unserer GV stattfindet, wirft diesmal besonders hohe Wellen. Mit unserem Sujet
"Nikitas Mondfahrt" wissen wir wiederum zu gefallen.
Kaum ist die Fasnacht verrauscht, geht es mit
voller Kraft an die Probenarbeit für das bevorstehende 8. Zentralschweizerische
Tambourenfest in Lenzburg. Dieses Fest bringt uns wiederum einen
durchschlagenden Erfolg, belegen wir doch im Sektionswettkampf sehr überzeugend
den 1. Rang. Aber auch im Einzelwettkampf stellen wir mit Kamerad Josef Studer
den Sieger, welchem sich vier weitere Kranzgewinner anschliessen. Dass auch der
Jungtambourenwettkampf von unserem Zögling Franz Lang gewonnen wird, rundet die
überzeugende Leistung der Sektion Solothurn aufs Schönste ab.
Mit etlichen Ständchen zu Ehren von
Geburtstagsjubilaren, der Schlussinspektion durch Adj Uof Alfred Flach, dem
Rangtrornmeln und der Jahresschlussfeier im Vereinslokal Rest. Baseltor, findet
dieses erfolgreiche Vereinsjahr seinen Abschluss.
1961
Ein ruhiges, festloses Jahr, das wie der
Präsident in seinem Jahresbericht betont, in der Chronik des Vereins keine
grosse Geschichte machen wird. So erinnern wir uns kurz der wichtigsten
Anlässe:
Die Fasnacht ist wieder einmal nicht vom
Wettergiück begünstigt, was unserem närrischen Treiben aber keinen Abbruch tut.
Mit dem Sujet "Teenagers" beschäftigen wir uns mit dem aufkommenden
Halbstarkenproblem.
Am 12. März beherbergen wir die Delegierten des
Schweizerischen Tambourenverbandes, denen wir im Landhaussaal ein
vielbeachtetes Programm bieten. Stadtammann Robert Kurt und Ständerat Dr. Paul
Haefelin beehren die Veteranen mit ihrem Besuch.
Ein Vereinsausflug per Autocar, mit Kind und
Kegel, führt uns in die Freiberge.
Die diesjährige
Schlussinspektion wird zum letzten Mal durch Adj Uof Aifred Flach abgenommen.
Nach 20jähriger, erfolgreicher Tätigkeit als Tambourinstruktor der Armee tritt
Alfred Flach zurück, um einer jüngeren Kraft Platz zu machen. Ungern sieht rnan
diesen vorzüglichen Pädagogen scheiden, der jedem Militärtambour, der das Glück
hatte, durch seine Schule zu gehen, für das ganze Leben viel mitgab. Alfred
Flach tritt als Instruktor zurück, als Freund wird er uns erhalten bleiben.
Heute dürfen wir erfreut feststellen, dass Alfred Flach einen würdigen
Nachfolger nachgezogen hat, der sein Werk im gleichen Sinn und Geiste, getragen
vom gleichen Idealismus, fortsetzt.
Die Vereinsmeisterschaft, der Lottomatch und die
Jahresschlussfeier beschliessen wie üblich dieses ruhig verlaufene Jahr.
Ein spezieller Dank gebührt noch der
befreundeten Stadtmusik Solothurn, die dem Verein zu Handen der
Stadtmusik-Tambourengruppe fünf neue Baslertrommeln schenkt.
1962
Mit der Generalversammlung vom 28. Januar beginnt
ein weiteres Vereinsjahr, das ganz im Zeichen des bevorstehenden 13.
Eidgenös-sischen Tambourenfestes in Olten steht.
Doch sehen wir in chronologischer Reihenfolge,
was uns dieses Jahr beschert:
Die GV beschliesst spontan und einstimmig die
Teilnahme am Eidgenössischen in Olten.
Den Gründern Adolf Aberegg und Walter Rauber
wird die verdiente Ehrenmitgliedschaft verliehen.
Kamerad Arthur Walther wird für seine 20jährige
Tätigkeit als Vereinskassier geehrt.
Die Fasnacht beginnt wieder einmal mehr mit
einem verregneten Sonntag, beschert uns aber dafür am Dienstag ein
Prachtswetter. Mit unserem Sujet "Buremarsch uf Bärn" wagen wir uns
auf das glatte eidgenössische Parkett und ernten viel Anerkennung.
Kaum sind die letzten Töne des Brämenlieds verklungen,
setzt eine intensive Probenarbeit auf das 13. Eidgenössische Tambourenfest in
Olten ein. Wir haben uns wieder ein hohes Ziel gesteckt und sind bestrebt, den
in Grenchen errungenen Titel zu verteidigen. Der Beginn des Festes leidet unter
extremen Witterungsbedingungen, fällt doch zeitweise sogar Schnee und dies am
Freitag, 1. Juni. Wiederum unterstützt uns ein grosser Harst von Freunden aus
der St. Ursen-Stadt, wie wir am Sonntagmorgen zum Wettkampf antreten. Mit einer
einwandfreien Leistung und ohne Versager entledigen wir uns der gestellten
Aufgabe und können den 1. Rang von Grenchen erfolgreich verteidigen. Wahrlich
eine stolze Bilanz, ist dies doch bereits der vierte Sieg an einem
Eidgenössischen in der nun bald 40jährigen Vereinsgeschichte. Gross ist die
Freude und entsprechend wird dieser Erfolg gefeiert.
Ebenso erfolgreich fällt der Einzelwettkampf
aus, stellt Solothurn erstmals wieder seit Hermann Walther im Jahre 1937, in
der Person von Josef Studer den Einzelsieger. Kamerad Hans Balmer kann es nicht
lassen und doppelt mit dem 2. Rang gleich nach. Aber auch die Veteranen und
Jungtambouren stellen mit guten Rängen ihren Mann. Allen, die zu diesem
grossartigen Erfolg beigetragen haben, gebührt Dank und Anerkennung.
Die Schlussinspektion wird erstmals durch Fw
Alex Haefeli, dem Nachfolger von Adj Alfred Flach, abgenommen. Die Erwartungen,
die man in diesen jungen Tambourlnstruktor setzt, haben sich bis zum heutigen
Tag in schönster Weise erfüllt.
Der Tambourengruppe der Stadtmusik Solothurn ist
es zum zweiten Mal vergönnt, die Reise nach London mitzuerleben. Wiederum
wissen unsere Tambouren mit ihren Vorträgen anlässlich der Konzerte zu
begeistern.
Die üblichen Anlässe wie 1.-Augustfeier. 75
Jahrfeier Tambourenverein Biel, Vereinsmeisterschaft und Altjahrfeier runden
das erfolgreiche Vereinsjahr ab.
1963
Mit diesem Jahr steht der Tambourenverein
Solothurn an der Schwelle seines 40jährigen Bestehens. Dass uns dieses Jahr
nicht nur eitel Freude beschert, zeigt die Tatsache, dass Schnitter Tod die
Reihen unserer Gründer um zwei weitere treue Freunde lichtet. Es sind dies Leo
Schärmeli, unser langjährigen Fähnrich, sowie Emil Ryffeli, der in den letzten
Jahren in Basel lebte.
Am 22. April stirbt in Basel an den Folgen eines
tragischen Verkehrsunfalls der in Trommlerkreisen weltbekannte Dr. Fritz
Berger. Als Historiker, Trommellehrer und Komponist hat er uns unvergängliche
Werke hinterlassen. Mit Dr. Fritz Berger verliert der Tambourenverein Solothurn
einen aufrichtigen Freund und Förderer unserer Kunst.
Die wichtigsten Begebenheiten dieses Jahres
seien hier wiedergegeben:
Der Fasnacht ist wieder einmal schönstes Wetter
beschieden. Mit unserem Sujet "Fidele aus Kuba" wagen wir uns für
einmal an die internationale Politik. Unser Verein präsentiert sich wie gewohnt
farben prächtig und ideenreich und trägt entscheidend zur Belebung des Umzuges
bei.
Als Gäste beteiligen wir uns am
Westschweizerischen Tambourenfest in Fribourg und erringen mühelos den 1. Rang,
ebenso Josef Studer im Einzelwettkampf.
Als Gäste, jedoch nur im Einzelwettkampf,
beteiligen wir uns im Herbst noch am Oberwalliserfest in Brig.
Weitere Anlässe sind ein Geburtstagsständchen
bei Ehrenmitglied Josef Arnold, Empfänge von Städtischen Vereinen am Bahnhof,
Schlussinspektion durch Fw Alex Haefeli, Lottomatch und abschliessende
40-Jahr-Feier im Kreise der Angehörigen im Vereinslokal Restaurant Baseltor.
1964
Das Expo-Jahr zieht herauf und mit ihm das 13
Zentralschweizerische Tambourenfest in Erlinsbach. Reichbefrachtet wie noch
selten präsentiert sich der Terminkalender des Vereins für das bevorstehende
Jahr. Doch wie eine Belohnung winkt uns eine Reise nach Holland, auf Einladung
des "Trumbandcorps Deventer". Doch zuerst die Arbeit, dann das
Vergnügen. Es würde den Rahmen des Ueblichen sprengen, wollte ich alle Anlässe
hier aufführen, weshalb wir nur das Wesentliche festhalten wollen
Die Fasnacht gestalten wir diesmal zu Ehren
unseres 40jährigen Bestehens in eigener Sache. Mit einem herrlichen
Tambourmajor als Frau Fasnacht an der Spitze, gefolgt von einem stattlichen
Harst farbenprächtiger Waggis beleben wir die Strassen unserer närrischen
Stadt. Im gleichen Aufzug beteiligen wir uns eine Woche später an der
Murten-Fasnacht.
Die Chefs der Kantonalen Motorfahrzeugkontrollen
der Schweiz überraschen wir anlässlich ihrer Tagung in Solothurn mit einigen
Vorträgen.
Gleichsam als Hauptprobe vor dem Tambourenfest
wickelt sich im Hobergwald die Vereinsmeisterschaft ab.
Mit zwanzig Mann, also wiederum der weitaus
grössten Sektion, beteiligten wir uns am 13. Zentralschweizerischen
Tambourenfest in Erlinsbach. Wiederum erringen wir mit einer sauberen Leistung
den 1. Rang. Dies zum dreizehnten Mal an einem Unterverbandsfest!
Aber auch im Einzelwettkampf stellt sich für uns
ein in der Geschichte des Vereins einzigartiger Erfolg ein. Werden doch gleich
die ersten drei Ränge von Mitgliedern unseres Vereins belegt.
Einer Einladung des "Trumbandcorps
Deventer" folgend, fahren wir am 26. Juni nach Holland. Nach einem
erfolgreich verlaufenen Wettkampf der gegen nicht allzugrosse Konkurrenz
ausgefochten wird, werden uns schöne Tage holländischer Gastfreundschaft
zuteil. Nach einem Abstecher nach Amsterdam, folgen wir einer Einladung auf die
Schweizer Gesandtschaft in Den Haag, wo wir Gäste von Herrn Minister Merminod
sind. Bereichert mit unvergesslichen Eindrücken, kehren wir am 1. Juli
wohlbehalten in unser heimeliges Solothurn zurück.
Mit einer Gruppe beteiligt sich der Verein am
Umzug des offiziellen Solothurnertages anlässlich der Expo in Lausanne.
Die 1.-Augustfeier, etliche
Geburtstagsständchen, 2 Grenzbesetzungsfeiern, Schlussinspektion, ein
Benzenjasset und die Jahresschlussfeier beschliessen dieses mit Anlässen reich
befrachtete Jahr.
1965
Dieses Jahr wird als eher ruhiger Abschnitt in
die Annalen des Tambourenvereins eingehen, obwohl wir als Gastsektion des
Unterverbandes die Ostschweizer Kameraden besuchen. Wiederum lichten sich die
Reihen unserer Gründer. Nach langer, schwerer Krankheit verstirbt unser Hans
Jäggi, langjähriges Vorstandsmitglied, Präsident, Fähnrich und Ehrenmitglied.
Ebenso verlassen uns mit alt Bundesrat Walter Stampfli und Redaktor Emil
Wiedmer zwei prominente Solothurner und Passivmitglieder unseres Vereins.
Mit dem Fasnachtssujet "Hundert Johr
Türm" machen wir wieder einmal in eigener Sache, um unsere Entwerfer der
Fasnachtsplaquetten daran zu erinnern, dass es ausser Türmen wohl noch andere
Sujets geben würde. Unser Fingerzeig schlägt wohl ein, ob er aber etwas
fruchten wird, muss die Zukunft zeigen.
Obwohl unser Sieg am Ostschweizerischen
Tambourenfest in der Gästekategorie nie in Frage steht, zeigt es sich, dass
neue, bisher unbekannte Rivalen auftauchen, die den Gang ans nächste
Eidgenössische nicht leichter machen dürften. Im Einzelwettkampf klassiert sich
Hans Balmer ebenfalls im 1. Rang.
Der Vollständigkeitbalber seien noch einige
Anlässe des Jahres genannt: Einige Ständchen, Murten-Fasnacht,
Vereinsmeisterschaft, Fahnenweihe der Sektion Bubendorf, Schlussinspektion
durch Fw Alex Haefeli, Lottomatch erstmals zusammen mit den befreundeten
Vereinen UOV und Stadtturnverein, Benzenjasset und Jahresschlussfeier mit den
Angehörigen.
1966
Das Geschehen dieses Jahres wird beherrscht vom
Eidgenössischen Tambourenfest in Emmen, dessen Besuch an der GV
selbstverständlich einstimmig beschlossen wird.
(Photo Eidgenossisches Tambourenfest 1966 in
Emmen: Der Verein bei der Marschkonkurrenz)
Doch beginnen wir das Jahr wie gewohnt mit einem
unserer Stammanlässe, der schönen Solothurner Fasnacht. Wieder einmal hat
Petrus mit den Narren ein Einsehen und schenkt uns trockenes und schönes
Wetter. Laut Fernsehreporter ist unser Sujet "Atomitis-Ragetitis"
einfach wunderschönwunderbar! Das Fazit der diesjährigen Narretei: ein riesiger
Publikumserfolg, allenthalben volle Kassen, somit frohe Gesichter.
Bereits vom 19.-21. März folgt der Verein einer
Einladung nach St. Etienne, Frankreich, um am dortigen Carnevalsumzug
teilzunehmen. Es sind laut Chronist drei schöne Tage, die uns viel Sympathien
in diesem Nachbarland einbringen.
Nach Abschluss gewaltiger und gezielter
Vorarbeiten verreisen wir vom 3.-5. Juni nach Emmen/Luzern, um wenn möglich
unseren Titel zum dritten Mal erfolgreich zu verteidigen. Erstmals mit 24 Mann
als weitaus grösste Sektion zum Wettkampf antretend, geben wir zu viel
Diskussionsstoff in lobendem, aber oft auch in neidischem Sinne Anlass. Dessen
ungeachtet geben wir im Wettkampf unser Bestes, wohlwissend, dass auch andere
Sektionen vorzügliche Leistungen bieten. Eine nervenzerreissende Spannung
bemächtigt sich zweifellos aller Vereine, die für einen 1. Rang in Frage
kommen. Welch erlösender Jubel bricht aus, als der Tambourenverein Solothurn
zum dritten aufeinanderfolgenden Mal als eidgenössischer Sieger ausgerufen
wird. Zum fünften Mal in unserer Vereinsgeschichte kehren wir als Sieger von
einem Eidgenössischen nach Hause, fürwahr eine Leistung, die seinesgleichen
sucht. Alle die uns kennen, wissen wohl, dass uns diese Erfolge freuen, aber
nie überheblich werden lassen. Der Tambourenverein Solothurn ist immer
bestrebt, für sich und seine Vaterstadt Ehre einzulegen. Auch in Zukunft wird
es unser Bestreben sein, als starkes und verlässliches Glied in der Kette des
Schweizerischen Tambourenverbandes zu wirken.
Aber auch im Einzelwettkampf stellen die
Solothurner ihren Mann. Neben Hans Balmer, der mit seinem 2. Rang hauchdünn am
Festsieg vorbeigeht, erringen fünf weitere Kameraden den begehrten
eidgenössischen Lorbeer.
Ein Familienausflug an die lieblichen Gestade
des Oeschinensees gibt uns Gelegenheit, wieder einmal schöne Stunden im Kreise
der Tambourenfamilie zu verbringen.
Die üblichen Anlässe wie Schlussinspektion,
Lottomatch, Benzenjass und Familienabend beschliessen dieses erfolgreiche
Vereinsjahr.
1967
Ungewohnt früh, bereits am 14. Januar leitet die
44. Generalversammlung ein neues Vereinsjahr ein. Dieses Jahr, das uns die
wunderschöne Reise nach Nizza beschert, wird leider überschattet durch den Tod
uns nahestehender gutgesinnter Freunde. Ein Herzversagen setzt dem Leben
unseres Ehrenmitgliedes Dr. Robert Glutz ein jähes Ende. Gross sind die
Verdienste, die sich der Verstorbene um unseren Verein erworben hat. Als
OK-Präsident des Zentralschweizerischen Tambourenfestes 1952 in Solothurn
zeichnete er verantwortlich für eine tadellose Organisation. Mit Dr. Robert
Glutz geht ein markanter Solothurner von uns.
In Münsingen verstirbt der anerkannte
Trommelbauer und Freund unseres Vereins, Alfred Rothen.
Ende Januar reisen wir in das bereits
frühlingshafte Nizza, um uns am dortigen weltberühmten Carnevalsumzug zu
beteiligen. Ungewohnt lang ist die Umzugsroute, doch das uns begeistert Beifall
spendende Publikum lässt rasch alle Strapazen vergessen. Ein Abstecher nach
Monaco\Monte Carlo rundet diese unvergessliche Reise aufs Schönste ab. Erwähnt
sei noch dass wir nach der Heimkehr, auf dem Marsch vom Bahnhof ins
Vereinslokal, dem im Hotel Krone gastierenden Bundesrat Celio ein beifällig
aufgenommenes Ständchen darbringen.
Bereits eine Woche später geht es hinein in die
Solothurner Fasnacht. Um allen Eventualitäten vorzubeugen, haben wir das schöne
Wetter gleich aus Nizza mitgebracht. In Erinnerung an die herrlichen Tage in
Nizza, betiteln wir unser Sujet gleich "Nice grüsst Soleur" und
ernten damit viel Erfolg.
Am Westschweizerischen Tambourenfest in Savièse
beteiligen wir uns als Gäste mit 24 Mann und erreichten mit Tageshöchstnote den
1. Rang.
Ein nicht offizieller Anlass führt einen grossen
Teil des Vereins an den Carnevalsumzug in Neuville-au-Bois, Frankreich. Dass
bei dieser Gelegenheit ein Abstecher nach Paris gemacht wird, sei nur am Rande
vermerkt.
Im Verlaufe des Jahres wird unser Probelolal,
(ehemaliger Luftschutzkeller) in harter Fronarbeit von den Mitgliedern total
renoviert. Der Umbau dieses Kellers, der sich heute in seiner ganzen Schönheit
präsentiert, bringt uns seitens der verantwortlichen Behörde viel Anerkennung
ein.
Mit Ständchen zum 60. Geburtstag unserer
Ehrenmitglieder Walter Geiser und Arnold Banz, sowie den immer wiederkehrenden
traditionellen Anlässen wird dieses Jahr beschlossen.
1968
Wiederum zieht ein Jahr herauf, das uns im
Zeichen des 14. Zentralschweizerischen Tambourenfestes in Stans vermehrte
Arbeit bringt.
Doch gedenken wir vorerst zweier
Ehrenmitglieder, die uns im Berichtsjahr durch den unerbittlichen Tod entrissen
werden. Am 1. Juni begleiten wir unseren grossen Freund und Gönner Josef
Arnold, Bauunternehmer, auf seinem letzten Gang. Mit Stadtammann Robert Kurt
sinkt ein weiterer Freund unseres Vereins ins Grab.
Mit der Fasnacht, die für uns Mit dem Sujet
"Sweilana-Rumme" wieder erfolgreich verläuft, eröffnen wir den Reigen
der diesjährigen Anlässe.
Der Hauptakzent des Jahres liegt auf dem 14.
Zentralschweizerischen Tambourenfest vom 15., 16. Juni in Stans. Wiederum
konkurrieren wir als grösste Sektion mit 25 Mann und es ist uns vergönnt, den
14. Zentralschweizerischen Siegeslorbeer an unsere Fahne zu heften. Unsere
zahlenmässig grosse Beteiligung beweist, dass wir der Nachwuchsschulung die
grösste Beachtung schenken. Dass es auch um unsere Einzelwettkämpfer zum besten
bestellt ist, beweist die Tatsache, dass nicht weniger als acht Kameraden den
Einzelkranz in Empfang nehmen dürfen.
Ein grosses Ereignis wirft bereits seine
Schatten voraus, wird uns doch anlässlich der schweizerischen Delegiertenversammlung
in Emmenbrücke die Organisation des 15. Eidgenössischen Tambourenfestes
übertragen.
Das mit Anlässen aller Art reich befrachtete
Jahr findet mit der Schlussinspektion von Adj Uof Alex Haefeli, dem Lottomatch,
einern Ständchen zu Mamfis 75. Geburtstag und einem Familienabend seinen
Abschluss.
1969
Wieder einmal ein Jahr, das ruhig verläuft und
keine besonderen Ereignisse aufzuweisen hat. Es steht bereits im Vorfeld des
kommenden 15. Eidgenössischen Tambourenfestes in Solothurn und schon ist von
der grossen Arbeit, die da auf uns zukommt, etliches zu spüren. Ein
qualifiziertes Organisationskomitee hat bereits die ersten Vorarbeiten zu
leisten. Werfen wir trotzdem einen kurzen Blick auf die wichtigsten
Geschehnisse:
Eine schöne und trockene Fasnacht, die wir mit
dem Sujet "der Franke blibt" bestreiten, verläuft in jeder Hinsicht
erfolgreich.
Traditionsgemäss besuchen wir als Gastsektion
das Ostschweizerische Tambourenfest in Lüchingen, ohne uns speziell auf diesen
Anlass vorzubereiten. Einige bewährte Kräfte nehmen daran gar nicht teil. So
werden wir von unseren Kameraden aus Biberist knapp auf den 2. Platz verwiesen.
Anlässlich der Delegiertenversammlung des
Zentralschweizerischen Tambourenverbandes wird der Zentralvorstand neu bestellt.
Er setzt sich nun zusammen aus Josef Eggenschwiler, (Biberist), Präsident; Hans
Lischer, (Biberist), Beisitzer; Arthur Walther, (Solothurn), Kassier und Max
Mollet, (Solothurn), Sekretär.
Etwas wehmütig stimmt die Tatsache, dass unser
Stammlokal, das Restaurant zum Baseltor, dem der Tambourenverein Solothurn seit
47 Jahren die Treue gehalten hat, seinen Besitzer wechselt. Mit uns müssen auch
andere, alteingesessene Stadtvereine, auf die Suche nach einem neuen Stammlokal
gehen. Es geziehmt sich, wenn wir an dieser Stelle dem seligen
«Büchlermutti" sowie der Familie Borrer für das Zuhause, das sie uns fast
ein halbes Jahrhundert lang im heimeligen "Törli" boten den besten
Dank aussprechen.
Erwähnung verdienen noch die Anlässe wie
1.-Augustfeier, Schlussinspektion sowie die Jahresschlussfeier im Kreise der
Angehörigen im Hotel "Metropole"
1970
Im Zeichen des 15. Eidgenössischen
Tambourenfestes, das dem Tambourenverein Solothurn zur Organisation übertragen
ist, zieht das wohl bedeutungsvollste Jahr unserer Vereinsgeschichte herauf.
Ein qualifiziertes Organisationskomitee unter der souveränen Leitung von
OK-Präsident Hans Morf, Chef der Kantonalen Motorfahrzeugkontrolle, waltet seit
einiger Zeit seines Amtes. Einer Lawine gleich rollte ein gewaltiges Mass von
Arbeit und Verantwortung auf unseren Verein zu. Zurückblickend dürfen wir mit
grosser Genugtuung feststellen, dass wir diese Lawine zur Zufriedenheit aller
Beteiligten gemeistert haben. Das Fest, das durch den Besuch unserer Gäste aus
Amerika erstmals internationalen Charakter annimmt, findet in weitesten Kreisen
unseres Landes grösste Beachtung. Eine Beteiligung, die den Rahmen aller
bisherigen Feste bei weitem sprengt, gibt uns zusätzliche Probleme auf. Doch
unser OK, in Verbindung mit den Technikern des Verbandes, zeigt sich auch
diesen zusätzlichen Aufgaben gewachsen. Gleich zu Beginn sorgt schönstes Wetter
für die richtige Feststimmung, umrahmt von einer Feststadt, die sich in ihrem
schönsten Kleide präsentiert. Eine begeistert mitgehende, festfreudige
Bevölkerung, eine aufgeschlossene Behörde, die uns jede mögliche Unterstützung
zukommen lässt, sorgen dafür, dass das Fest ein unvergessliches Erlebnis wird.
So sei denn an dieser Stelle allen, die in irgend einer Form zum guten Gelingen
des glanzvollen 15. Eidgenössischen Tambourenfestes das ihre beigetragen haben,
der beste Dank ausgesprochen.
Gleichsam im Schatten dieses Grossereignisses
wickelt sich die weitere Vereinstätigkeit ab, weshalb die wichtigsten
Begebenheiten nur kurz gestreift seien.
Den Jahresauftakt nach der GV bildet wie immer
die Fasnacht. Unser verkehrspolitisch gewähltes Sujet "Mir Insulaner"
findet beim Publikum guten Anklang. Leider lässt das Wetter wieder einmal sehr
zu wünschen übrig und bringt der Solothurner Fasnacht 1970 einen defizitären
Rechnungsabschluss.
Hoch gehen die Stimmungswogen anlässlich der 60.
Geburtstagsfeier unseres verdienten Präsidenten Hermann Walther.
Die üblichen Begebenheiten wie 1.-Augustfeier,
Schlussinspektion, Lottomatch, Benzenjasset und Jahresschlussfeier schliessen
den Kreis dieses für den Verein so erfolgreich verlaufenen Jahres.
1971
Die Worte, "mitten im Leben sind wir vom
Tode umgeben" bewahrheiten sich gleich zu Beginn dieser Berichtsperiode.
Im Februar wird der TA-Obmann des Zentralschweizerischen Tambourenverbandes,
Willy Felchlin, zu Grabe getragen. An den Folgen eines tragischen
Arbeitsunfalls stirbt unser hoffnungsvoller Jungtambour René Strausak im
blühenden Alter von 19 Jahren. Ehre ihrem Andenken.
Die Fasnacht kann wieder einmal bei schönstem
Wetter abgehalten werden. Wie immer mit selbst angefertigten Masken und
Kostümen beteiligen wir uns mit dem Sujet "Truppenornig 1971" und
haben guten Erfolg.
Dem Fasnachtsbummel, der Vereinsmeisterschaft
und der Teilnahme an der 50-Jahr-Feier des Tambourenvereins Rothrist, folgt der
Besuch des westschweizerischen Tambourenfestes in Delémont. Unter der Leitung
unseres jungen Leiters Hans Balmer, erringen wir den 2. Rang.
Erstmals findet in Rothrist unter dem Patronat
des Zentralschweizerischen Tambourenverbandes ein Jungtambourenwettkampf statt.
Eine Gruppe von 8 Jungtambouren unseres Vereins erkämpft sich den schönen 8.
Rang.
Die Beteiligung an der 1.-Augustfeier ist wie
immer Ehrensache. Eine Bergtour auf das Niederhorn dient der Pflege der
Kameradschaft.
Einer Einladung des Musikcorps "Blau Weiss
Köin" folgend, verreisen wir vom 24.-27. September per Autocar nach Köln.
Mit einer eigens für diesen Anlass zusammengestellten Trommelschau, ernten wir
bei Jedem Auftritt riesigen Erfolg. Die Freundiichkeit unserer Gastgeber,
gepaart mit den vielen schönen Eindrücken, lassen diese Reise zu einem
eindrücklichen Erlebnis werden.
Mit dem Lottomatch, der Schlussinspektion durch
Adj Uof Alex Haefeli und der Jahresschlussfeier wird das Jahr abgeschlossen.
1972
Ein Jahr, das eine rege Vereinstätigkeit
aufzuweisen hat. Die Fasnacht bildet wiederum den Auftakt zum Vereinsjahr. Mit
unserem gewählten Sujet "Durbridge Färnseh-Fimmel" tragen wir wieder
viel bei zum Gelingen der Solothurner Fasnacht.
Nach dem Fasnachtsbummel und der
Vereinsmeisterschaft steht bereits das Ostschweizerische Tambourenfest vor der
Tür. Etwas unglücklich kämpfend, müssen wir uns mit dem 2. Rang begnügen.
Die Durchführung eines Waldhausfestes in Lohn,
trägt wieder viel zur Pflege unserer Kameradschaft und zur Kontaktnahme unter
den Angebörigen bei. Die Teilnahme an der Bundesfeier ist für uns wie jedes
Jahr Ehrensache.
Am 2. /3. September weiht der
Zentralschweizerische Tambourenverband seine erste Verbandsfahne in Biberist.
Am Jungtambouren-Gruppenwettkampf in Grenchen
erringen unsere Jungen den ausgezeichneten 6. Rang.
Die Schlussinspektion, der Lottomatch und die
Jahresschlussfeier beschliessen dieses Jahr.
Im Berichtsjahr haben wir noch den schmerzlichen
Verlust eines uns wohlgesinnten Mannes zu beklagen. Am 1. Dezember begleiten
wir unser Ehrenmitglied, alt Stadtammann und Ständerat Dr. Paul Haefelin auf
seinem Ietzten Gang. Der Verstorbene hat sich nicht nur um unseren Verein,
sondern um das Trommelwesen allgemein sehr verdient gemacht. Denn seiner
Intervention im eidgenössischen Parlament ist es zu verdanken, dass anlässlich
der Neuregelung der Truppenordnung 1951, die Militärtambouren nicht endgültig
abgeschafft wurden. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten.
1973: Jubiläumsjahr
Nun treten wir ein ins Jubeljahr. Gemeinsam
wollen wir dieses Fest begehen, zu Ehren der wagemutigen Männer, die fast auf
den Tag genau vor 50 Jahren diesen heute so stolzen Verein aus der Taufe hoben.
Wir dürfen uns glücklich schätzen, heute noch fünf Gründer, die zu unseren
treuesten Anhängern zählen, unter uns zu wissen. Stellvertretend für die
bereits von dieser Welt abberufenen Mitgründer wollen wir diesen fünf Männern
danken. Danken für die Saat, die sie gesät haben und die so prächtig
aufgegangen ist.
Geeint und stark, in zahlenmässiger wie
qualitativer Hinsicht, steht der Verein an der Schwelle zu seinem zweiten
halben Jahrhundert. Ich wünsche dem Tambourenverein Solothurn in alle Zukunft
nur das Beste und rufe ihm zum "Glück auf für die nächsten 50 Jahre"
(Der Tambourenverein Solothurn im
Jubilaumsjahr 1973)
