1949
Den Start in die zweiten 25 Jahre Tambourenverein verkörpert die Generalversammlung vom Sonntag, 23. Januar, im Vereinslokal Restaurant zum Baseltor. Dass man bestrebt ist, ein empfindliches Manko in der Vereinskasse aufzufangen, beweist die Tatsache, dass die Durchführung folgender Anlässe beschlossen wird:
Maimarkt-Ball im Saal des Restaurant Rosengarten, Preiskegeln, Lottomatch und Abendunterhaltung mit Theateraufführung.
Ein erster Versuch, die Monatsbeiträge von Fr. -.50 auf Fr. 1.- zu erhöhen, scheitert an der erforderlichen Mehrheit.
Der Präsident lehnt einen Antrag aus der Vereinsmitte entrüstet ab, der darauf abzielt, ihm Fr. 300.–Gratifikation auszuzahlen.
Als gutes Omen sei festgehalten, dass seitens des Vorstandes keine Demissionen vorliegen.
Bereits wird erstmals von der Durchführung einer Auslandreise gesprochen. Die Teilnehmer an der 1. Augustfeier wird als Ehrensache angenommen, ebenso die Durchführung der Inspektion durch Adj Uof Alfred Flach.
Die wichtigsten vereinsinternen Anlässe dieses Jahres sind:
Teilnahme am Fasnachtsumzug, mit dem Sujet "Paragraphenreiter" was uns wiederum den erwarteten Erfolg einträgt.
Das 6. Zentralschweizerische Tambourenfest in Münsingen bringt uns den zielstrebig anvisierten Erfolg, dürfen wir doch zum sechsten Mal den Siegeslorbeer an unsere Fahne heften.
Ein grosser vaterländischer Anlass ist die "450 Jahrfeier der Schlacht von Dornach" an welcher der Verein freudig mitwirkt.
1950
Dieses Jahr steht ganz im Zeichen des 10. Eidgenössischen Tambourenfestes in Bern, dem hier einige Betrachtungen gewidmet seien. Nach einer beispiellosen Siegesserie lernt unser Verein erstmals wieder die Niederlage kennen, belegen wir doch den für uns enttäuschenden 4. Schlussrang. Doch die Zukunft zeigt, dass der Tambourenverein Solothurn gestärkt aus dieser Prüfung hervorgeht und daraus die richtigen Lehren zieht. Jedenfalls haben wir in Bern bewiesen, dass wir nicht nur glückliche Sieger, sondern auch anständige Verlierer sein können.
Das Jahr 1950 ist mit Anlässen reich befrachtet, was folgende Aufstellung zeigt:
Fasnachtsumzug mit dem Sujet "ln Uno veritas"
Maskenball im Restaurant zum Rosengarten zur Aufpolierung der Finanzen.
Frühlingsfest im Restaurant Schwanen mit dem gleichen Ziel.
Begleitung der Stadtschützen ans Murtenschiessen.
Dieser Anlass bringt den Stadtschützen den Gewinn des begehrten Murtenfähnleins, was abschliessend noch zu grossen Feierlichkeiten Anlass gibt. Dass der jetzt verstorbene, unvergessliche Stadtpfarrer A. C. Michel daran teilnimmt, sei zur Erinnerung an diesen senkrechten Solothurner speziell erwähnt.
Teilnahme an der Fahnenweihe des Pontoniervereins.
Teilnahme an der Uniformeneinweihung der Knabenmusik Solothurn.
Herbstfest in der "Canva Schnepfe", wiederum zur Stützung der Kasse
Theateraufführung in Luterbach.
Hier sei an unsere jahrzehntelange Tradition der Theateraufführungen von anerkannt hohem Niveau, mit vereinseigener Theatergruppe erinnert. Die Theatergruppe des Tambourenvereins, die in den 40er und 50 Jahren durch ihr gekonntes Spiel zu großer Berühmtheit gelangte. Ein erwähnenswerter Abschnitt Vereinsgeschichte.
Abendunterhaltung in der "Canva Schnepfe".
Einweihung des Vorstadtschulhauses.
Preiskegeln im Restaurant Wengistein.
Lottomatch im Restaurant Baseltor.
Es ist bezeichnend, wie viele Anlässe immer wieder durchgeführt werden, um die Finanzen des Vereins im Gleichgewicht zu halten. Anlässlich der GV 1950 werden Stadtammann Dr. Paul Haefelin und Dr. Robert Glutz zu Ehrenmitgliedern ernannt. Beide haben sich um den Tambourenverein sehr verdient gemacht, Dr. Robert Glutz in seiner Funktion als Präsident der befreundeten Stadtmusik und Dr. Paul Haefelin, sollte später als Ständerat in unserem Kampf um den Erhalt der Militärtambouren in der Armee, noch eine entscheidende Rolle spielen. Für diesen Einsatz sei ihm hiermit bestens gedankt.
1951
Etwas ruhiger verläuft dieses festlose Jahr. Die Stadtmusik Solothurn, mit der uns besondere Bande der Freundschaft verbinden, wird an der GV 1951 zum Ehrenmitglied ernannt. Von den Anlässen seien die wichtigsten kurz gestreift, wobei erwähnt sei, dass wiederum einige der Stützung unserer Finanzen dienen müssen.
Die Fasnacht 1951, mit dem Sujet "weichi Bunker" bringt den gewohnten Erfolg.
Eine Gruppe von Kameraden beteiligt sich im Einzelwettkampf am Westschweizerischen Tambourenfest in Brig.
Der Tambourengruppe der Stadtmusik, die sich ja bekanntlich aus Vereinsmitgliedern rekrutiert, ist es vergönnt, an der unvergesslichen Londonreise teilzunehmen. Grossartig ist der Erfolg, den sie mit ihren gekonnten Vorträgen anlässlich der Konzerte einheimsen darf.
Die Abendunterhaltung, unter Mitwirkung unserer bewährten Theatergruppe bringt den gewohnt grossen Publikumserfolg.
Beschlossen wird die Vereinstätigkeit mit der alljährlich abgehaltenen Schlussinspektion durch Adj Uof Alfred Flach.
Leider haben wir in diesem Jahr den Tod unseres lieben Karl Reutegger zu beklagen. Der Verstorbene bekleidete 20 Jahre das Amt des Aktuars und war zeitlebens ein begeisterter Verfechter unseres Ideals.
1952
Das Jahr des 7. Zentralschweizerischen Tambourenfestes. Erstmals in der Vereinsgeschichte wird uns die Organisation eines Verbandsfestes anvertraut. Diesem Anlass, getragen von einer festfreudigen Bevölkerung, organisiert von einem erstklassigen OK mit Ehrenmitglied Dr. Robert Glutz an der Spitze, ist ein voller Erfolg beschieden. Dieses Fest, das den damaligen Rahmen eines Unterverbandsfestes bei weitem sprengt, bringt uns allen eine enorme Beanspruchung. Doch der moralische und finanzielle Erfolg hat uns reichlich entschädigt.
Unser Fasnachtssujet segelt diesmal unter dem Motto "Ochsner-Küderchübu" und geisselt die damals etwas in Unordnung geratene Kehrichtabfuhr.
Am 23. März organisiert der Verein die Veteranentagung des Schweizerischen Tambourenverbandes.
Ein Frühlingsfest, durchgeführt im Saale des Rosengarten, bezweckt wiederum die Auffrischung unserer Finanzen.
Mit zwei Gruppen reist der Verein mit dem UOV Solothurn an die SUT nach Biel. Dass unsere UOV-Kameraden den 1. Rang erkämpfen, freut uns natürlich ganz besonders.
Anlässlich des Kantonal-Schützenfestes sind wir wiederum dabei und helfen die 1.-Augustfeier in der Festhalle in Zuchwil verschönern.
Endlich, vom 14.-17. August ist unsere erste Auslandreise fällig, die uns ins schöne Land Tirol führt. Jeder möge dabei seine Erinnerung selbst auffrischen.
Mit der Inspektion durch Adj Uof Alfred Flach, dem Preiskegeln und einer Jahresschlussfeier im Kreise der Angehörigen geht dieses Jahr zu Ende.
1953
Rubig zieht dieses Jahr herauf, denn zum Zeitpunkt der GV kann noch niemand ahnen, dass wir bald eine Einladung zu einem internationalen Tambourenfest in Holland erhalten werden.
An der Fasnacht, die laut Chronist unter einer beissenden Bise leidet, präsentieren wir uns mit dem Sujet "Fründschaftswuche Züri-Basel". Die durchgeführte Prämierung bringt uns den 1. Preis ein. Wenig erfreut ist der Kassier, resultiert doch aus der Fasnachtsabrechnung infolge der grossen Kälte und des damit ausbleibenden Publikums, ein grosses Defizit.
17.-22. Juli, Teilnahme am grossen internationalen Trommlerfestival in Enschede, Holland. Dieses Fest bringt dem Tambourenverein Solothurn einen grossen und erstmals internationalen Erfolg. Vor einer vieltausendköpfigen Zuschauermenge erkämpfen wir uns mit der höchsten Punktzahl den 1. Rang. In den Zeitungen machen die Solothurner Schlagzeilen und bald sind wir die bevorzugten Gäste der freundlichen Holländer. Auf der Schweizergesandtschaft in Den Haag wird unser Erfolg nochmals ausgiebig gefeiert. Herr Minister Secretan lobt unser korrektes, sauberes Auftreten, womit wir für unsere Heimat beste Propaganda gemacht haben. Voll unvergesslicher Eindrücke treten wir am 22. Juli die Heimreise an, in der Hoffnung, das gastfreundliche Holland wieder einmal besuchen zu können.
Nebst den üblichen Anlässen zur Stützung unserer Finanzen seien noch erwähnt:
Reise einer Gruppe mit der Stadtmusik nach Weil der Stadt, bei Stuttgart.
Teilnahme an den Fahnenweihen der befreundeten Vereine Biberist und Bözingen.
Inspektion durch Adj Uof Alfred Flach.
Jahresschlussfeier mit den Angebörigen im Vereinslokal Restaurant Baseltor.
Im Berichtsjahr werden zwei treue Freunde des Vereins, Josef Arnold, Bauunternehmer, und Max Schneider, Souchef am Hauptbahnhof, mit der Ehrenmitgliedschaft geehrt.
1954
Wieder ein Jahr, das ganz im Zeichen eines Eidgenössischen Tambourenfestes steht. Dieses 11. Eidgenössische bringt uns wiederum nicht den erhofften und angestrebten Erfolg, müssen wir uns doch erneut mit dem 4. Rang begnügen. Die Abstände an der Spitze fallen allerdings sehr gering aus, was für uns einigen Trost bedeutet. Dass der Tambourenverein Solothurn aus dieser vermeidbaren Niederlage die richtigen Schlüsse zieht, beweist die Zukunft.
An der GV wird der grosse Freund unseres Vereins, Arnold Banz, mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet.
Die Fasnacht, mit unserem Sujet die Walliser-Tomatenmisere geisselnd, bringt erneut ein allgemeines Defizit infolge nasskalter Witterung.
Mit der Inspektion und der Jahresschlussfeier findet ein sonst ruhiges Jahr mit den üblichen Anlässen seinen Abschluss.
Erwähnung verdient noch unser erster Versuch mit der Gründung einer Pfeifergruppe. Diese Bemühungen schlagen in der Folge aber stets fehl, obwohl wir beträchtliche Mittel in diesen unseren Wunschtraum investieren.
1955
Die Generalversammlung vom 6. Februar steht ganz im Zeichen des Wechsels in der technischen Leitung des Vereins. Unser bewährter Instruktor Hermann Walther, unter dessen Leitung der Tambourenverein so viele grossartige Erfolge zu verzeichnen hat, will die Leitung einer jüngeren Kraft anvertrauen. Als sein Nachfolger wird einstimmig Kamerad Max Klay, der alle erforderlichen Qualitäten besitzt, gewählt. Mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft wird der seit Jahren stille, aber grosse Schaffer Ernst Kunz geehrt. In Anerkennung der geleisteten Dienste wird Hermann Walther zum Ehreninstruktor erkoren.
Spezielle Erwähnung verdient die im Berichtsjahr von den Mitgliedern geforderte Initiative zu einer Neuuniformierung.
Die diesjährige Fasnacht passt sich ganz unserem Sujet "Rägesummer" an. Wie der Präsident in seinem Jahresbericht ironisch feststellt, füllt sich die Kasse statt mit "Klotz" nur mit "Pflotsch"
Eine Gruppe besucht das Westschweizerische Tambourenfest in Travers und erzielt im Gruppenwettkampf den 1. Rang.
Eine Vereinsreise mit den Angehörigen per Autocar führt uns in den Berner Jura.
Mit der Schlussinspektion, Lottomatch, Abendunterhaltung und Altjahrsfeier wird das Jahr beschlossen.
Erwähnung verdient noch der Umstand, dass unsere Abendunterhaltung in Ermangelung eines Saales in Solothurn, erstmals in der Konzerthalle Langendorf durchgeführt wird. Die Theatergruppe zeigt sich mit dem Lustspiel "Die vertagte Hochzeitsnacht" in grossartiger Form. Der Anlass wird zu einem durchschlagenden Erfolg.
1956
Dieses Jahr steht im Zeichen von zwei wichtigen Anlässen: es sind die
Neueinkleidung des Vereins und die Teilnahme am 8. Zentralschweizerischen Tambourenfest in Roggwil.
Die Neueinkleidung wird innert kürzester Zeit unter der Leitung eines speziellen Komitees und einer öffentlichen Sammlung bewerkstelligt. Der selbstlose Einsatz der Ehrenmitglieder Arnold Banz und Josef Arnold verdient hier ganz besondere Erwähnung. Industrie, Gewerbe und die auf geschlossene Bevölkerung unserer Stadt verdienen für ihre Gebefreudig unseren besonderen Dank.
Wie ein Blitz aus heiterem Himmel trifft uns kurz vor dem Zentralschweizerischen Fest die Kunde vom plötzlichen Domizilwechsel unseres Instruktors Max Klay. Was liegt näher, als die Leitung so kurzfristig unserem altbewährten Ehreninstruktor Hermann Walther erneut zu übergeben? Dass er dieses Amt nochmals provisorisch übernimmt, zeugt von seinem selbstlosen Einsatz für den Tambourenverein Solothurn. Mit besonderem Ehrgeiz legen sich nun die Mitglieder in die Riemen, und
prompt bleibt der Erfolg nicht aus: mit einer überzeugenden Leistung erkämpfen wir uns gegen grösste Konkurrenz den 1. Rang. Wahrlich, eine schönere Ehrung hätten wir unserem Hermann nicht darbringen können.
Die Fasnacht bestreiten wir erstmals mit unserer jungen Pfeiffergruppe
unter dem Sujet "Chevaliade" und kommen beim Publikum gut an. Leider verdient sich Petrus wiederum keine gute Note. Das Faszit: Kalt-kalt-kalt = leere Kassen. Erstmals beteiligen wir uns auf Einladung hin mit Erfolg an der Murten-Fasnacht.
Der Abendunterhaltung vom 10. März in der Konzerthalle Langendorf ist
wiederum ein grossartiger Erfolg beschieden. Die Theatergruppe weiss
mit dem Lustspiel "Der wahre Jakob" wiederum zu begeistern.
Dank gebührt unserem Freund Dr. Walter Reinert, dem heutigen Bür-
gerammann, für die Stiftung eines Wanderpreises in Form einer Solothurner Zinnkanne. Dieser Wanderpreis ist bestimmt für unsere vereinsinterne Meisterschaft.
Mit den festen Anlässen wie 1.-Augustfeier, 50 Jahre Tambourenverein
Grenchen, Inspektion, Rangtrommeln, Altjahresfeier, nebst einigen unvor-
hergesehenen Veranstaltungen, geht dieses reichbefrachtete Jahr zu Ende.
1957
Die Generalversammlung vom 10. Februar beschliesst einstimmig, im Hinblick auf das Eidgenössische 1958 in Grenchen, das Ostschweizerische
Tambourenfest in Schaffhausen zu besuchen. Dieses Fest endet denn auch
für uns wiederum mit einem durchschlagenden Erfolg. Mit der höchsten Fest-
punktzahl und mit grossem Abstand heften wir den Siegeslorbeer an unsere Fahne. Im Kampfrichterbericht wird unsere überzeugende Leistung speziell und gebührend erwähnt. Die Leitung der Sektion liegt wiederum in den Händen des bewährten Hermann Walther.
Zu erwähnen ist noch, dass die Kameraden Josef Studer und Hans Balmer in dieser Reihenfolge die ersten zwei Ränge im Einzelwettkampf belegen.
Infolge der vermehrten Vorarbeiten auf das Eidgenössische hin, wird dieses Jahr auf eine Abendunterhaltung verzichtet. Unserem Gründer und Vereinsfähnrich Leo Schärmeli, wird die verdiente Ehrenrnitgliedschaft verliehen.
Entmutigt vom schlechten Wetter der drei letzten Jahre und aus Angst vor einem erneuten Defizit beschliesst die Vereinigte Fasnachtsgesellschaft, dieses Jahr auf die Durchführung eines offiziellen Umzugs zu verzichten. Doch welche Ironie des Schicksals, den Fasnachtstagen ist schönste Märzensonne beschieden. Dass wir Tambouren aber trotz diesem Beschluss Fasnacht machen, versteht sich von selbst. Wiederum werden wir an die Murten-Fasnacht eingeladen und beteiligen uns daselbst mit Erfolg.
Die weiteren Anlässe dieses Jahres sind noch: Ständchen beim Gründer Adolf Aberegg, Engagement beim Feldwaffenverein Solothurn, Besuch des OberwalIiser Festes durch einige Einzelwettkämpfer, Schlussinspektion, Rangtrommeln und Jahresschlussfeier.
1958
Dieses Jahr darf ohne Uebertreibung als ein weiterer Meilenstein in der Vereinsgeschichte angesprochen werden. Haben wir uns doch vorgenommen, am 12. Eidgenössischen Tambourenfest in Grenchen, also auf heimatlichem Boden, ein Maximum an Leistung aufzubringen. In zielbewusster Arbeit, mit zusätzlichen und Spezialproben wollen wir es diesmal nicht auf Zufälle ankommen lassen. Begleitet von unseren treuen Ehrenmitgliedern, Gründern und einem grossen Harst uns gutgesinnter Freunde treten wir denn im benachbarten Grenchen zurn Wettkampf an. Mit der sehr schwierigen Komposition "Der Düsefäger" sowie den sauber und gekonnt vorgetragenen obligatorischen Disziplinen gelingt uns, endlich nach 12jährigem Unterbruch der angestrebte Durchbruch auf eidgenössischer Ebene. Als zahlenmässig grösste Sektion wird zudem unsere Leistung von Kennern und Kritikern neidios als beste Leistung des Festes taxiert. Die Sektion steht wie so oft unter der bewährten Leitung von Hermann Walther, der ja das Amt des Instruktors wieder rechtmässig bekleidet.
Im Schatten des Eidgenössischen wickeln sich die übrigen Anlässe des Jahres ab:
Die Fasnacht sieht uns diesmal mit dem Sujet "Medikaster-Krankenkässeli" womit wir den damaligen Zwist zwischen der Aerzteschaft und den Krankenkassen ausspielen.
Weitere Anlässe sind: Landhauseinweihung, Beteiligung einer Gruppe am Eidg. Jodlerfest in Olten; mit ihrem Finalplatz am Grümpelturnier in Derendingen beweisen einige Kameraden, dass sie nebst dem Trommeln auch "Tschutten" können; 1.-Augustfeier; diverse Empfänge von Stadtvereinen am Bahnhof; Bergtour mit den Angehörigen; Schlussinspektion; Rangtrommeln und Jahresschlussfeier.
Wiederum lichtet sich die Reihe unserer Gründer, haben wir doch den Tod von Paul Lachat zu beklagen.
1959
Wie als Belohnung nach getaner, strenger Arbeit zieht für uns ein eher ruhiges Jahr herauf. Als markantestes Ereignis des Jahres darf wohl der Wechsel in der technischen Leitung des Vereins bezeichnet werden. Mit Ueberlegung hat Ehreninstruktor Hermann Walther diesen ruhigen Zeitpunkt gewählt, um seinem Nachfolger Gelegenheit zu geben, sich allmählich einzuarbeiten. Als bisheriger Vize-lnstruktor muss ich dann dieses verantwortungsvolle Amt übernehmen, das ich nach bestem Wissen und Gewissen bis zu meinem Rücktritt 1965 versehe. Auch mir ist es vergönnt, während dieser Zeit mit dem Verein nur Erfolge zu verbuchen, was nur deshalb möglich ist, weil alle Kameraden zu mir stehen und mich voll anerkennen. Dafür danke ich dem Tambourenverein Solothurn noch heute.
In Würdigung seiner grossen Verdienste um die jeweiligen Fasnachtsvorbereitungen wird unser bewährter Tambourmajor Willy Kohler von der GV zum Ehrenmitglied ernannt.
Mit dem Fasnachtssujet "Mach liesli, d'Stadt schloft", glossieren wir mit Erfolg die damalige Lärmbekämpfungsaktion unserer Stadtväter.
Erstmals führe ich den Verein ans Westschweizerische Tambourenfest in Sierre, wo wir wiederum den 1. Rang erkämpfen.
Die Schlussinspektion und die Jahresschlussfeier schliessen den Reigen der Anlässe im Berichtsjahr.
1960
Und wieder befinden wir uns in einem Festjahr, hat doch die Generalversammlung vom 7. Februar über den Besuch des 8. Zentralschweizerischen Tambourenfestes in Lenzburg zu befinden. Selbstredend wird diesem Traktandum einstimmig zugestimmt.
Erwähnung verdient der Beschluss der GV, ab sofort unseren Gründern das Stimmrecht in Vereinsangelegenheiten zu verleihen.
Ein weiterer Gründer, Werner Wicki, wird in die Gilde der Ehrenmitglieder aufgenommen.
Die Solothurner Fasnacht, die bereits kurz nach unserer GV stattfindet, wirft diesmal besonders hohe Wellen. Mit unserem Sujet "Nikitas Mondfahrt" wissen wir wiederum zu gefallen.
Kaum ist die Fasnacht verrauscht, geht es mit voller Kraft an die Probenarbeit für das bevorstehende 8. Zentralschweizerische Tambourenfest in Lenzburg. Dieses Fest bringt uns wiederum einen durchschlagenden Erfolg, belegen wir doch im Sektionswettkampf sehr überzeugend den 1. Rang. Aber auch im Einzelwettkampf stellen wir mit Kamerad Josef Studer den Sieger, welchem sich vier weitere Kranzgewinner anschliessen. Dass auch der Jungtambourenwettkampf von unserem Zögling Franz Lang gewonnen wird, rundet die überzeugende Leistung der Sektion Solothurn aufs Schönste ab.
Mit etlichen Ständchen zu Ehren von Geburtstagsjubilaren, der Schlussinspektion durch Adj Uof Alfred Flach, dem Rangtrornmeln und der Jahresschlussfeier im Vereinslokal Rest. Baseltor, findet dieses erfolgreiche Vereinsjahr seinen Abschluss.
1961
Ein ruhiges, festloses Jahr, das wie der Präsident in seinem Jahresbericht betont, in der Chronik des Vereins keine grosse Geschichte machen wird. So erinnern wir uns kurz der wichtigsten Anlässe:
Die Fasnacht ist wieder einmal nicht vom Wettergiück begünstigt, was unserem närrischen Treiben aber keinen Abbruch tut. Mit dem Sujet "Teenagers" beschäftigen wir uns mit dem aufkommenden Halbstarkenproblem.
Am 12. März beherbergen wir die Delegierten des Schweizerischen Tambourenverbandes, denen wir im Landhaussaal ein vielbeachtetes Programm bieten. Stadtammann Robert Kurt und Ständerat Dr. Paul Haefelin beehren die Veteranen mit ihrem Besuch.
Ein Vereinsausflug per Autocar, mit Kind und Kegel, führt uns in die Freiberge.
Die diesjährige Schlussinspektion wird zum letzten Mal durch Adj Uof Aifred Flach abgenommen. Nach 20jähriger, erfolgreicher Tätigkeit als Tambourinstruktor der Armee tritt Alfred Flach zurück, um einer jüngeren Kraft Platz zu machen. Ungern sieht rnan diesen vorzüglichen Pädagogen scheiden, der jedem Militärtambour, der das Glück hatte, durch seine Schule zu gehen, für das ganze Leben viel mitgab. Alfred Flach tritt als Instruktor zurück, als Freund wird er uns erhalten bleiben. Heute dürfen wir erfreut feststellen, dass Alfred Flach einen würdigen Nachfolger nachgezogen hat, der sein Werk im gleichen Sinn und Geiste, getragen vom gleichen Idealismus, fortsetzt.
Die Vereinsmeisterschaft, der Lottomatch und die Jahresschlussfeier beschliessen wie üblich dieses ruhig verlaufene Jahr.
Ein spezieller Dank gebührt noch der befreundeten Stadtmusik Solothurn, die dem Verein zu Handen der Stadtmusik-Tambourengruppe fünf neue Baslertrommeln schenkt.
1962
Mit der Generalversammlung vom 28. Januar beginnt ein weiteres Vereinsjahr, das ganz im Zeichen des bevorstehenden 13. Eidgenös-sischen Tambourenfestes in Olten steht.
Doch sehen wir in chronologischer Reihenfolge, was uns dieses Jahr beschert:
Die GV beschliesst spontan und einstimmig die Teilnahme am Eidgenössischen in Olten.
Den Gründern Adolf Aberegg und Walter Rauber wird die verdiente Ehrenmitgliedschaft verliehen.
Kamerad Arthur Walther wird für seine 20jährige Tätigkeit als Vereinskassier geehrt.
Die Fasnacht beginnt wieder einmal mehr mit einem verregneten Sonntag, beschert uns aber dafür am Dienstag ein Prachtswetter. Mit unserem Sujet "Buremarsch uf Bärn" wagen wir uns auf das glatte eidgenössische Parkett und ernten viel Anerkennung.
Kaum sind die letzten Töne des Brämenlieds verklungen, setzt eine intensive Probenarbeit auf das 13. Eidgenössische Tambourenfest in Olten ein. Wir haben uns wieder ein hohes Ziel gesteckt und sind bestrebt, den in Grenchen errungenen Titel zu verteidigen. Der Beginn des Festes leidet unter extremen Witterungsbedingungen, fällt doch zeitweise sogar Schnee und dies am Freitag, 1. Juni. Wiederum unterstützt uns ein grosser Harst von Freunden aus der St. Ursen-Stadt, wie wir am Sonntagmorgen zum Wettkampf antreten. Mit einer einwandfreien Leistung und ohne Versager entledigen wir uns der gestellten Aufgabe und können den 1. Rang von Grenchen erfolgreich verteidigen. Wahrlich eine stolze Bilanz, ist dies doch bereits der vierte Sieg an einem Eidgenössischen in der nun bald 40jährigen Vereinsgeschichte. Gross ist die Freude und entsprechend wird dieser Erfolg gefeiert.
Ebenso erfolgreich fällt der Einzelwettkampf aus, stellt Solothurn erstmals wieder seit Hermann Walther im Jahre 1937, in der Person von Josef Studer den Einzelsieger. Kamerad Hans Balmer kann es nicht lassen und doppelt mit dem 2. Rang gleich nach. Aber auch die Veteranen und Jungtambouren stellen mit guten Rängen ihren Mann. Allen, die zu diesem grossartigen Erfolg beigetragen haben, gebührt Dank und Anerkennung.
Die Schlussinspektion wird erstmals durch Fw Alex Haefeli, dem Nachfolger von Adj Alfred Flach, abgenommen. Die Erwartungen, die man in diesen jungen Tambourlnstruktor setzt, haben sich bis zum heutigen Tag in schönster Weise erfüllt.
Der Tambourengruppe der Stadtmusik Solothurn ist es zum zweiten Mal vergönnt, die Reise nach London mitzuerleben. Wiederum wissen unsere Tambouren mit ihren Vorträgen anlässlich der Konzerte zu begeistern.
Die üblichen Anlässe wie 1.-Augustfeier. 75 Jahrfeier Tambourenverein Biel, Vereinsmeisterschaft und Altjahrfeier runden das erfolgreiche Vereinsjahr ab.
1963
Mit diesem Jahr steht der Tambourenverein Solothurn an der Schwelle seines 40jährigen Bestehens. Dass uns dieses Jahr nicht nur eitel Freude beschert, zeigt die Tatsache, dass Schnitter Tod die Reihen unserer Gründer um zwei weitere treue Freunde lichtet. Es sind dies Leo Schärmeli, unser langjährigen Fähnrich, sowie Emil Ryffeli, der in den letzten Jahren in Basel lebte.
Am 22. April stirbt in Basel an den Folgen eines tragischen Verkehrsunfalls der in Trommlerkreisen weltbekannte Dr. Fritz Berger. Als Historiker, Trommellehrer und Komponist hat er uns unvergängliche Werke hinterlassen. Mit Dr. Fritz Berger verliert der Tambourenverein Solothurn einen aufrichtigen Freund und Förderer unserer Kunst.
Die wichtigsten Begebenheiten dieses Jahres seien hier wiedergegeben:
Der Fasnacht ist wieder einmal schönstes Wetter beschieden. Mit unserem Sujet "Fidele aus Kuba" wagen wir uns für einmal an die internationale Politik. Unser Verein präsentiert sich wie gewohnt farben prächtig und ideenreich und trägt entscheidend zur Belebung des Umzuges bei.
Als Gäste beteiligen wir uns am Westschweizerischen Tambourenfest in Fribourg und erringen mühelos den 1. Rang, ebenso Josef Studer im Einzelwettkampf.
Als Gäste, jedoch nur im Einzelwettkampf, beteiligen wir uns im Herbst noch am Oberwalliserfest in Brig.
Weitere Anlässe sind ein Geburtstagsständchen bei Ehrenmitglied Josef Arnold, Empfänge von Städtischen Vereinen am Bahnhof, Schlussinspektion durch Fw Alex Haefeli, Lottomatch und abschliessende 40-Jahr-Feier im Kreise der Angehörigen im Vereinslokal Restaurant Baseltor.
1964
Das Expo-Jahr zieht herauf und mit ihm das 13 Zentralschweizerische Tambourenfest in Erlinsbach. Reichbefrachtet wie noch selten präsentiert sich der Terminkalender des Vereins für das bevorstehende Jahr. Doch wie eine Belohnung winkt uns eine Reise nach Holland, auf Einladung des "Trumbandcorps Deventer". Doch zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen. Es würde den Rahmen des Ueblichen sprengen, wollte ich alle Anlässe hier aufführen, weshalb wir nur das Wesentliche festhalten wollen
Die Fasnacht gestalten wir diesmal zu Ehren unseres 40jährigen Bestehens in eigener Sache. Mit einem herrlichen Tambourmajor als Frau Fasnacht an der Spitze, gefolgt von einem stattlichen Harst farbenprächtiger Waggis beleben wir die Strassen unserer närrischen Stadt. Im gleichen Aufzug beteiligen wir uns eine Woche später an der Murten-Fasnacht.
Die Chefs der Kantonalen Motorfahrzeugkontrollen der Schweiz überraschen wir anlässlich ihrer Tagung in Solothurn mit einigen Vorträgen.
Gleichsam als Hauptprobe vor dem Tambourenfest wickelt sich im Hobergwald die Vereinsmeisterschaft ab.
Mit zwanzig Mann, also wiederum der weitaus grössten Sektion, beteiligten wir uns am 13. Zentralschweizerischen Tambourenfest in Erlinsbach. Wiederum erringen wir mit einer sauberen Leistung den 1. Rang. Dies zum dreizehnten Mal an einem Unterverbandsfest!
Aber auch im Einzelwettkampf stellt sich für uns ein in der Geschichte des Vereins einzigartiger Erfolg ein. Werden doch gleich die ersten drei Ränge von Mitgliedern unseres Vereins belegt.
Einer Einladung des "Trumbandcorps Deventer" folgend, fahren wir am 26. Juni nach Holland. Nach einem erfolgreich verlaufenen Wettkampf der gegen nicht allzugrosse Konkurrenz ausgefochten wird, werden uns schöne Tage holländischer Gastfreundschaft zuteil. Nach einem Abstecher nach Amsterdam, folgen wir einer Einladung auf die Schweizer Gesandtschaft in Den Haag, wo wir Gäste von Herrn Minister Merminod sind. Bereichert mit unvergesslichen Eindrücken, kehren wir am 1. Juli wohlbehalten in unser heimeliges Solothurn zurück.
Mit einer Gruppe beteiligt sich der Verein am Umzug des offiziellen Solothurnertages anlässlich der Expo in Lausanne.
Die 1.-Augustfeier, etliche Geburtstagsständchen, 2 Grenzbesetzungsfeiern, Schlussinspektion, ein Benzenjasset und die Jahresschlussfeier beschliessen dieses mit Anlässen reich befrachtete Jahr.
1965
Dieses Jahr wird als eher ruhiger Abschnitt in die Annalen des Tambourenvereins eingehen, obwohl wir als Gastsektion des Unterverbandes die Ostschweizer Kameraden besuchen. Wiederum lichten sich die Reihen unserer Gründer. Nach langer, schwerer Krankheit verstirbt unser Hans Jäggi, langjähriges Vorstandsmitglied, Präsident, Fähnrich und Ehrenmitglied. Ebenso verlassen uns mit alt Bundesrat Walter Stampfli und Redaktor Emil Wiedmer zwei prominente Solothurner und Passivmitglieder unseres Vereins.
Mit dem Fasnachtssujet "Hundert Johr Türm" machen wir wieder einmal in eigener Sache, um unsere Entwerfer der Fasnachtsplaquetten daran zu erinnern, dass es ausser Türmen wohl noch andere Sujets geben würde. Unser Fingerzeig schlägt wohl ein, ob er aber etwas fruchten wird, muss die Zukunft zeigen.
Obwohl unser Sieg am Ostschweizerischen Tambourenfest in der Gästekategorie nie in Frage steht, zeigt es sich, dass neue, bisher unbekannte Rivalen auftauchen, die den Gang ans nächste Eidgenössische nicht leichter machen dürften. Im Einzelwettkampf klassiert sich Hans Balmer ebenfalls im 1. Rang.
Der Vollständigkeitbalber seien noch einige Anlässe des Jahres genannt: Einige Ständchen, Murten-Fasnacht, Vereinsmeisterschaft, Fahnenweihe der Sektion Bubendorf, Schlussinspektion durch Fw Alex Haefeli, Lottomatch erstmals zusammen mit den befreundeten Vereinen UOV und Stadtturnverein, Benzenjasset und Jahresschlussfeier mit den Angehörigen.
1966
Das Geschehen dieses Jahres wird beherrscht vom Eidgenössischen Tambourenfest in Emmen, dessen Besuch an der GV selbstverständlich einstimmig beschlossen wird.
(Photo Eidgenossisches Tambourenfest 1966 in Emmen: Der Verein bei der Marschkonkurrenz)
Doch beginnen wir das Jahr wie gewohnt mit einem unserer Stammanlässe, der schönen Solothurner Fasnacht. Wieder einmal hat Petrus mit den Narren ein Einsehen und schenkt uns trockenes und schönes Wetter. Laut Fernsehreporter ist unser Sujet "Atomitis-Ragetitis" einfach wunderschönwunderbar! Das Fazit der diesjährigen Narretei: ein riesiger Publikumserfolg, allenthalben volle Kassen, somit frohe Gesichter.
Bereits vom 19.-21. März folgt der Verein einer Einladung nach St. Etienne, Frankreich, um am dortigen Carnevalsumzug teilzunehmen. Es sind laut Chronist drei schöne Tage, die uns viel Sympathien in diesem Nachbarland einbringen.
Nach Abschluss gewaltiger und gezielter Vorarbeiten verreisen wir vom 3.-5. Juni nach Emmen/Luzern, um wenn möglich unseren Titel zum dritten Mal erfolgreich zu verteidigen. Erstmals mit 24 Mann als weitaus grösste Sektion zum Wettkampf antretend, geben wir zu viel Diskussionsstoff in lobendem, aber oft auch in neidischem Sinne Anlass. Dessen ungeachtet geben wir im Wettkampf unser Bestes, wohlwissend, dass auch andere Sektionen vorzügliche Leistungen bieten. Eine nervenzerreissende Spannung bemächtigt sich zweifellos aller Vereine, die für einen 1. Rang in Frage kommen. Welch erlösender Jubel bricht aus, als der Tambourenverein Solothurn zum dritten aufeinanderfolgenden Mal als eidgenössischer Sieger ausgerufen wird. Zum fünften Mal in unserer Vereinsgeschichte kehren wir als Sieger von einem Eidgenössischen nach Hause, fürwahr eine Leistung, die seinesgleichen sucht. Alle die uns kennen, wissen wohl, dass uns diese Erfolge freuen, aber nie überheblich werden lassen. Der Tambourenverein Solothurn ist immer bestrebt, für sich und seine Vaterstadt Ehre einzulegen. Auch in Zukunft wird es unser Bestreben sein, als starkes und verlässliches Glied in der Kette des Schweizerischen Tambourenverbandes zu wirken.
Aber auch im Einzelwettkampf stellen die Solothurner ihren Mann. Neben Hans Balmer, der mit seinem 2. Rang hauchdünn am Festsieg vorbeigeht, erringen fünf weitere Kameraden den begehrten eidgenössischen Lorbeer.
Ein Familienausflug an die lieblichen Gestade des Oeschinensees gibt uns Gelegenheit, wieder einmal schöne Stunden im Kreise der Tambourenfamilie zu verbringen.
Die üblichen Anlässe wie Schlussinspektion, Lottomatch, Benzenjass und Familienabend beschliessen dieses erfolgreiche Vereinsjahr.
1967
Ungewohnt früh, bereits am 14. Januar leitet die 44. Generalversammlung ein neues Vereinsjahr ein. Dieses Jahr, das uns die wunderschöne Reise nach Nizza beschert, wird leider überschattet durch den Tod uns nahestehender gutgesinnter Freunde. Ein Herzversagen setzt dem Leben unseres Ehrenmitgliedes Dr. Robert Glutz ein jähes Ende. Gross sind die Verdienste, die sich der Verstorbene um unseren Verein erworben hat. Als OK-Präsident des Zentralschweizerischen Tambourenfestes 1952 in Solothurn zeichnete er verantwortlich für eine tadellose Organisation. Mit Dr. Robert Glutz geht ein markanter Solothurner von uns.
In Münsingen verstirbt der anerkannte Trommelbauer und Freund unseres Vereins, Alfred Rothen.
Ende Januar reisen wir in das bereits frühlingshafte Nizza, um uns am dortigen weltberühmten Carnevalsumzug zu beteiligen. Ungewohnt lang ist die Umzugsroute, doch das uns begeistert Beifall spendende Publikum lässt rasch alle Strapazen vergessen. Ein Abstecher nach Monaco\Monte Carlo rundet diese unvergessliche Reise aufs Schönste ab. Erwähnt sei noch dass wir nach der Heimkehr, auf dem Marsch vom Bahnhof ins Vereinslokal, dem im Hotel Krone gastierenden Bundesrat Celio ein beifällig aufgenommenes Ständchen darbringen.
Bereits eine Woche später geht es hinein in die Solothurner Fasnacht. Um allen Eventualitäten vorzubeugen, haben wir das schöne Wetter gleich aus Nizza mitgebracht. In Erinnerung an die herrlichen Tage in Nizza, betiteln wir unser Sujet gleich "Nice grüsst Soleur" und ernten damit viel Erfolg.
Am Westschweizerischen Tambourenfest in Savièse beteiligen wir uns als Gäste mit 24 Mann und erreichten mit Tageshöchstnote den 1. Rang.
Ein nicht offizieller Anlass führt einen grossen Teil des Vereins an den Carnevalsumzug in Neuville-au-Bois, Frankreich. Dass bei dieser Gelegenheit ein Abstecher nach Paris gemacht wird, sei nur am Rande vermerkt.
Im Verlaufe des Jahres wird unser Probelolal, (ehemaliger Luftschutzkeller) in harter Fronarbeit von den Mitgliedern total renoviert. Der Umbau dieses Kellers, der sich heute in seiner ganzen Schönheit präsentiert, bringt uns seitens der verantwortlichen Behörde viel Anerkennung ein.
Mit Ständchen zum 60. Geburtstag unserer Ehrenmitglieder Walter Geiser und Arnold Banz, sowie den immer wiederkehrenden traditionellen Anlässen wird dieses Jahr beschlossen.
1968
Wiederum zieht ein Jahr herauf, das uns im Zeichen des 14. Zentralschweizerischen Tambourenfestes in Stans vermehrte Arbeit bringt.
Doch gedenken wir vorerst zweier Ehrenmitglieder, die uns im Berichtsjahr durch den unerbittlichen Tod entrissen werden. Am 1. Juni begleiten wir unseren grossen Freund und Gönner Josef Arnold, Bauunternehmer, auf seinem letzten Gang. Mit Stadtammann Robert Kurt sinkt ein weiterer Freund unseres Vereins ins Grab.
Mit der Fasnacht, die für uns Mit dem Sujet "Sweilana-Rumme" wieder erfolgreich verläuft, eröffnen wir den Reigen der diesjährigen Anlässe.
Der Hauptakzent des Jahres liegt auf dem 14. Zentralschweizerischen Tambourenfest vom 15., 16. Juni in Stans. Wiederum konkurrieren wir als grösste Sektion mit 25 Mann und es ist uns vergönnt, den 14. Zentralschweizerischen Siegeslorbeer an unsere Fahne zu heften. Unsere zahlenmässig grosse Beteiligung beweist, dass wir der Nachwuchsschulung die grösste Beachtung schenken. Dass es auch um unsere Einzelwettkämpfer zum besten bestellt ist, beweist die Tatsache, dass nicht weniger als acht Kameraden den Einzelkranz in Empfang nehmen dürfen.
Ein grosses Ereignis wirft bereits seine Schatten voraus, wird uns doch anlässlich der schweizerischen Delegiertenversammlung in Emmenbrücke die Organisation des 15. Eidgenössischen Tambourenfestes übertragen.
Das mit Anlässen aller Art reich befrachtete Jahr findet mit der Schlussinspektion von Adj Uof Alex Haefeli, dem Lottomatch, einern Ständchen zu Mamfis 75. Geburtstag und einem Familienabend seinen Abschluss.
1969
Wieder einmal ein Jahr, das ruhig verläuft und keine besonderen Ereignisse aufzuweisen hat. Es steht bereits im Vorfeld des kommenden 15. Eidgenössischen Tambourenfestes in Solothurn und schon ist von der grossen Arbeit, die da auf uns zukommt, etliches zu spüren. Ein qualifiziertes Organisationskomitee hat bereits die ersten Vorarbeiten zu leisten. Werfen wir trotzdem einen kurzen Blick auf die wichtigsten Geschehnisse:
Eine schöne und trockene Fasnacht, die wir mit dem Sujet "der Franke blibt" bestreiten, verläuft in jeder Hinsicht erfolgreich.
Traditionsgemäss besuchen wir als Gastsektion das Ostschweizerische Tambourenfest in Lüchingen, ohne uns speziell auf diesen Anlass vorzubereiten. Einige bewährte Kräfte nehmen daran gar nicht teil. So werden wir von unseren Kameraden aus Biberist knapp auf den 2. Platz verwiesen.
Anlässlich der Delegiertenversammlung des Zentralschweizerischen Tambourenverbandes wird der Zentralvorstand neu bestellt. Er setzt sich nun zusammen aus Josef Eggenschwiler, (Biberist), Präsident; Hans Lischer, (Biberist), Beisitzer; Arthur Walther, (Solothurn), Kassier und Max Mollet, (Solothurn), Sekretär.
Etwas wehmütig stimmt die Tatsache, dass unser Stammlokal, das Restaurant zum Baseltor, dem der Tambourenverein Solothurn seit 47 Jahren die Treue gehalten hat, seinen Besitzer wechselt. Mit uns müssen auch andere, alteingesessene Stadtvereine, auf die Suche nach einem neuen Stammlokal gehen. Es geziehmt sich, wenn wir an dieser Stelle dem seligen «Büchlermutti" sowie der Familie Borrer für das Zuhause, das sie uns fast ein halbes Jahrhundert lang im heimeligen "Törli" boten den besten Dank aussprechen.
Erwähnung verdienen noch die Anlässe wie 1.-Augustfeier, Schlussinspektion sowie die Jahresschlussfeier im Kreise der Angehörigen im Hotel "Metropole"
1970
Im Zeichen des 15. Eidgenössischen Tambourenfestes, das dem Tambourenverein Solothurn zur Organisation übertragen ist, zieht das wohl bedeutungsvollste Jahr unserer Vereinsgeschichte herauf. Ein qualifiziertes Organisationskomitee unter der souveränen Leitung von OK-Präsident Hans Morf, Chef der Kantonalen Motorfahrzeugkontrolle, waltet seit einiger Zeit seines Amtes. Einer Lawine gleich rollte ein gewaltiges Mass von Arbeit und Verantwortung auf unseren Verein zu. Zurückblickend dürfen wir mit grosser Genugtuung feststellen, dass wir diese Lawine zur Zufriedenheit aller Beteiligten gemeistert haben. Das Fest, das durch den Besuch unserer Gäste aus Amerika erstmals internationalen Charakter annimmt, findet in weitesten Kreisen unseres Landes grösste Beachtung. Eine Beteiligung, die den Rahmen aller bisherigen Feste bei weitem sprengt, gibt uns zusätzliche Probleme auf. Doch unser OK, in Verbindung mit den Technikern des Verbandes, zeigt sich auch diesen zusätzlichen Aufgaben gewachsen. Gleich zu Beginn sorgt schönstes Wetter für die richtige Feststimmung, umrahmt von einer Feststadt, die sich in ihrem schönsten Kleide präsentiert. Eine begeistert mitgehende, festfreudige Bevölkerung, eine aufgeschlossene Behörde, die uns jede mögliche Unterstützung zukommen lässt, sorgen dafür, dass das Fest ein unvergessliches Erlebnis wird. So sei denn an dieser Stelle allen, die in irgend einer Form zum guten Gelingen des glanzvollen 15. Eidgenössischen Tambourenfestes das ihre beigetragen haben, der beste Dank ausgesprochen.
Gleichsam im Schatten dieses Grossereignisses wickelt sich die weitere Vereinstätigkeit ab, weshalb die wichtigsten Begebenheiten nur kurz gestreift seien.
Den Jahresauftakt nach der GV bildet wie immer die Fasnacht. Unser verkehrspolitisch gewähltes Sujet "Mir Insulaner" findet beim Publikum guten Anklang. Leider lässt das Wetter wieder einmal sehr zu wünschen übrig und bringt der Solothurner Fasnacht 1970 einen defizitären Rechnungsabschluss.
Hoch gehen die Stimmungswogen anlässlich der 60. Geburtstagsfeier unseres verdienten Präsidenten Hermann Walther.
Die üblichen Begebenheiten wie 1.-Augustfeier, Schlussinspektion, Lottomatch, Benzenjasset und Jahresschlussfeier schliessen den Kreis dieses für den Verein so erfolgreich verlaufenen Jahres.
1971
Die Worte, "mitten im Leben sind wir vom Tode umgeben" bewahrheiten sich gleich zu Beginn dieser Berichtsperiode. Im Februar wird der TA-Obmann des Zentralschweizerischen Tambourenverbandes, Willy Felchlin, zu Grabe getragen. An den Folgen eines tragischen Arbeitsunfalls stirbt unser hoffnungsvoller Jungtambour René Strausak im blühenden Alter von 19 Jahren. Ehre ihrem Andenken.
Die Fasnacht kann wieder einmal bei schönstem Wetter abgehalten werden. Wie immer mit selbst angefertigten Masken und Kostümen beteiligen wir uns mit dem Sujet "Truppenornig 1971" und haben guten Erfolg.
Dem Fasnachtsbummel, der Vereinsmeisterschaft und der Teilnahme an der 50-Jahr-Feier des Tambourenvereins Rothrist, folgt der Besuch des westschweizerischen Tambourenfestes in Delémont. Unter der Leitung unseres jungen Leiters Hans Balmer, erringen wir den 2. Rang.
Erstmals findet in Rothrist unter dem Patronat des Zentralschweizerischen Tambourenverbandes ein Jungtambourenwettkampf statt. Eine Gruppe von 8 Jungtambouren unseres Vereins erkämpft sich den schönen 8. Rang.
Die Beteiligung an der 1.-Augustfeier ist wie immer Ehrensache. Eine Bergtour auf das Niederhorn dient der Pflege der Kameradschaft.
Einer Einladung des Musikcorps "Blau Weiss Köin" folgend, verreisen wir vom 24.-27. September per Autocar nach Köln. Mit einer eigens für diesen Anlass zusammengestellten Trommelschau, ernten wir bei Jedem Auftritt riesigen Erfolg. Die Freundiichkeit unserer Gastgeber, gepaart mit den vielen schönen Eindrücken, lassen diese Reise zu einem eindrücklichen Erlebnis werden.
Mit dem Lottomatch, der Schlussinspektion durch Adj Uof Alex Haefeli und der Jahresschlussfeier wird das Jahr abgeschlossen.
1972
Ein Jahr, das eine rege Vereinstätigkeit aufzuweisen hat. Die Fasnacht bildet wiederum den Auftakt zum Vereinsjahr. Mit unserem gewählten Sujet "Durbridge Färnseh-Fimmel" tragen wir wieder viel bei zum Gelingen der Solothurner Fasnacht.
Nach dem Fasnachtsbummel und der Vereinsmeisterschaft steht bereits das Ostschweizerische Tambourenfest vor der Tür. Etwas unglücklich kämpfend, müssen wir uns mit dem 2. Rang begnügen.
Die Durchführung eines Waldhausfestes in Lohn, trägt wieder viel zur Pflege unserer Kameradschaft und zur Kontaktnahme unter den Angebörigen bei. Die Teilnahme an der Bundesfeier ist für uns wie jedes Jahr Ehrensache.
Am 2. /3. September weiht der Zentralschweizerische Tambourenverband seine erste Verbandsfahne in Biberist.
Am Jungtambouren-Gruppenwettkampf in Grenchen erringen unsere Jungen den ausgezeichneten 6. Rang.
Die Schlussinspektion, der Lottomatch und die Jahresschlussfeier beschliessen dieses Jahr.
Im Berichtsjahr haben wir noch den schmerzlichen Verlust eines uns wohlgesinnten Mannes zu beklagen. Am 1. Dezember begleiten wir unser Ehrenmitglied, alt Stadtammann und Ständerat Dr. Paul Haefelin auf seinem Ietzten Gang. Der Verstorbene hat sich nicht nur um unseren Verein, sondern um das Trommelwesen allgemein sehr verdient gemacht. Denn seiner Intervention im eidgenössischen Parlament ist es zu verdanken, dass anlässlich der Neuregelung der Truppenordnung 1951, die Militärtambouren nicht endgültig abgeschafft wurden. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten.
1973: Jubiläumsjahr
Nun treten wir ein ins Jubeljahr. Gemeinsam wollen wir dieses Fest begehen, zu Ehren der wagemutigen Männer, die fast auf den Tag genau vor 50 Jahren diesen heute so stolzen Verein aus der Taufe hoben. Wir dürfen uns glücklich schätzen, heute noch fünf Gründer, die zu unseren treuesten Anhängern zählen, unter uns zu wissen. Stellvertretend für die bereits von dieser Welt abberufenen Mitgründer wollen wir diesen fünf Männern danken. Danken für die Saat, die sie gesät haben und die so prächtig aufgegangen ist.
Geeint und stark, in zahlenmässiger wie qualitativer Hinsicht, steht der Verein an der Schwelle zu seinem zweiten halben Jahrhundert. Ich wünsche dem Tambourenverein Solothurn in alle Zukunft nur das Beste und rufe ihm zum "Glück auf für die nächsten 50 Jahre"
(Der Tambourenverein Solothurn im Jubilaumsjahr 1973)