Vorwort
Die vorliegende Festschrift zum 75- jährgen
Jubiläum des Tambourenvereins Solothurn soll orientieren über 25 Jahre
Vereinsgeschichte von 1974 bis 1998. Sie möge nachfolgenden Generationen als
Nachschlagewerk dienen.
und die wichtigsten Begebenheiten wahrend dieser
Zeitspanne im und um unseren Verein Revue passieren lassen. Es ist die dritte
Festschrift, die in unserem Archiv Aufnahme finden wird. In Anlehnung an die
beiden vorangegangenen Jubiläumsschriften kann - und soll auch die vorliegende den
Rahmen der unserem Verein gegebenen Möglichkeiten keinesfalls sprengen.
Unsere erste Schrift, von der Gründung 1923 bis
1948, beinhaltet die schweren Jahre des Zweiten Weltkrieges und wurde verfasst
von unserem verehrten Ehrenpräsidenten und Ehreninstruktor Hermann Walther, der
heute in seinem hohen Alter mit Stolz auf sein Lebenswerk, den Tambourenverein
Solothurn, zurückblicken darf. Die zweite Festschrift, von 1949 bis 1973, zum
50- jährigen Vereinsjubiläum, hinführend in einen wirtschaftlichen Aufschwung
bis hin zur Euphorie der Hochkonjunktur, bescherte meiner Wenigkeit die Ehre
des Verfassers. Welch ein Gegensatz zur heutigen Situation der allgemeinen
Verunsicherung, wo Mitmenschen täglich um ihren Arbeitsplatz bangen müssen und
wo bei einem Heer von Arbeitslosen unser Land nach neuen Ufern strebt. Dieser
Widerwärtigkeiten zum Trotz freue ich mich und fühle mich geehrt, durch den
Vereinsbeschluss mir im Herbst meines Lebens erneut die Verfassung der
75jährigen Jubiläumsschrift anzuvertrauen. Dieser ehrenvollen Aufgabe komme ich
gerne nach, im stolzen Bewusstsein, in meiner nun 50-jährigen Mitgliedschaft in
diesem Verein, dem ich in den verschiedensten Chargen dienen durfte, nie eine
interne Krisensituation erleben zu müssen. Dem Tambourenverein Solothurn,
dessen oberstes Gebot immer die sprichwörtliche Kameradschaft war, wo jung und
alt in Harmonie unserem gemeinsamen ideal dienen, wünsche ich weiterhin Glück
und Gedeihen auf dem weg hin zum hundertjährigen Jubiläum.
Der Verfasser:
Max Mollet, Aktiv-Ehrenmitglied
Rückblende Jubiläumsjahr 1973
Mit der Julbiläums-Generalversammlung vom 26.
Januar im Restaurant Schwanen wurde dieses denkwürdige Jahr in Angriff
genommen. Lassen wir nun die Geschehnisse des Jahres in chronologischer
Reihenfolge Revue passieren.
Am 3. Februar organisierte unser Verein im
Landhaussaal die Delegiertenversammlung des Zentralschweizerischen
Tambourenverbandes ZTV. Herausragendes Merkmal dieser Versammlung war der
einstimmige Beschluss, die Integration der Pfeifersektionen verbandsrechtlich
zu vollziehen und den Verband in "Zentralschweizerischen Tambouren- und
Pfeiferverband ZTPV" umzubenennen. Mit dem Sujet "5O Johr
Fasnecht" beteiligte sich der Verein an den Fasnachtsumzügen. Mit einer
prächtigen, 27 Tambouren umfassenden Waggisgruppe, angeführt von Tambourmajor
Willy Kohler als imposante Tante Fasnecht, dokumentierten wir unsere 5O-jährige
Verbundenheit mit dem fasnächtlichen Honolulu, gleichzeitig auch hinweisend auf
unsere Juliläumsfeierlichkeiten.
Dem Vorstandsprotokoll vom 19. April entnahm ich
folgenden Eintrag, den ich meinen Lesern nicht vorenthalten möchte. Zitat:
"Für Francois Scheidegger soll eine um 5 cm kleinere Baslertrommel
angeschafft werden." Wer von den damaligen Aktiven hätte gedacht, dass
sich der damals zwölfjährige kleine, aber äusserst talentierte Knirps zu
unserem heutigen, bestens ausgewiesenen Instruktor entwickeln würde? Sein
technisches und theoretisches Können und Wissen blieb in der Folge auch dem STV
nicht verborgen, bekleidet er doch heute das verantwortungsvolle Amt des
Obmannes der Technischen Kommission.
Am Wochenende vom 15. bis 17. Juni bestritt der
Verein, mit 26 Wettkämpfern die grösste Verbandssektion, das 12.
Zentralschweizerische Tambouren- und Pfeiferfest in Schwyz. Auch wenn man, ein
Novum, den ersten Rang mit der befreundeten Nachbarsektion Biberist teilen
musste, tat dies der Freude über den im Jubiläumsjahr errungenen Festsieg
keinen Abbruch.
In den Tagen vom 18. bis 30. Juli bereisten im
Rahmen einer vom Schweizerischen Tambourenverband organisierten Konzert-Tournee
176 Tambouren und Pfeifer die USA. Mit unserem Präsidenten Hermann Walther, dem
die Ehre des Fähnrichs zuteil wurde, qualifizierten sich dank ihres Könnens
acht weitere Kameraden unseres Vereins für diese Auswahlmannschaft. Im Rahmen
einer der letzten Vorproben präsentierte sich diese USA-Delegation am Samstag,
7. Juli bei schönstem Wetter in unserer Stadt.
Unter grosser Anteilnahme der Bevölkerung durfte
unser Verein in den Tagen vom 7. bis 9. September sein 50-jähriges Jubiläum
begehen. Ein rühriges OK, unter der souveränen Leitung von Ehrenmitglied Hans
Morf, legte den Grundstein für das Gelingen dieses denkwürdigen Anlasses.
Den Auftakt zu den Festivitäten bildete eine
Abendunterhaltung am Freitag in der Reithalle. Diese wurde bestritten von der
Arbeitermusik Solothurn, dem Tambourenverein Biberist mit seiner hinreissenden
Bühnenshow unter der Leitung von Hans Luterbacher sowie der Hilarimusik
Solothurn.
Den zweiten Unterhaltungsabend vom Samstag eröffnete
der jubilierende Tambourenverein Solothurn, unter der Leitung von Hans Balmer.
Anschliessend konzertierte die Stadtmusik Konkordia, geleitet von ihrem
unvergesslichen Direktor Theodor Gamper. Erinnerungen wurden wach an den
unvergesslichen Aufritt der USA-Boys am Eidgenössischen Tambourenfest 1970 in
Solothurn, beim wahren amerikanischen Trommelfeuerwerk, das uns die "Swiss
Mariners", alles echte Basler Tambouren, boten.
Dem legendären, leider nicht mehr unter uns
weilenden Tambourmajor Max Blatter blieb es vorbehalten, mit seiner UFS aus
Basel den Schlusspunkt zu setzen unter die hochstehenden trommlerischen
Darbietungen.
Zum Abschluss des Abends konzertierte das mit
uns befreundete Musik- und Trumbandcorps Blau weiss Köln, dessen Gäste wir im
Jahre 1971 sein durften. Musikalisch gekonnte Darbietungen, optisch belebt
durch ihren Fahnenschwinger, vermittelten uns die deutschen Gäste im
Querschnitt das Repertoir eines typisch deutschen Spielmannzuges.
Der Sonntagmorgen war dem Empfang der Ehrengäste
reserviert, die im historischen Lokal des UOV, im Baseltorturm, von unserem
Ehrenmitglied Heinz Lehmann aus Biberist begrüsst wurden.
Der anschliessende Festumzug mit zehn Sektionen
aus unserem Verband, in zwei Oldtimerfahrzeugen mitfahrend unsere damals noch
lebenden Gründer führte durch die mit viel Publikum gesäumten Gassen unserer
Stadt hinauf zur Reithalle. Hier empfing uns unser Ehrenmitglied Stadtmusik
Solothurn, die unter der Stabführung von Urs Frikart zum Bankett aufspielte und
den anschliessenden Jubiläumsakt musikalisch umrahmte.
Mit dem Aufmarsch der Aktiven des jubilierenden
Tambourenvereins, zusammen mit seinem grossen Harst von Jungtambouren und den
Gründungsmitgliedern Adolf Aberegg =, Walter Geiser =, Walter Rauber =, Hans
Rutschmann = und Werner Wicki, wurde der Jubiläumsakt eröffnet.
Kernstück der Feierlichkeiten bildete die
gehaltvolle Festansprache unseres Ehrenmitgliedes und damaligen Stadtammanns
Fritz Schneider. Erwähnenswert sei hier festgehalten sein ehrender Hinweis auf
unseren «Trommlervater» Hermann Walther, zum damaligen Zeitpunkt seit 46 Jahren
Mitglied unseres Vereins, seit 34 Jahren tätig in stets vorderster Front, wovon
30 Jahre als Instruktor und 27 Jahre als Präsident. Fürwahr, ein einzigartiges
Palmarès.
Mit einem Reigen von Gratulanten wurden die
Feierlichkeiten abgeschlossen, bevor Vereinspräsident Hermann Walther nach
allen Seiten dankte und seinem Tambourenverein weiteres Gedeihen und Glück auf
dem langen weg zu seinem hundertsten Geburtstag wünschte.
Zwei Vorstandssitzungen und eine
ausserordentliche Vereinsversammlung legen Zeugnis ab von einer regen Tätigkeit
in der administrativen Vereinsführung gegen Ende des Jahres.
Die ausserordentliche Vereinsversammlung vom 30.
Oktober musste Kenntnis nehmen von der Demission unseres langjährigen
Präsidenten Hermann Walther. Da auch weitere Chargierte Demissionsgelüste
äusserten, zeichnete sich eine Wachtablösung grösseren Stils ab, worüber die
kommende Generalversammlung zu befinden hatte. Zukunftsweisend und erfreulich
der Versammlungsbeschluss, und dies einstimmig, am Eidgenössischen
Tambourenfest 1974 in Visp teilzunehmen.
Dem seit längerer Zeit gehegten Wunsch auf
Anschaffung einer historischen Uniform wurde mit der Wahl einer fünfköpfigen
Uniformenkommission Nachhaltung verschafft. Dieser gehörten an: als Präsident
Hermann Walther, mit den Mitgliedern Max Mollet, Urs Galli, Charles Kohler und
Erhard Brunner.
Den würdigen Schlusspunkt hinter dieses
ereignisreiche Jahr setzte unbestritten die Teilnahme an den Feierlichkeiten zu
Ehren des unvergesslichen, in den Bundesrat gewählten Solothurners Willy
Ritschard.
1974
Die ausserordentliche Vereinsversammlung vom 15.
Januar galt der Bereinigung der Traktandenliste für die bevorstehende
Generalversammlung. Herausragendes Traktandum bildete dabei die
Beschlussfassung zur Anschaffung einer historischen Uniform. Dem vorliegenden
Entwurf wie der Beschaffung wurden zugestimmt.
Die 51. Generalversammlung vom 25. Januar im
Restaurant Schwanen stand ganz im Zeichen der grossen Wachtablösung des
administrativen Vereinsvorstandes. Der Entscheid, die Geschicke des Vereins
einer jüngeren Generation anzuvertrauen, sollte sich in der Folge aufs schönste
bestätigen. Mit der Wahl von Ruedi Rebholz zum Präsidenten wurde einer jungen,
dynamischen Kraft einstimmig das Vertrauen geschenkt. Die Namen der übrigen
chargierten Kameraden ersieht man jeweils auf einer entsprechenden Tabelle im
Anhang der Festschrift.
Für seine jahrzehntelange immense,
uneigennützige Tätigkeit zum Wohle seines Tambourenvereins wurde der scheidende
Präsident Hermann Walther zum ersten Ehrenpräsidenten unseres Vereins erkoren.
Druckereibesitzer Urs Rüegger und Lottochef Hans
Müller durften in Anerkennung ihrer seit Jahren geleisteten wertvollen Dienste
die Ehrenmitgliedschaft entgegennehmen. Als äusseres Zeichen der Dankbarkeit
wurde ihnen unsere Wappenscheibe mit Widmung überreicht.
Ebenfalls eine Wappenscheibe mit Widmung erhielt
Ehrenmitglied Arnold Banz für seine dem Verein während 25 Jahren geleisteten
Dienste als Fondsverwalter. Einstimmig wurde dem Kredit von 30`000 Franken für
die Anschaffung einer historischen Uniform zugestimmt. Genehmigung fand auch
der von der Uniformenkommission vorgeschlagene Entwurf. Der bebilderte Entwurf
zeigt die prächtig repräsentierende Uniform in Anlehnung an die Solothurner
Söldner-lnfanteristen aus dem Jahre 1790. Die Herstellung oblag der
Uniformenfabrik Bern, mit dem Ziel, erstmals am Eidgenössischen Fest in Visp
historisch antreten zu können. Aus dem umfangreichen Tätigkeitsprogramm des
laufenden Jahres seien nachfolgend nur die markanten Begebenheiten
hervorgehoben.
vom 21. bis 27. Februar schwelgte Solothurn
einmal mehr im Fasnachtsfieber. Am Umzug präsentierte sich unser Verein wie
gewohnt geschlossen und in farbenfroher Aufmachung.
Bereits am 10. Mai, etwas früher als üblich,
fand im Hinblick auf das bevorstehende Eidgenössische Fest in Visp die
Inspektion durch Ad; Uof Alex Haefeli statt. Die traditionelle und wichtige
Vereinsmeisterschaft mit erfreulich grosser Beteiligung ging am 24. Mai über
die Bühne.
Eine ganztägige Vereinsprobe im Hohberg galt der
Vorbereitung auf das eidgenössische Fest in Visp.
Am 22. Juni erfolgte die Abgabe der neuen
historischen Uniform an die Mitglieder. Mit einem schlichten, aber
eindrücklichen Weiheakt wurde die neue Uniform auf der historischen St.
Ursenbastion feierlich eingeweiht. Vorgängig präsentierte sie der stolze Verein
vor viel Publikum mit einem Ständchen auf dem Marktplatz. Die
geschichtsträchtige St. Ursenbastion bot einen würdigen Rahmen zur
nachfolgenden Weihe, wo sich im satten Grün der Bäume und Wiesen unsere
rot-weisse Uniform in ihrer vollen Pracht präsentierte. Ehrenmitglied Heinz
Lehmann erwähnte in seiner gehaltvollen Festansprache die Anlehnung der neuen
Uniform an die Zeit der Söldnerdienste und Feudalherrschaft, einer für unsere
Heimat unseligen Zeit. Zur Erinnerung an viele markante Solothurner
Persönlichkeiten sei festgehalten, dass nebst vielen Zuschauern und Angekörigen
der Aktiven, uns folgende Gäste mit ihrem Besuch beehrten: Gemeinderat Walter
Straumann als Vertreter von Stadt und Kanton, Ständerat Ulrich Luder,
Kreiskommandant Oberst Ochsenbein, Zeughausverwalter Iwan Kiefer, Bürgerrat Urs
Rüegger sowie der Präsident des ZTPV, Josef tggenschwiler, Biberist.
Bestens vorbereitet, reiste der Verein in den
Tagen vom 27. bis 30. Juni nach Visp, um sich in der höchsten Kategorie am 16.
Eidgenössischen Tambourenfest mit den übrigen Verbandssektionen zu messen.
Leider war dem Fest kein Wetterglück beschieden, meist regnete es in Strömen
und die sprichwörtliche Walliser Sonne fand selten genug Möglichkeiten für
einen wohltuenden Durchblick. Unsere historische Uniform war demzufolge meist
unter Plastik verhüllt und somit in der Entfaltung ihrer Pracht behindert.
Die Übergabe der Zentralfahne vom OK Solothurn
an Visp musste bei misslichstem Wetter vollzogen werden. Alt-OK-Präsident Hans
Morf schickte diesem Akt unter anderem folgende worte voraus: "Es ist für
uns Solothurner eine besondere Ehre, dass wir es sind, die zum ersten Mal in
der Geschichte des Schweizerischen Tambourenverbandes die Zentralfahne nach dem
Wallis bringen können." Anlässlich der anschliessenden Veteranenehrung
wurde unserem Vereinskameraden Willy Mollet die eidgenössische Veteranenmedaille
verliehen. Im Vereinswettkampf der höchsten Kategorie belegten wir als grösste
Sektion hinter Domat-Ems und Stans den ehrenvollen dritten Rang. Ein Rang, der
uns erfolgsverwöhnte Solothurner dennoch sehr freute. Mit dem schönen Empfang
am Sonntagabend durch die Stadtmusik Konkordia fand dieses Fest den würdigen
Abschluss.
Am 28./29. September reisten unsere
Jungtambouren nach Mümliswil, wo sie am dortigen ZTPV-Jungtambouren- und
Pfeiferfest unter der Leitung von Hermann Walther den zweiten Rang belegten.
Der beliebte vereinsinterne Benzenjass, der
obligate Lottomatch zur Aufbesserung unserer Vereinsfinanzen sowie der
gelungene Familienabend bildeten den Abschluss dieses reich befrachteten
Vereinsjahres. 67 Proben, 17 Anlässe, sechs Vorstandssitzungen sowie eine
Vereinsversammlung legen davon Zeugnis ab.
1975
Die 52. Generalversammlung vom 24. Januar im
Restaurant Schwanen wurde von Ehrenpräsident Hermann Walther geleitet, da sich
Präsident Ruedi Rebholz im Spital einer Operation unterziehen musste.
Parallelen zur heutigen Zeit wurden wach, wenn man bedenkt, dass Ruedi Rebholz
eingangs zu seinem Präsidialbericht festhielt, Betriebsschliessungen,
Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit, Terrorismus und Gewaltakte würden zur Zeit das
Geschehen beherrschen.
Eine besondere Ehrung durhe Willy Kohler
entgegennehmen für seinen 30. Einsatz als Tambourmajor an den Fasnachtsumzügen.
Instruktor Hans Balmer wurde für 20-jährige Mitgliedschaft zum
Aktiv-Ehrenmitglied ernannt.
In den ersten Fasnachtstagen durfte Gründer-Ehrenmitglied
Werner Wicki mit einem Ständchen zu seinem 70. Geburtstag gratuliert werden.
Für einmal präsentierte sich der Verein an den Fasnachtsumzügen in gebrauchten,
respektive umgearbeiteten Kostümen und Masken. Dies tat dem närrischen Treiben
keinen Abbruch, unsere wie gewohnt grosse und farbenprächtige Gruppe fand
allenthalben viel Lob und Anerkennung. Mit dem traditionellen Fasnachtsbummel
nach Zofingen wurden die närrischen Tage beschlossen.
Einstimmig beschloss die Vereinsversammlung vom
8. April, das 4. Zentralschweizerische Jungtambouren- und Pfeiferfest zu
organisieren. Gleichzeitig konnte bereits das OK in folgender Zusammensetzung
gewählt werden: OK Präsident Heinz Lehmann, Vizepräsident Hermann Walther,
Sekretär Ruedi Rebholz, Protokollführer Fritz Ritschard, Festkassier Heinz
Jenzer und Beisitzer Arthur Walther.
Im Vorfeld dieses Festes hatte der Verein noch
ein reich befrachtetes Tätigkeitsprogramm zu bestreiten, wie
Geburtstagsständchen bei Ehrenmitglied Arthur Walther, Auftritt am Schweizerischen
Orthopädenkongress, zur Auflockerung des Vereinsbetriebs wurde ein
Vita-Parcours mit anschliessender Gartenparty bei Ehrenmitglied Walter Morand
absolviert, Gruppenauhritt beim Turnverein Luterbach, Vereinsaufritt am
Eidgenössischen Veteranenschiessen in Zuchwil, Bundesfeier sowie Auftritt am
Ambassodorenfest in Solothurn.
Dazwischen bestritt noch eine Gruppe von
Einzeltambouren den Wettkampf am Westschweizerischen Tambourenfest in Nyon.
Sechs Kameraden ertrommelten sich dabei in der Kategarie A den begehrten
Einzelkranz.
Die Diplomprüfung im Sektionsleiterkurs C
bestanden mit Erfolg Ueli Lisser, Erhard Brunner und Ueli Bucher.
Bei strahlendem Wetter konnte alsdann das 4.
Zentralschweizerische Jungtambouren- und Pfeiferfest abgewickelt werden. Dem
Fest, vom OK tadellos organisiert, war in jeder Beziehung ein voller Erfolg
beschieden. Mit ihrem ersten Rang im Gruppenwettkampf, unter der Leitung von
Hermann Walther, setzten die Jungtambouren unseres Vereins dem Fest gar noch
die Krone auf. Mit der obligaten Inspektion durch Ad; Uof Alex Haefeli vom 18.
November sowie den internen Anlässen wie Benzenjasset und Familienabend neigte
sich das Vereinsjahr seinem Ende zu. Abgeschlossen wurde es mit dem
Geburtstagsständchen für unseren Ehrenpräsidenten Hermann Walther zu dessen 65.
Geburtstag.
1976
Mit der Generalversammlung vom 16. Januar im
Restaurant Schwanen stand der Verein an der Schwelle eines, wie der
Präsidialbericht aufzeigt, Ereignis- und tätigkeitsreichen Jahres.
Herausragendes Ereignis war die Teilnahme am 13.
Zentralschweizerischen Tambouren- und Pfeiferfest in Biberist, die einstimmig
beschlossen wurde. Dem Wunsch von Instruktor Hans Balmer, im Hinblick auf
dieses Fest eine zweite Probe jeweils am Freitag als obligatorisch zu erklären,
wurde erfreulicherweise entsprochen.
Mit François Scheidegger und Thomas Fröhlicher
wurden zwei Jungtambouren in den Aktivbestand aufgenommen, die sich in späteren
Jahren zu zwei tragenden Säulen des Vereins entwickeln sollten.
Nach einem geselligen Auftritt Ende Januar in
Rothrist, wo wir vom dortigen Tambourenverein eingeladen wurden, nahten schon
bald wieder die närrischen Tage von Honolulu. Mit unserem Sujet "s'isch
verby", gemeint war nämlich das Jahr der Frau, wussten wir einmal mehr die
närrischen Geister zu beeindrucken. Eine Woche später beteiligten wir uns auch
noch am Fasnachtsumzug in Zofingen.
Eine Spezialprobe am 2. April mit Adj Uof Anton
Wymann und die vorgezogene Inspektion vom 20. April mit Adj Uof Alex Haefeli
dienten speziell der Vorbereitung auf das kommende Verbandsfest in Biberist.
Dem gleichen Ziel galten die durchgeführte Vereinsmeisterschaft wie das
ganztägige Trainingslager im Hohbergwald. Eine letzte Gelegenheit, das
Festrepertoire in der Öffentlichkeit zu festigen, bot der Auftritt am Dorffest
vom 22. Mai in Langendorf.
Mit berechtigter Hoffnung, dank minutiöser
Vorbereitungsarbeit, zog der Verein ins benachbarte Biberist, wo vom 28. bis
30. Mai das ZTPV-Verbandsfest zur Durchführung gelangte. Dieses 13.
Verbandsfest war im wahrsten Sinne des Wortes ein Fest der Superlative,
sprengte es doch teilnehmermässig den Rahmen aller bisherigen
Regionalverbandsfeste. Ein vorzüglich eingespieltes OK unter der Führung des
souveränen und unermüdlichen OK-Präsidenten Heinz Lehmann schaffte die
Grundlagen zu diesem denkwürdigen Anlass.
Doch jetzt, welch eindrückliche Demonstration
von Einheit und trommlerischem Können bot unser Verein unter der Leitung von
Hans Balmer. Mit überzeugenden Leistungen auf allen Wettkampfplätzen und dem abschliessenden
Vortrag der modernen Komposition «Three eight lime» konnten die Solothurner
Tambouren erneut den Festsieg an ihre Fahne heften. Bis zu diesem Zeitpunkt
eine einmalige Siegesserie, denn an allen bisherigen Verbandsfesten belegte
unser Verein den ersten Rang, mit Ausnahme von 1952, wo wir das siebte
Regionalverbandsfest selbst organisierten. Berechtigt war die Freude ob des
grossen Erfolges, der nach unserer Heimkehr im Stammlokal zu den Klängen
einiger Konkordia-Musikanten noch ausgiebig gefeiert wurde.
Erwähnt sei auch noch der Erfolg unserer Jungen,
die sich im parallel zum Festablauf geführten Wettkampf der
Jungtambouren-Gruppen den ehrenvollen dritten Rang ertrommelten.
Wohl als Belohnung für diesen Festsieg durfte
die geplante «Fahrts ins Blaue» betrachtet werden. Eine grosse, frohgelaunte
Gesellschah mit Angekörigen und Mitreisenden machte sich in den Tagen vom 26.
und 27. Juni auf, um im Bündnerland unvergessliche Stunden der Freude und
Kameradschaft zu verbringen. Die Vereinstätigkeit der nachfolgenden zweiten
Jahreshälfte zeigt, dass für die Aktiven noch keineswegs Ruhe einkehrte.
Am 3./4. Juli erfüllte der Verein ein
ehrenvolles Engagement am 50-Jahr-Jubiläum der Jodler vom Weissenstein.
Ein geselliger Anlass war die Einweihung unserer
Stammtischlampe im Stammlokal Walliserkanne. Diese kunstvoll gefertigte
Schmiedearbeit, von Schlossermeister Josef Eggenschwiler persönlich
hergestellt, sollte ursprünglich ein Geschenk der Ehrenmitglieder an den
Stammverein sein. Doch unser Freund und Gönner Seppi Eggenschwiler liess es
sich nicht nehmen, sein persönliches Werk unserem Verein zum Geschenk zu
machen. Möge dieses Licht über unserem Stammtisch auch leuchten im Gedenken an
diesen Freund unseres Vereins und ehemaligen Ehrenpräsidenten der Stadtmusik
Konkordia, mit welcher wir in Freundschaft verbunden sind.
Weitere Aktivitäten entfaltete der Verein mit
der Teilnahme an der Bundesfeier, am Fest zur 500-Jahrfeier des Rathauses sowie
anlässlich der Einweihung des Cafe Rust.
Am 12. September durfte der Tambourenverein
Solothurn unsere Stadt an der Murtenfeier vertreten, wo wir in unserer
historischen Uniform im prächtigen Umzug bestens präsentierten.
Mit Geburtstagsständchen bei den
Gründer-Ehrenmitgliedern Adolf Aberegg zum 72. und Hans Rutschmann zum 70.
sowie Ehrenmitglied Hans Morf zum 60. und Aktivehrenmitglied Otto Frauchiger
zum 60. durfte der Verein seine Verbundenheit mit den Jubilaren zum Ausdruck
bringen. Wer hätte anlässlich des letzten Ständchens gerechnet, dass wir ein halbes
Jahr später Otto Frauchiger auf seinem letzten Gang begleiten müssten. Otto war
ein liebenswürdiger, dem Verein treu ergebener Kamerad, der seinem
Tambourenverein seit seinem Eintritt 1936 vier Jahrzehnte lang diente. Otti
verstarb nach längerer Krankheit am 13. Oktober. Ehre seinem Andenken.
1977
Das Jahr begann für den Verein mit einer
traurigen Pflichterfüllung. In Langendorf verschied das erste unserer damals
noch lebenden fünf Gründer-Ehrenmitglieder Walter Rauber Der Verstorbene lebte
in seinen letzten Lebensjahren eher zurückgezogen, interessierte sich jedoch
stets um die Geschehnisse im Tambourenverein. Am 18. Januar begleitete der
Verein seinen Gründer auf dessen letzten Gang. Ehre seinem Andenken.
Der Präsidentenbericht der Generalversammlung
vom 21. Januar im Restaurant Schwanen zeigte auf, welch grosses Pensum der
Verein im Berichtsjahr zu bewältigen hatte.
Mit Viktor Eggenschwiler: Thomas Westhauser und
Kurt Rubeli konnten drei Jungtambouren in den Aktivbestand aufgenommen werden.
Im Vorstand waren zwei Chargen neu zu besetzen, die aus der Liste im Anhang
dieser Festschrift ersichtlich sind.
Am 31. Januar durfte der Verein Lottochef und
Ehrenmitglied Hans Müller mit einem Ständchen zum 65. Geburtstag gratulieren.
An den Fasnachtsumzügen 1977 glossierte der
Verein mit dem Sujet «Schon wär`s» den Wunsch bestimmt aller Hühner, wenn sie
sich entgegen der Käfighaltung frei bewegen könnten. Eine prächtige Schar
Hühner, angeführt von Tambourmajor Willy Kohler als stolzer Hahn, vermochte den
überaus zahlreich die Umzugsroute säumenden Zuschauern begeisternden Applaus zu
entlocken.
Mit dem Fasnachtsbummel nach 70fingen wurden die
närrischen Tage endgültig verabschiedet.
Mit einem Ständchen zu seinem 70. Geburtstag
wurde Gründer-Ehrenmitglied Walter Geiser geehrt.
Mit dem Auftritt bei der Musikgesellschaft
Biel-Bözingen holte sich der Verein nicht nur viel Lob und Sympathien, sondern
auch einen namhaften Zustupf zu Gunsten der Vereinskasse.
Unaufhaltsam dreht sich das Rad der Zeit und in
seinem Laufe lichtete sich die Reihe unserer Gründer-Aktivehrenmitglieder
bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr
Im Bürgerspital in Solothurn verschied in seinem
73. Lebensjahr unser geschätzter Adolf Aberegg. Am 28. April erfüllte der
Verein die traurige, aber ehrenvolle Pflicht, Adolf auf seinem letzten Gang zu
begleiten. Als ehemaliger Stadtpolizist in der Öffentlichkeit bekannt und
geschätzt, galt seine Zuneigung seiner schönen Familie und seinem
Tambourenverein, den er mithalf, im Jahre 1923 aus der Taufe zu heben. Seine
besondere Liebe und Zuneigung galt stets in besonderem Masse den Jungtambouren,
der Zukunft unseres Vereins. Wir danken dem Verstorbenen und seiner Familie für
ihre jahrzehntelange Verbundenheit mit unserem Verein. Adolf ruhe in Frieden,
Ehre Deinem Andenken.
Ein denkwürdiger Anlass waren die
Feierlichkeiten zum 50-Jahr-Jubiläum des Zentralschweizerischen Tambouren- und
Pfeiferverbandes vom 7. Mai auf Schloss Landshut. Unserem Verein fiel die
grosse Ehre zu, als eine der Gründersektionen den Anlass zu umrahmen. Fürwahr
ein herrliches Bild, das unsere Sektion in ihrer historischen Uniform vor dem
Hintergund des altehrwürdigen Schlosses bot. Mit dem Jubiläumsakt und der
Ansprache von ZTPV-Ehrenmitglied Heinz Lehmann im Rittersaal des Wasserschlosses
Landshut sowie der Uraufführung des Jubiläumsmarsches «Der Zentralschweizer»
von Alex Haefeli am Nachmittag in Biberist, wurden die Akzente dieser
Gedenkfeier gesetzt. Ein wohltuendes Bild hinterliess bereits der Aufakt an
diesem sonnigen Samstagmorgen, wo unser Verein die Gäste und Vertreter der 44
Verbandssektionen des Jubilars im Schlosspark empfing. Eine detaillierte
Abhandlung all der Feierlichkeiten findet sich in der Jubiläumsschrift «50
Jahre ZTPV», deren Verfassung dem Schreibenden zufiel. Eine Ehre auch für
unseren Verein, dass unser Mitglied Arthur Walther als Kassier und der
Schreibende als Sekretär zu dieser Zeit dem jubilierenden Verbandsvorstand
angehören durften.
Diverse routinemässige Auftritte kennzeichneten
die weitere Vereinstätigkeit bis hin zum geselligen Weekend am Oeschinensee.
Ausser dem Wetter durfte dieser Anlass sicher als gelungen bezeichnet werden.
Die heimelige Atmosphäre in der Sennhütte, bei guter Verpflegung und Unterkunh,
liess denn auch bald unter der gekonnten Ägide von Conferencier Markus Weber
eine Bombenstimmung aufkommen. Kameradschaftlich gesehen, ein gelungener,
wohltuender Anlass. Vom 17. bis 19. September hatte eine Gruppe von
Marschtambouren die willkommene Gelegenheit, mit der Stadtmusik Konkordia am
Oktoberfest in München mitzuwirken.
Vom 24. bis 25. September reiste unser
Ehrenpräsident Hermann Walther mit seinen Jungtambouren nach Burgdorf, um sich
mit den Gleichaltrigen des Verbandes am 5. ZTPV-Jungtambouren- und Pfeiferfest
zu messen. Mit 14 Jungtambouren, wovon einige erstmals ihr Festfieber zu
bändigen hatten, darf der erzielte fünfte Rang als schöner Erfolg gewertet
werden.
Am 1. November fiel dem Verein die Ehre zu, den
Stand Solothurn anlässlich der Basler Herbstmesse am offiziellen Solothurner
Tag zu vertreten. Ein Anlass, der dem Verein erneut viel Lob und Anerkennung
einbrachte. Ein eher seltenes Ständchen beim Bürgerspital Solothurn galt
unserem damaligen Patienten Urs Galli.
Am 7. Dezember durfte der Verein den Festumzug
zu Ehren unseres zum Bundespräsidenten erkorenen Willy Ritschard anführen.
Erwähnt seien noch die diversen Geburtstagsständchen für Gründer-Ehrenmitglied
Walter Geiser zum 70. sowie für die Ehrenmitglieder Arnold Banz (70), Lottochef
Hans Müller (65) und Max Mollet (50). Mit den diversen wiederkehrenden
Anlässen, abgeschlossen am 21. Dezember mit der Teilnahme an der
Vereinshaus-Einweihung des befreundeten Tambourenvereins Biberist, klang auch
dieses Jahr aus.
1978
Zum Auftakt des Vereinsjahres beehrte der Verein
unseren Fähnrich und Ehrenmitglied Ernst Lobsiger mit einem Ständchen zu dessen
65. Geburtstag.
Die 55. Generalversammlung vom 20. Januar im
Stammlokal Walliserkanne legte Zeugnis ab von einem wiederum reich befrachteten
Vereinsjahr. Die Hauptakzente nebst der Fasnacht setzten zweifellos die
Teilnahme am Eidgenössischen Fest in wil sowie für unseren Nachwuchs das
Jungtambourenfest in Biberist. Einen besonderen Dank durfte Ehrenpräsident
Hermann Walther entgegennehmen für seine immense und fruchtbare Tätigkeit als
Jungtambouren-Ausbildner. Seinen Bemühungen ist es zu verdanken, dass die
Generalversammlung gleich fünf Jungtambouren zu Aktivmitgliedern erküren
konnte. Es waren dies Ueli Roth, Rolf Allemann, Viktor Fröhlicher, Thomas
Lampart und Konrad Müller.
Vorausschauend auf das Jahr 1979 wurde
einstimmig beschlossen, in Verbindung mit einer Vereinsreise nach Orleans
(Frankreich) am dortigen Fest zu Ehren der Jeanne d'Arc teilzunehmen.
Doch lassen wir nun in chronologischer
Reihenfolge die wichtigsten Begebenheiten des Jahres Revue passieren.
Mit unserem Sujet an den diesjährigen
Fasnachtsomzügen «Säg's doch schnäll - per Telefon» glossierten wir die
Bemükungen der PTT für mehr und besseren Dienst am Kunden. Unsere wie gewohnt
grosse Gruppe, eingekleidet in ihren farbenprächtigen Kostümen, konnte viel Lob
und Anerkennung einheimsen.
Viel Beachtung verdiente sich auch unsere
14-köpfige Jungtambourengruppe mit ihrem Sujet «Au üsi Junge sy drby».
Das Ski-Weekend in der lenk vom 18./19. Februar
bot zwischenzeitlich willkommene Gelegenheit zu geselligem Beisammensein.
Ein Instruktoren- und Tambourmaiorkurs sowie die
Präsidentenkonferenz, Anlässe im Ausbildungskonzept des ZIPV, erforderten
zusätzliches Engagement der entsprechenden Chargierten unseres Vereins.
Anlässlich der UNO-Schluss-Sitzung vom 2. Mai
wurden Ehrenpräsident Hermann Walther und Tambourmajor Willy Kohler zu
Ehrennarren ernannt.
Viel Goodwill erwarb sich der Verein anlässlich
seines Auftritts im Bad Attisholz zu Ehren der Teilnehmer an der Konferenz der
Chefs der Schweizerischen Strassenverkehrsämter. Ein Engagement, das wir
unserem Ehrenmitglied und damaligen Vorsteher der MFK Solothurn, Hans Morf, zu
verdanken hatten.
Zwei ganztägige Trainingslager im Hohberg, mit
anschliessender Vereinsmeisterschaft, sowie die Inspektion durch Adj Uof Alex
Haefeli galten spezifisch den Vorbereitungen auf das Eidgenössische Fest vom
16. bis 18. Juni in Wil. wie bereits vor vier Jahren in Visp, war der
Wettergott auch den Organisatoren von Wil nicht hold gesinnt. Zur Erinnerung
sei hier unser Präsident zitiert, der in seinem Jahresbericht schreibt:
«Schade, dass uns die Regenstürme die Festlaune gründlich verdarben und wir von
Kampfgericht zu Kampfgericht komplett durchnässt wurden.» Doch all diesen
äusseren Widerwärtigkeiten zum Trotz wusste unser Verein durch sein Auftreten
und seine gekonnten trommlerischen Darbietungen zu überzeugen. Mit 28 Mann, der
zahlenmässig weitaus grössten Sektion, erspielte man sich in der höchsten
Kategorie den ehrenvollen dritten Schlussrang. Damit hatte unser Instruktor
Hans Balmer sein Ziel, den dritten Rang von Visp zu verteidigen, erreicht.
Leicht hätte es mehr sein können, trennten uns doch nur 0.10 Punkte vom
zweitklassierten Gossau. Mit der Feststellung, den Ruf als Spitzenverein im
Eidgenössischen Tambourenverband gewahrt zu haben, darf dieses Fest als Erfolg
in die Annalen unserer Vereinsgeschichte eingehen.
Für unsere Jungen galt eine intern durchgeführte
Meisterschah als Auftakt zum ZTPV-Jungtambouren- und Pfeiferfest vom 23./24.
September in Biberist. Auch unser Nachwuchs schlug sich in Biberist prächtig
und belegte in der Kategorie B mit einer Beteiligung von 15 Gruppen den
ehrenvollen dritten Rang.
Ein ehrenvolles Engagement für den
Tambourenverein bedeutete auch die Teilnahme an den Feierlichkeiten zu Ehren
des zum Ständeratspräsidenten gewählten Solothurners Dr. Ulrich Luder.
Im Verlaufe des Jahres durften auch einige
Kameraden mit dem verdienten Ständchen zum jeweiligen Geburtstag geehrt werden.
So Ruedi Zingg zu seinem 50., Willy Kohler zum 60., Fritz Haudenschild zum 60.
und Walter Morand zum 50. Nicht vergessen auch das Ständchen beim Bürgerspital
für Ehrenmitglied Arthur Walther.
Der für unsere Vereinsfinanzen damals noch
wichtige Lottomatch, der beliebte Benzenjass und der mit einer
Rekordbeteiligung von 70 Personen gestaltete Familienabend beschlossen ein
reichbefrachtetes Tätigkeitsprogramm.
Eine besondere Ehrung wurde dem Tambourenverein
im Berichtsjahr zuteil durch die Ernennung zum Ehrenmitglied der befreundeten
Stadtmusik Konkordia.
1979
Mit der Generalversammlung vom 19. Januar in
unserem Stammlokal Restaurant Walliserkanne standen wir am Beginn eines
festlosen Jahres, das gleichwohl geprägt war von einer regen Vereinstätigkeit.
Einzig unseren Jungtambouren blieb es vorbehalten, unsere Farben an ihrem
Verbandsfest in Steinen zu vertreten
Einstimmig beschlossen die Aktiven die geplante
Frankreich-Reise mit dem Ziel, in Tours an den dortigen Feierlichkeiten zu
Ehren der Jeanne d'Arc teilzunehmen. Leider nicht mehr so einstimmig fiel in
der Folge die Teilnahme der Aktiven aus, waren doch aus den verschiedensten
Gründen Absenzen zu verzeichnen, was unseren Präsidenten zu einigen kritischen
Bemerkungen in seinem Jahresbericht veranlasste.
Mit Reto Schultis durfte die Versammlung einen
weiteren, vielversprechenden Jungtambour in den Aktivbestand aufnehmen
Einstimmig beschloss man zudem, die Erhöhung des Mitgliederbeitrages von Fr.
12.- auf Fr. 20.- sowie die einführung eines Kursgeldes für die Ausbildung der
Jungtambouren von Fr. 50.-, beinhaltend die Abgabe der Schlegel und des
Übungsböcklis.
Bereits am Tage nach unserer Generalversammlung
folgte der Auftritt im Saale des Restaurant St. Urs in Biberist zum Anlass des
65. Geburtstages unseres Ehrenmitgliedes Heinz Lehmann.
Der Auftritt am Konzert der befreundeten
Stadtmusik Konkordia sowie die Ehrung unseres Gründer-Ehrenmitgliedes Walter
Richard zu dessen 75. Geburtstag beschlossen die Aktivitäten vor Anbruch der
närrischen Tage Honololus. Erstmals in der langen Tradition unserer
Fasnachtsaktivitäten wurden die Masken von Grund auf selbst gefertigt,
entworfen und modelliert von unserem Aktivmitglied Fritz Ritschard. Wie
Präsident Ruedi Rebholz in seinem Jahresbericht festhielt, wurde das Sujet
«Taterie - die Tat» von den Zuschauern schlecht verstanden und selbst der
prächtige Tambourmajor als Frau Tat wurde mit spärlichem Applaus bedacht. Super
jedoch unsere Schnitzelbank, die erstmals von vereinseigenen Narren
«gebrüntselt» wurde.
Mit einem Hochzeitsständchen vor der Kirche in
Herzogenbuchsee gratulierten wir am 7. April unserem Fritz Ritschard und seiner
Elisabeth zum geschlossenen Bund der Ehe.
Dann waren sie da, die Tage vom 17. bis 21. Mai,
die Tage der Frankreich-Reise, deren Vorbereitungen unserem Präsidenten einiges
an Engagement abverlangt hatten. Doch vertieft man sich in den umfangreichen
und glänzend verfassten Reisebericht von Roli Heim, darf man die berechtigte
Feststellung machen, «Ende gut, alles gut». Waren es schliesslich doch 23
Tambouren, die sich mit Tambourmajor, Fähnrich, zwei Ehrendamen und einigen
Mitreisenden per Autocar aufmachten, unseren Verein und mit ihm unsere Stadt
Solothurn an den Feierlichkeiten zu Ehren der Jeanne d'Arc in Tours würdig zu
vertreten. Eine Reise, wie der Berichterstatter abschliessend feststellt, die
allen Beteiligten wohl unvergesslich in Erinnerung bleiben wird, zum Leidwesen
der wenigen, die nicht dabei waren.
Schon kurz danach beteiligte sich eine Gruppe
von Einzelkonkurrenten des Vereins am Westschweizerischen Tambourenfest in
Neuenburg. Am gleichen Wochenende war eine Gruppe anlässlich der
Delegiertenversammlung der Ornithologen im Konzertsaal engagiert, derweil sich
weitere Mitglieder als Marschtambouren verschiedenen Musikkorps am kantonalen
Musikfest in Dornach zur Verfügung stellten.
Weitere Auftritte bestritt der Verein im Auftrag
unserer Stadt anlässlich der Solothurner Werbewochen in Interlaken sowie am
«Tag der Aarestädte» im Rahmen der Feiern «700 Jahre Unterseen - oberste Stadt
an der Aare».
Mit einem Ständchen beehrten wir zudem unser
Ehrenmitglied Hans Challandes zu dessen 65. Geburtstag.
15 Jungtambouren reisten vom 1. bis 2. September
nach Steinen, um sich an ihrem Verbandsfest des ZTPV zu beteiligen. Erstmals standen
sie unter der Leitung unseres damals erst 16- jährigen François Scheidegger und
ertrommelten sich im Gruppenwettkampf der Kategorie A den sechsten Rang.
Ein schöner Erfolg unseres jungen François, der
zudem mit dem ersten Rang im Einzelwettspiel der höchsten Kategorie seiner
Leistung die Krone aufsetzte.
Am Tag der Inspektion durch Adj Uof Alex
Haefeli, am 16. November, musste der Verein Abschied nehmen von seinem
Ehrenmitglied Hans Müller, der zusammen mit seiner Gattin durch einen
tragischen Autounfall ums Leben kam. Als Organisator seiner beliebten
Lottoveranstaltungen bedeutete sein Ableben nicht nur für uns, sondern auch für
viele andere städtische Vereine ein grosser Verlust. wir werden Hans und seiner
Gattin ein ehrendes Andenken bewahren.
Mit der Gruppenmeisterschaft des ZTPV und den
gewohnten internen vereinsanlässen neigte sich auch dieses Jahr seinem Ende zu.
Den Schlussakzent setzten unsere Jungtambouren
mit ihrem vielbeachteten Auftritt am Schlusskonzert der Jugendmusik der Stadt
Solothurn.
1980
Die vom Vorstand lancierte Aktion, den Aktiven
den Erwerb eines eigenen Instrumentes zu erleichtern, fiel auf fruchtbaren
Boden. Zehn Mitglieder machten von diesem Angebot Gebrauch, womit die
Vorstandssitzung vom 11. Januar beschloss, in diesem Sinne zehn Basler Trommeln
mit Zubebör zu beschaffen. Das bereits früher genehmigte Trommel-Reglement
besagt, dass jeder Interessent einen Kostenbeitrag von Fr. 300.- zu leisten
hat, wonach das Instrument nach zehnjähriger ununterbrochener Vereinstätigkeit
ins persönliche Eigentum übergeht.
Mit der Generalversammlung vom 18. Januar stand
man wieder einmal an der Schwelle eines Festjahres, das den Aktiven eine
vermehrte Probentätigkeit abverlangte. Mit Rene Sutter konnte ein weiterer
Jungtambour in den Aktivbestand aufgenommen werden.
Eine Neuerung beschloss die Generalversammlung
mit der Einführung eines Probejahres für Jungtambouren. Letztere sollen damit
die Gelegenheit erhalten, im Jahr vor der Aufnahme in den Aktivbestand die
Proben und Anlässe mit der Stammsektion zu bestreiten. Nach zwanzigjähriger
Mitgliedschaft durfte Vizepräsident und Vizeinstruktor Max Brunner die
Aktiv-Ehrenmitgliedschaft entgegennehmen.
Für treu geleistete Dienste wurde unser
langjähriger Fondsverwalter Heinz Jenzer zum Ehrenmitglied ernannt.
Nach dem geselligen Ski-Weekend auf der Metsch
bei Lenk nahte bereits die Fasnacht, die sich in diesem Jahr mit den Tagen vom
14. bis 20. Februar sehr früh ankündigte. Mit dem Sujet «Riis und Zucker, Späck
und Brot, das alles g'hört i Notvorrot» befasste man sich mit den damaligen
Querelen rund um die Beschaffung von Notvorräten.
Die ebenso früh, am 20. April angesetzte
Inspektion durch Adj Uof Alex Haefeli diente in ihrer Gestaltung vornehmlich
den Vorbereitungen auf das bevorstehende Verbandsfest in Stans.
Mit je einem Ständchen beehrte der Verein
Gründer-Ehrenmitglied Werner Wicki zu seinem 70. und Ehrenmitglied Fritz
Schneider zu seinem 50. Geburtstag.
Ein letztes ganztägiges Trainingslager im
Hohberg leitete über zum 14. ZTPV Verbandsfest, das vom 13. bis 15. Juni in
Stans stattfand.
Erstmals in der Geschichte unserer
Regional-Verbandsfeste und erstmals nach zwölf ununterbrochenen Festsiegen
mussten wir uns diesmal mit dem zweiten Schlussrang begnügen. Ein Umstand, der
unserer Freude über diesen Rang keinen Abbruch tat, durften wir doch den
Festsieg unseren Nachbarn, dem befreundeten Tambourenverein Biberist
überlassen.
Eine vorzügliche Klassierung erreichte wiederum
François Scheidegger mit seinen Jungtambouren, die sich in ihrer, zehn Gruppen
umfassenden Konkurrenz den vierten Rang erspielten.
Schon kurz nach dem Verbandsfest durfte der
Verein in offizieller Mission unsere Stadt vertreten im Rahmen der
Wackerpreis-Verleihung in Solothurn sowie am offiziellen Solothurner Tag der
Grün 30-Gartenbauausstellung in Basel.
Am 16. August beehrten wir unseren Aktiven Rene
Schiegg und seine Braut Käthy mit einem Hochzeitsständchen.
Der Lottomatch, der Benzeniass und eine
besinnliche Waldweihnachtsfeier im Kreise unserer Familien führten hin zum
letzten Anlass des Jahres, dem Geburtstag unseres Ehrenpräsidenten Hermann
Walther. Zu den Feierlichkeiten zum 70. Geburtstag unseres Jubilars
versammelten sich an die hundert Gäste im Vereinshaus des Tambourenvereins
Biberist. Der Tambourenverein Biberist, die Stadtmusik Solothurn, Vertreter aus
der Verbandsspitze, sie alle feierten mit uns im Kreise einer illustren
Gästeschar den Ehrentag unseres Hermann. Nebst den vertretern der geladenen
Vereine würdigte unser Ehrenmitglied Heinz Lehmann in seiner gewohnt markanten
Art und Weise die grossen Verdienste, um die sich der Geehrte im
gesamtschweizerischen Trommelwesen und im Dienste seiner geleisteten
Öffentlichkeitsarbeit verdient gemacht hat.
Mit der Uraufführung des Marsches «Ambassodor»,
komponiert zu Ehren des Jubilars von seinem ehemaligen Trommelschüler François
Scheidegger, war zweifelsohne ein weiterer Höhepunkt der Feierlichkeiten
erreicht.
Den markanten Schlusspunkt setzte der Geehrte
persönlich mit der Übergabe eines Checks an unseren Präsidenten, verbunden mit
dem Wunsche, den Betrag in Form einer Hermann Walther-Stiftung zu verwenden.
Hermann wir danken Dir. Es ist müssig, alle Deine Verdienste hier nochmals
aufzuführen, Dein Name wird unauslöschlich mit dem Tambourenverein Solothurn
verbunden bleiben.
1981
Ein festloses Jahr, das mit dem Ständchen zum
60. Geburtstag von Aktiv-Ehrenmitglied Otto Furrer eröffnet wurde.
Die Generalversammlung vom 23. Januar warf keine
hohen Wellen, kündigte sich doch ein eher ruhiges Vereinsjahr an.
Erfreulicherweise durfte die Generalversammlung mit Patrick Egger, Fredy Kohler
und Thomas Kläy drei Jungtambouren nach bestandenem Pflichtjahr in den
Aktivbestand aufnehmen.
Ernst Lobsiger, unser langjährige Fähnrich,
durfte in Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste die Ehrenmitgliebschaft
entgegennehmen.
Wegweisend für die Zukunft wurde zudem
beschlossen, Geburtstagsständchen nur noch auf wirklich runde Jubiläumsjahre zu
beschränken.
An den Fasnachtsumzügen beteiligte sich der
Verein mit seinem Sujet «Mami si bohre glich». vornweg der prächtige
Tambourmajor als «Schwizermami», gefolgt von den Tambouren als Kinder ohne
Karies. Eine wie gewohnt grosse und farbige Gruppe, aufgesetzt breitgrinsende
Masken, stolz die weissen makellosen Zähne zeigend.
Am 7. März erfreuten wir mit einem
Hochzeitsständchen vor der Jesuitenkirche Ueli Bucher und seine Braut Anita.
Am 28./29. März verreiste der Verein bereits
wieder nach Frankreich, mit dem Ziel Chalon s/Saone, um als Gast, zusammen mit
der Stadtmusik Konkordia, die dortigen Karnevolstage zu beleben. Durchzogenes
Wetter, strapaziöse Auftritte und Umzüge waren zusammengefasst das Verdikt
dieser Reise, wie dem umfangreichen Reisebericht von Thomas Fröhlicher zu
entnehmen ist. Doch soll die Pflege der Kameradschaft, gemeinsam mit den
Konkordianern, keinesfalls zu kurz gekommen sein.
Bekanntlich befand man sich auch im Jubeljahr
des Kantons mit diversen Feierlichkeiten zur 500-jährigen Zugekörigkeit zur
Alten Eidgenossenschaft. Den ersten Grossanlass im Rahmen dieser Feiern
bestritt der Verein in Metzerlen bereits anfangs Mai.
Mit einem Ständchen gratulierte der Verein
seinem Ehrenmitglied Fritz Schneider zur Wahl in den Regierungsrat.
Am 23./24. Mai durfte der Tambourenverein
Solothurn in offizieller Mission den Zentralschweizerischen Tambouren- und
Pfeiferverband (ZTPV) anlässlich der 50Jahr-Feiern des Tambourenvereins
Domat-Ems vertreten.
Mit einem Auftritt durften wir anlässlich der
offiziellen Regierungsratsfeier im Landhaus unserem Ehrenmitglied Fritz
Schneider nochmals die Referenz erweisen.
Am 5./6. Juni wirkte der Verein mit am Fest der
Uniformenweihe der Stadtmusik Solothurn.
Je eine Gruppe von Aktiven und Jungtambouren
beteiligte sich am Ostschweizerischen Tambourenfest in Uzwil.
In der TV-Livesendung vom 20. Juni wusste sich
der Verein sehr vorteilhaft zu präsentieren. Sauberes Auftreten, gepaart mit
überzeugender trommlerischer Leistung, hinterliess einen tadellosen und
nachhaltigen Eindruck.
Die Tage vom 5./6. September standen ganz im
Zeichen der 500-Jahr-Feiern des Kantons Solothurn. Nach der offiziellen Feier
im Konzertsaal durften wir die Gäste und Delegationen aus Bund und Kantonen in
einem Festzug ins Landhaus begleiten.
Im Anschluss überbrachten wir unserem
Aktiv-Ehrenmitglied Ruedi Zingg Genesungswünsche, verbunden mit einem Ständchen
beim Bürgerspital.
Bei strahlendem Wetter konnte am Sonntag, als
Höhepunkt der Feiern, der folkloristische Festzumzug durchgeführt werden.
Riesige, applausfreudige Zuschauermassen säumten die gesamte Umzugsroute. Ein
erhebendes Erlebnis, hier, getragen von dieser Begeisterungswelle, dabei sein
zu dürfen.
Am 17. September durften wir unser
Aktiv-Ehrenmitglied Walter Christen mit dem wohlverdienten Ständchen zum 60.
Geburtstag beehren.
Das Wochenende vom 26./27. September gehörte
unseren Jungtambouren mit ihrem Fest in Münsingen. Mit ihrem Leiter Hans Balmer
belegten sie in der Kategorie A den ehrenvollen dritten Rang. Die B-Formation,
unsere Jüngsten, unter Ueli Lisser, rangierte auf Platz 12.
Ein Geburtstagsständchen zum 60. galt unserem
Ehrenmitglied Albert Leibundgut. Mit Auhritten in verschiedenen Gaststätten der
Stadt erfüllte man einen Auftrag der Stadtbehörden im Rahmen des Städtetages
vom 30. Oktober.
Am 10. November stellte sich die Sektion Ad; Uof
Alex Haefeli zur obligaten alljährlichen Inspektion.
An der ZTPV-Gruppenmeisterschaft vom 28.
November in Bern vermochten sich alle unsere teilnehmenden Gruppen in der
vorderen Hälfte der Teilnehmerliste zu klassieren.
Mit einem Ständchen zu seinem 75. Geburtstag
beehrten wir unser Gründer-Ehrenmitglied Hans Rutschmann.
Der Lottomatch erforderte nochmals den Einsatz
aller, bevor das Vereinsjahr mit den üblichen internen Anlässen wie Benzenjass,
Familienabend und Waldweihnachten abgeschlossen werden konnte. Letzterer Anlass
musste zudem des schlechten Wetters wegen ins Probenlokal verlegt werden, was
seiner feierlichen Bedeutung jedoch keinen Abbruch tat.
1982
Mit der Generalversammlung vom 22. Januar im Stammlokal
Restaurant Walliserkanne stand man wieder einmal an der Schwelle eines
Festjahres, denn für unseren Verein selbstverständlich, beschlossen die Aktiven
einstimmig, die Teilnahme am Eidgenössischen Verbandsfest in Schwyz.
Eintritte an der diesjährigen Generalversammlung
waren keine zu verzeichnen, jedoch konnten sieben Jungtambouren ihr Pflichtjahr
antreten, mit der Option auf Aufnahme an der nächstjährigen Generalversammlung.
Ein schöner Beweis unserer gezielten Jugendausbildung, waren doch diese Jungen
technisch bereits so gereift, dass sie unsere Reihen bereits am kommenden
Eidgenössischen verstärken durften.
leider hatte die Generalversammlung die
Demission unseres Willy Kohler als Tambourmajor entgegenzunehmen. Das Amt
konnte noch nicht definitiv besetzt werden und blieb vorerst vakant.
Am 12. Februar konnte Gründer-Ehrenmitglied
Walter Geiser seinen 75. Geburtstag begehen. Das verdiente Ständchen wurde ihm
am Fasnachtssonntag in närrischer Aufmachung dargeboten.
Für die Fasnachtsumzüge selbst stürzte sich der
Verein für einmal nicht in allzugrosse Unkosten. Getreu dem Motto «Mir
Individualischte mischte hür mol üsi Gschichtechischte» trug man bunt gemischt
aufgemöbelte Kostüme und Masken aus unserem reichen Fundus früherer
Narrenbekleidungen zur Schau. Es zeigte sich in der Folge, dass es für einmal
auch so ging.
Eine ausserordentliche Vereinsversammlung vom
26. März stellte wichtige weichen für die Zukunft, denn bereits wurden die
ersten Vorarbeiten für die Fasnacht 1983 beschlossen und zugeteilt. Dies
deshalb, weil das schon seit langem geplante Narrenkostüm eines «Plätzlibajass»
sehr aufwendig und arbeitsintensiv sei.
Bereits befasste man sich mit der Idee zur
Anschaffung einer neuen Vereinsfahne, da der alten keine neue Reparatur mehr
zugemutet werden konnte. Ehreninstruktor Hermann Walther meldete sich als
Spender der ersten tausend Franken. Als neuen Tambourmajor wählte die
Versammlung unseren ehemaligen Aktiven Franz Lang, der mit unserem Metier ja
bestens vertraut war. Des weiteren beschloss die Versammlung, die Organisation
des ZTPV-Jungtambouren- und Pfeiferfestes 1983.
In Bern durfte unser Freund und Ausbilder vieler
Militärtambouren, alt-Tambourinstruktor Alfred Flach, seinen 80. Geburtstag
feiern.
Die intensive Probentätigkeit auf das
Eidgenössische wurde wohltuend unterbrochen durch die Feier der Fahnenweihe des
befreundeten Tambourenvereins Burgdorf, wo unserem Verein die ehrenvolle
Berufung zur Patensektion zuteil wurde.
Ganziägige Proben im altbekannten Hohbergwald
und die vorgezogene Inspektion durch Ad; Uof Alex Haefeli boten nochmals
Gelegenheit zu letzten Retouchen an den Wettspielvorträgen.
Vom 1. bis 4. Juli galt es ernst. Frohgelaunt
und in der Gewissheit einer seriösen Festvorbereitung zog der Verein denn auch
nach Schwyz. Mit dem einmaligen Rekord von 29 aktiven Tambouren stellte unser
Verein die weitaus grösste Sektion im Wettkampf der Kategarie A. Mit dem
unserem Ehrenpräsidenten Hermann Walther gewidmeten Marsch «Ambassodor»,
komponiert von unserem Fransois Scheidegger und uraufgeführt an einem Fest,
erzielte unser Verein die Höchstnote aller Sektionen.
Mit dem zweiten Schlussrang hinter den
siegreichen Kameraden aus Gossau durfte der Tambourenverein Solothurn zufrieden
und stolz sein, legte er doch Zeugnis ab von einer reifen Spitzenleistung. Das
Quentchen Glück spielt eben auch bei uns, wie im Sport, oftmals eine
entscheidene Rolle.
Anlässlich des Festes durften Charly Kohler, Max
Brunner und Instruktor Hans Balmer die Ehrung zum eidgenössischen Veteranen
entgegennehmen.
Ein honorierter Auftritt, historisch komplett,
im Rahmen einer von den SBB organisierten Folklorereise, leitete dann über in
die wohlverdienten Sommerferien.
Am 30. September hatte der Verein einen Auftritt
zum Anlass der schweizerischen Polizeikommandanten-Konferenz im Landbaus.
Am 2./3. Oktober bestritten unsere Jungtambouren
die Wettspiele an ihrem Verbandsfest in Balsthal. Unsere A-Formation belegte
unter der Leitung von François Scheidegger den dritten, die B-Formation unter
Ueli Lisser den sechsten Rang.
Die ST V-Delegiertenversammlung vom 16. Oktober
in Emmen wählte zum neuen Zentralpräsidenten den Walliser Armand Zenhäusern aus
Visp. Eine vorzügliche Wahl, die sich in den folgenden Jahren mehr als
bestätigen sollte.
Am 4. November mussten wir Abschied nehmen von
unserem Gründer-Ehrenmitglied Walter Richard aus Langendorf. Ehre seinem
Andenken.
Eine besondere Ehrung wurde dem Kanton Solothurn
zuteil mit den Wahlen von Dr. Franz Eng aus Günsberg zum National- und Walter
Weber aus Derendingen zum Ständeratspräsidenten. Fürwahr, eine seltene
Konstellation und grosse Ehrung, die zwei verdienten Solothurnern zuteil wurde.
Am Empfang vom 1. Dezember und den anschliessenden Feierlichkeiten zu Ehren
dieser Mitbürger durfte auch unser Verein teilhaben.
Mit den obligaten vereinsinternen Anlässen und
der Teilnahme unserer Jungtambouren am Jahreskonzert der städtischen
Jugendmusik wurde dieses bedeutungsvolle Vereinsjahr abgeschlossen.
1983
Sieht man vom 10. Jungtambouren- und Pfeiferfest
ab, welches vom 10. bis 11. September von uns organisiert wurde, stand man für
einmal am Beginn eines festlosen Jahres. Die Generalversammlung vom 21. Januar
hatte die Demission unseres Instruktors Hans Balmer entgegenzunehmen. Während
zehn Jahren stand Hans als versierter technischer Leiter unserem Verein zur
Verfügung. Mit seinen Charaktereigenschahen, gepaart mit seinem technischen und
theoretischen Können und Wissen war Hans für dieses Amt geradezu prädestiniert.
All die vielen Erfolge des Vereins unter seiner Leitung legen davon bleibendes
Zeugnis ab.
Als sein würdiger Nachfolger wurde einstimmig
der junge, aus unserem eigenen Nachwuchs hervorgegangene Fransçois Scheidegger
gewählt. Eine Wahl, die sich aufs Schönste bestätigte, wie die kommenden Jahre
zeigen sollten.
Wiederum durfte die Generalversammlung mit
Silvio Zanetti, Kurt Meister, Frank Allemann und Michael Stocker vier
Jungtambouren in den Aktivbestand aufnehmen. Mit Fritz Schnyder und Hans Romann
durften zwei ehemalige Aktive, die zwischenzeitlich beruflich ortsabwesend
waren, erneut aufgenommen werden.
Anlässlich der Delegiertenversammlung des
Zentralschweizerischen Tambouren- und Pfeiferverbandes vom 29. Januar wurde
unser Instruktor François Scheidegger in die technische Kommission gewählt.
Angesichts seines 60- jährigen Bestehens
bestritt der Verein die Fasnacht 1983 mit seinem eigenen Motto «Zur Freud vo
jedem Narre-Ohr, drummle mir sit sächzig Johr». Im Kostüm des
selbstgeschneiderten, viel Aufwand erfordernden «Plätzlibajass» bot die grosse,
geschlossene Gruppe von Tambouren ein buntes, farbenprächtiges Bild.
Am 30. April war eine Vereinsdelegation zu Gast
beim befreundeten Tambourenverein Biberist zu dessen 75-jährigem
Vereinsjubiläum.
Eine Gruppe von Einzelwettkämpfern beteiligte
sich am Westschweizerischen Tambourenfest vom 3. bis 5. Juni in Fribourg.
60 und 65 Jahre sind ein Grund zum Feiern, unter
diesem Motto bescherte uns gemütliche Stunden am 21. Juni unsere
Stammlokal-Wirtefamilie Elisabeth und Fritz Haudenschild-Meyer.
Im Hinblick bereits auf das nächste
Zentralschweizerische Fest hatte sich Instruktor François Scheidegger mit der
Komposition «Edinburgh» ein grosses Ziel gesetzt. Verschiedene Gruppen mit je
einem verantwortlichen Leiter sollten ausserhalb der normalen Probentätigkeit
jedem Einzelnen ermöglichen, die schweren technischen Abläufe der Komposition
zu erlernen. Fürwahr, eine weise Vorausplanung.
Am 4. August verschied in Langendorf Ernst Kunz,
der langjährige Regisseur unserer ehemals bestbekannten Theaterguppe. Ehre
seinem Andenken.
Die Tage vom 10. und 11. September gehörten
einmal mehr den Jungen. Unserem Verein fiel die Ehre zu, unter der Führung
unseres Ehrenmitgliedes Hans Morf als OK-Präsident das 10. ZTPV-Jungtambouren-
und Pfeiferfest zu organisieren. Ein Anlass, der von allen Vereinsmitgliedern
den letzten Einsatz erforderte. Das bestens organisierte Fest hinterliess einen
nachhaltigen Eindruck. Der Nachwuchs unseres Verbandes wusste sich, vor allem
auch was Disziplin anbelangt, ins beste Licht zu rücken.
Im Gruppenwattspiel der Kategorie A vermochten
sich die Jungtambouren unseres Vereins unter der Leitung von Hans Balmer im
dritten Rang und in der Kategorie B unter Ueli Lisser im siebten Rang zu
klassieren.
Am 22. Oktober erfreute der Verein seinen
Kassier Thomas Fröhlicher und dessen Braut Pia vor der Kirche in Arch mit dem
verdienten Hochzeitsständchen.
Zur obligatorischen Inspektion durch Adj Uof
Alex HaeUli hatte der Verein am 18. November anzutreten.
Am Tag darauf, am 19. November, beteiligten sich
zwei Gruppen an der ZTPV Gruppenmeisterschaft in Biberist.
Auf den Benzenjasset, den Lottomatch und den
geselligen, wohlgelungenen Familienabend folgte nochmals ein grosser Tag für
unseren Kanton. Am 14. Dezember durfte unser Verein mitwirken am Empfang und
den Feierlichkeiten zu Ehren unseres zum Bundesrat gewählten Mitbürgers Dr.
Otto Stich aus Dornach. Hier sei der Ausspruch eines damaligen Politikers
zitiert, der meinte, dass der Kanton Solothurn wohl auf solche Feiern abonniert
sei.
Mit der schon bald zur Tradition gewordenen
Waldweihnacht im «Fallernhölzli» bei Rüttenen klang dieses Jahr in besinnlichem
Rahmen aus.
1984
Mit der Generalversammlung vom 20. Januar im
Stammlokal Restaurant Walliserkanne wurde ein reich befrachtetes Vereinsjahr
offiziell eröffnet. Präsident Ruedi Rebholz liess zu Beginn seines
Jahresberichtes gleich durchblicken, dass dies unwiderruflich, nach elf Jahren,
sein letztes Präsidialjahr sein werde.
Aus dem Aktivbestand konnten für 20-jährige
treue Mitgliedschaft Hanspeter Kübli und Franz Lang die verdiente
Aktiv-Ehrenmitgliebschaft entgegennehmen. Für langjährige, dem Verein
uneigennützig geleistete Dienste wurden Fritz Haudenschild sen., Wilhelm Fleig
und Jürg Lanz in den Kreis unserer Ehrenmitglieder aufgenommen.
Schon einen Tag nach der Generalversammlung
durfte unser Verein im Saale des Restaurant St. Urs in Biberist seinem
Ehrenmitglied Heinz Lehmann zum 70. Geburtstag gratulieren. Es war ein
rauschendes Fest, das im Beisein vieler Vertreter aus Vereinen und Verbänden
über die Bühne ging. Die Feierlichkeiten legten nachhaltiges Zeugnis ab von den
unermesslichen Verdiensten, um die sich der Geehrte auf kulturellem wie
politischem Gebiet bis weit über die Grenzen seines Wohnortes hinaus verdient
gemacht hatte.
Trauerarbeit hatte der Verein am 27. Januar zu
verrichten, mussten wir doch unser Ehrenmitglied Walter Christen-Schwägli im
Alter von erst 63 Jahren auf seinem
letzten Gang in Deitingen begleiten. Mit Walti
verloren wir einen liebenswerten Kameraden, der seinem Verein über Jahrzehnte
nicht nur als Tambour, sondern auch mit seinen geschickten handwerklichen
Fähigkeiten treu gedient hatte. Ehre seinem Andenken.
Für die närrischen Tage vom 1. bis 8. März
lieferten uns die Querelen um die letztjährige Bundesratswahl die Ideen für das
diesjährige Sujet. Mit dem Motto «Jetz schnäll ä Frau i Bundesrot, denn wär
weiss, was üs süsch no droht» hatte unser Fasnachtskomitee den sprichwörtlichen
Nagel auf den Kopf getroffen.
Die Inspektion durch Adj Uof Alex Haefeli vom 8.
Mai wurde im üblichen Rahmen abgewickelt, stand jedoch in der
Programmgestaltung ganz im Zeichen der Vorbereitungen für das bevorstehende
ZTPV-Verbandsfest.
Am 17. Mai durfte unser Verein im Auftrag der
Regierung die Konferenz der kantonalen Militärdirektoren mit einem Ständchen
beehren.
Die geplante ganztägige Probe mit
Vereinsmeisterschaft vom 20. Mai, im Sinne einer Vorprobe für das kommende
Verbandsfest, musste des schlechten Wetters wegen in der MFK-Halle in Bellach
durchgeführt werden.
Der am 1. Juni vom dortigen Tambourenverein in
Laupersdorf organisierte Sternmarsch unter Mitwirkung der Vereine aus Balsthal,
Biberist und Solothurn diente dem Zweck, die Bevölkerung auf das bevorstehende
Verbandsfest in Biberist aufmerksam zu machen.
Fünf Kameraden verdienen es, für selbstlos
geleistete Fronarbeit hier festgehalten zu werden. Seit Januar bis Ende Mai
konstruierten sie 30 neue Uebungsböckli auf einer Stahlrohrkonstruktion, in der
Höhe verstellbar, mit Notenhalterblatt aus Sperrholz. Unter der Leitung unseres
Schlossers Urs Galli, der auch seine Werkstatt zur Verfügung stellte, werkten
die weiteren Kameraden Hans Romann, Willy Mollet, Reto Schultis und Rene
Schiegg. Die Vereinskasse wurde nur mit den Materialkosten belastet.
Die ganztägige Probe im Hohbergwald vom 3. Juni,
am Nachmitiag aufgelokkert durch einen von Fritz Schnyder organisierten
Plauschwettkampf, diente der Festvorbereitung sowie der Pflege der
Kameradschaft und der Geselligkeit.
Das Wochenende vom 15. bis 17. Juni stand ganz
im Zeichen des 15. 7entralschweizerischen Tambouren- und Pfeiferfestes in
Biberist. Für unseren Verein wurde der Anlass zu einem durchschlagenden Erfolg.
Mit dem Paradestück «Edinburgh» als freigewählte Wettspielkomposition wurde der
Verein seiner Reputation gerecht und erspielte sich in überlegener Manier den
absoluten Festsieg. Der im Rahmen des Festes durchgeführte Gruppenwettkampf für
Jungtambouren brachte unseren Jungen unter der Leitung von Thomas Kläy den
vierten Schlussrang unter elf gestarteten Gruppen.
Am 22./23. Juni engagierten sich Mitglieder des
Vereins als Service-Equipe am «Märetfescht» in Solothurn. Ein willkommener
Zustupf in die Vereinskasse war der Lohn des Einsatzes.
Am 30. Juni schlossen unser Roli Heim und seine
Jacqueline den Bund fürs Leben. Mit einem Ständchen vor der Peterskopelle in
Solothurn durften wir ihnen zu ihrem Schritt ins gemeinsame Leben gratulieren.
Mit einem Ständchen zu seinem 70. Geburtstag
beehrten wir am 19. Juli unser Ehrenmitglied Hans Challandes in Grenchen.
Ein rauschendes Fest bot das Wochenende vom
25./26. August in Basel. Unter dem Slogan «das grösste Cliquenfest aller
Zeiten» feierte die VKB-Clique Basel ihr hundertjähriges Bestehen. Eine grosse
Ehre für den Tambourenverein Solothurn, zusammen mit vielen Gruppen aus dem In-
und Ausland dazu eingeladen worden zu sein.
Einen weiteren Auftritt bescherte dem Verein am
31. August das Vorstadtfest, wo unser Ehrenmitglied Hans Morf als OK-Präsident
amtete.
Einen nicht alltäglichen Auftritt bestritten wir
anlässlich der Tagung des Zwillings-Vereins im Landhaus. Unumwunden stellte man
fest, noch nie so ausgeprägt doppelt gesehen zu haben.
Den Herbst hindurch, bis hin zum Lottomatch vom
1./2. Dezember, hatte der Verein noch diverse Verpflichtungen zu erfüllen,
wobei zum Teil auch Gruppen eingesetzt werden konnten.
Mit dem alljährlichen geselligen Benzenjasset
und der einen erfreulich grossen Aufmarsch verzeichnenden Waldweihnacht neigte
sich dieses arbeitsreiche, aber für den Verein erfolgreiche Jahr seinem Ende
zu. Erfolgreich auch für unseren Präsidenten Ruedi Rebholz, dessen elfjährige
Präsidialzeit nicht schöner hätte ausklingen können.
1985
Die Generalversammlung vom 25. Januar im
Stammlokal Restaurant Walliserkanne stand im Zeichen eines Wechsels an der
Vereinsspitze. Somit ging eine elfjährige Präsidialzeit zu Ende, die man mit
Berechtigung als Ära Rebholz bezeichnen darf Mit grossem Geschick, unter
Einsatz all seiner ihn auszeichnenden Eigenschaften, stand Ruedi unserem Verein
vor. Kein leichtes Unterfangen, wenn man bedenkt, dass er bei seiner Wahl in
die Fusstopfen eines Hermann Walther treten musste. Mit berechtigtem Stolz darf
Ruedi Rebholz auf die Jahre seines Wirkens zurückblicken. In Würdigung seiner
grossen geleisteten Verdienste ernannte die Generalversammlung ihn denn auch
zum Aktiv-Ehrenmitglied und Ehrenpräsidenten.
Eine verdiente Ehrung wurde auch Hans Balmer,
dem lang jährigen Weggefährten von Ruedi Rebholz, zuteil. Für seinen
zehnjährigen erfolgreichen Einsatz als Instruktor wurde Hans die Würde des
Ehreninstruktors verliehen. Eine spezielle Würdigung erfuhr das Gespann
Rebholz/Balmer durch den von unserem Instruktor François Scheidegger
komponierten Trommelmarsch «Rebal» (Rebholz und Balmer = Reball. Die Notation
des Marsches auf Kalbfell geschrieben und eingerahmt vom Reifen einer Basler
Trommel, bildete das sinnvolle Geschenk an die Geehrten.
Zum neuen Präsidenten des Tambourenvereins
Solothurn wählte die Versammlung einstimmig Roland Heim aus dem Bestand der
Aktiven. wie sein Vorgänger ist auch Roli aus dem vereinseigenen
Nachwuchspotential hervorgegangen, somit mit unserem Vereinsbetrieb bestens
vertraut. All die Jahre bis heute, wo ich diese Zeilen zu Papier bringe,
sollten zeigen, dass auch diese Wahl eine glückliche war Ein weiteres
erfreuliches Traktandum bildete die Aufnahme der beiden Jungtambouren Daniel
Grolimund und Philipp Läuppi in den Aktivbestand.
Aber auch auf Verbandsebene, im
Zentralschweizerischen Tambouren- und Pfeiferverband, fand eine Wachtablösung
statt. An der Delegiertenversammlung vom 26. Januar in Biberist demissionierte
nach 16- jähriger Amtszeit der gesamte Vorstand. Mit dem Schreibenden als
Sekretär und Arthur Walther als Kassier waren somit auch zwei Mitglieder unseres
Vereins als Funktionäre im scheidenden Vorstand tätig. Neu wechselte der
Verbandsvorstand in die Innerschweiz, mit Hans Käch aus Gerliswil als neuem
Präsidenten Nachfolgend zeigte sich, wie nahe Freud und Leid oft beisammen
sind. Am 28. Januar verschied in Luterbach in seinem 70. Altersjahr Leo Zeiter.
Ieo, den älteren unter uns als liebenswerter Kamerad in Erinnerung, war auch
ein begnadeter, weit über die Kantonsgrenzen hinaus bekannter Jodelexperte.
Ehre seinem Andenken.
In Langendorf durften wir am 6. Februar unserem
Gründer-Ehrenmitglied Werner Wicki zum 80. Geburtstag gratulieren.
An der Fasnacht vom 14. bis 20. Februar
verschonten wir für einmal die Politszene und schenkten unsere Aufmerksamkeit
einem der Lieblingskinder des Sports, der Fussballnationalmannschaft. Sie
präsentierten sich prächtig am Umzug, die trommelnden Wölfe, gehorsam und
willig nachfolgend ihrem Tambourmajor in der Maske des Trainers Paul
Wolfisberg. Wie die Fasnacht war auch diese Euphorie bekanntlich nur von kurzer
Dauer.
Abgesehen von der Probentätigkeit verliefen die
Frühlingsmonate März/April in eher ruhigen Bahnen, überleitend zum
Grossauftritt am kantonalen Schwingfest in Luterbach vom 11. Mai.
Gesellige Anlässe waren einmal mehr die
Vereinsmeisterschaft vom 19. Mai im Hohberg sowie das Trainingswochenende vom
1./2. Juni in Ausserberg.
Am 8./9. Juni verreiste der Verein nach Herisau,
um sich wieder einmal an einem Ausserverbandsfest, nämlich dem
Ostschweizerischen, als Gast zu beteiligen. Ohne spezielle Probenvorbereitungen
und frei vom Druck eines eigenen Verbandsfestes, belegte der Verein den dritten
Schlussrang. Im Einzelwettspiel der verschiedenen Kategorien holte sich unser
Verein neun Einzelkränze, wobei François Scheidegger in der höchsten Kategorie
den vierten Platz belegte.
Mit grosser Freude und Genugtuung nahmen wir
Kenntnis von der Wahl von Dr. Konrad Schwaller zum Staatsschreiber des Kantons
Solothurn. Konrad Schwaller, damaliger Präsident der Stadtmusik Solothurn, war
auch, und ist es heute noch, ein grosser Freund unseres Vereins. Gratulieren
durften wir auch unserem Ehrenmitglied Fritz Schneider zur ehrenvollen
Wiederwahl als Regierungsrat sowie unserem Fondsverwalter und Ehrenmitglied
Heinz Jenzer zur erstmaligen Wahl in den Kantonsrat.
Mit unserem Engagement am «Märetfescht», der
Teilnahme an der 1. August-Feier sowie dem Auftritt am Ambassodorenfest neigte
sich der Sommer schon bald seinem Ende zu.
Am 14. September gratulierte der Verein mit
einem Ständchen vor dem Kloster Visitation seinem Aktivmitglied Viktor
Eggenschwiler mit seiner Braut Ruth zum geschlossenen Bund der Ehe.
Mit einem Grossaufmarsch von 32 Jungen, darunter
auch Mädchen, beteiligte sich unser Nachwuchs an seinem 11. Verbandsfest vom
21./22. September in Küssnacht am Rigi. Unter der Devise «Beteiligung kommt vor
dem Rang» bot man allen Mitgereisten die Gelegenheit, das kribbelnde Gefühl der
Anspannung vor und während des Wettkampfes auszukosten. So belegte denn
François Scheidegger mit seinen 14 Binggis im Gruppenwettspiel der Kategorie A
den achten Rang. In der Kategorie B vermochten sich unsere Jüngsten unter der
Leitung von Reto Schultis im 15. Rang zu klassieren.
Zu einem unvergesslichen Erlebnis gestaltete
sich unsere Vereinsreise, die uns in den Tagen vom 1 I. bis 13. Oktober ins
Elsass führte. Von unserem Fritz Schnyder vorzüglich vorbereitet und
organisiert, lernten wir all die Schönheiten, aber auch die kulinarischen
Genüsse unserer nördlichen Nachbarregion kennen. Jedoch auch beklemmende
Gefühle im Gedenken an vergangene unselige Jahre wurden in uns wachgerufen beim
Rundgang durch das ehemalige Konzentrationslager Struthof. Doch das Leben geht
weiter und eine Reise ging zu Ende, die ihren Zweck, das
Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb unserer Tambourenfamilie zu festigen,
vollauf erfüllt hatte.
Die Inspektion vom 15. Oktober durch Ad; Uof
Alex Haefeli erhielt für einmal eine ganz besondere Note. Unser Inspizient
brachte als Gast einen Berufskollegen mit, in der Person eines holländischen
Tambour-lnstruktors.
Nebst den üblichen Anlässen gegen Ende des
Jahres galt das Hauptinteresse dieser Tage dem Umbau und der Gestaltung unseres
neuen Probenlokals. Bekanntlich mussten wir unseren Trommelkeller, der dem
Verein über viele Jahrzehnte im Sankt-Ursen-Schulhaus zur Verfügung stand, auf
Ende Jahr verlassen. Als Ersatz stellte der Staat Solothurn unserem Verein
Räumlichkeiten im Untergeschoss des Amthauses Il zur Verfügung, an deren Um-
und Neugestaltung bereits seit einiger Zeit fleissig im Frondienst gearbeitet
wurde.
Am 19. Dezember konnte unser Ehrenpräsident und
Ehreninstruktor Hermann Walther seinen 75. Geburtstag begehen. Gegen hundert
geladenene Gäste, mit Delegationen aus Vereinen und Verbänden, gaben am 20.
Dezember im Vereinshaus des Tambourenvereins Biberist dem Jubilar die Ehre. Für
unseren Verein ein schöner und würdiger Abschluss des zu Ende gehenden Jahres.
1986
Mit der Generalversammlung vom 17. Januar stand
der Verein an der Schwelle eines ereignisreichen Jahres. Der Umzug ins neue
Probenlokal im Untergeschoss des Amthauses 11 konnte ab Mitte Januar vollzogen
werden. Der endgültige Ausbau, vorab des Materialraumes, sollte sich jedoch in
der Folge noch über etliche Monate erstrecken. Zusätzliche Belastungen
bereiteten den Mitgliedern zudem die Vorbereitungen auf das Eidgenössische Fest
in Burgdorf und unserem Nachwuchs stand der Besuch ihres Verbandsfestes in
Möhlin bevor.
Für einmal hatte der Kassier einen erklecklichen
Ausgabenüberschuss zu vermelden, hervorgerufen durch unumgängliche
Investitionen zu Gunsten des neuen Proben- und Vereinslokals.
Als neue Aktivmitglieder konnten die
Jungtambouren Bruno von Arx und Roland Windler aufgenommen werden.
Für zwanzig Jahre Aktivmitgliedschaft durfte
Willy Ramel die verdiente Ehrenmitgliedschaft entgegennehmen.
Mit einem Präsent wurde Reto Schultis der Dank
für seinen grossen Einsatz als Bauführer beim Lokalumbau ausgesprochen.
Ehrenpräsident Hermann Walther wurde von der
Generalversammlung als OK-Präsident gewählt, für die im Herbst vom Verein zu
organisierende Delegiertenversammlung des Schweizerischen Tambourenverbandes.
Die Fasnachtsumzüge vom 9. und 11. Februar
führten wir als grimmig dreinblickende, furchterregende Piraten an. Mit unserem
Sujet «Ues Pirate - chasch druf warte - fingsch scho bald i jeder Sparte»
geisselten wir die damals ruchbar gewordenen Zustände um die ominösen
Trinkgeldkässeli in der öffentlichen Verwaltung. Nachdem der Böögg sein Leben
ausgehaucht hatte, begleitet von den wehmütigen Klängen der Hilarimusik und
unserem mitfühlenden Trommeln, begann unverzüglich die seriöse Probenarbeit im
Hinblick auf das kommende Eidgenössische.
zwei willkommene Anlässe dienten der
Auflockerung des strengen Probenbetriebes: Zum einen der von Urs Galli
organisierte Skiplausch auf der Engstligenalp, zum anderen das gesellige
Fischessen an der Aare, organisiert von Willy Mollet.
Am 28. Juni, eine Woche vor dem Eidgenössischen,
organisierte der Verein in unserer Stadt ein Treffen mit den übrigen, sich am
Fest beteiligenden Sektionen aus unserem Kanton. Im Sternmarsch marschierten
die Sektionen Balsthal, Biberist, Laupersdorf und Solothurn zum Marktplatz, um
vor beachtlichem Publikum ihr Können, abgeschlossen mit einer Gesamtaufführung,
zu demonstrieren.
Dem 19. Eidgenössischen Tambourenfest vom 3. bis
6. Juli war wie schon oft der Wettergott nicht allzugut gesinnt, wurde doch der
Umzug total verregnet. Ein Trost, dass wenigstens die Wettkämpfe selbst bei
meist gutem Wetter abgewickelt werden konnten.
Zieht man die zusätzliche Belastung der Mitglieder
durch den sich über Monate hinziehenden Umbau des Probenlokals in Betracht, so
durfte der erzielte vierte Schlussrang in der höchsten Kategorie als schöner
und erfreulicher Erfolg gewertet werden. Zudem wurden neun Einzelkränze in den
verschiedenen Kategorien errungen, wobei unser Präsident sogar zum Einzelsieger
der Kategorie 2 avancierte.
Die anschliessenden wohlverdienten Ferien wurden
unterbrochen durch unseren Auftritt auf der St. Ursentreppe im Rahmen der
Bundesfeier.
Am 27./28. September beteiligten sich dreissig
Jungtambouren an ihrem 12. ZTPV-Verbandsfest in Möhlin und vertraten dort
unseren Verein sehr ehrenvoll und diszipliniert. Im Gruppenwettspiel der
Kategorie A erreichte François Scheidegger mit seinen Jungen den ersten Rang.
Mit dem zwanzigköpfigen Harst der Jüngsten klassierte sich Ueli Lisser im
bemerkenswerten zwölften Rang. Bruno von Arx wurde gar Sieger der Kategorie C1
im Einzelwettspiel. Sieben Jungtambouren durften für ihre Leistung zudem den
begehrten Kranz oder Zweig in Empfang nehmen. Die von Fritz Schnyder am 12.
Oktober organisierte Jurawanderung vom Balmberg nach Oensingen bleibt als
Nebelwanderung in der Erinnerung haften. Doch Fun, wie man heute sagen würde,
hatten alle, die dabei waren.
Am 25. Oktober zeichnete der Verein
verantwortlich für die Organisation der Delegiertenversammlung des
Schweizerischen Tambourenverbandes. Ein OK unter Ehrenpräsident Hermann Walther
leistete vorzügliche Arbeit und schuf beste Rahmenbedingungen im Landhaussaal.
Für sein Auftreten und die tadellose Organisation erhielt unser Verein lauter
Lob und Anerkennung.
Zur diesjährigen Inspektion durch Ad; Uof Alex
Haefeli hatte der Verein am 18. November anzutreten.
Der Lottomatch vom 22./23. November erbrachte
wieder einmal ein erfreuliches finanzielles Ergebnis. Dies dank spezieller
Werbeaktionen und des vermehrten Einsatzes aller Aktiven.
Der Familienparty-Abend vom 28. November, einmal
mehr organisiert von Fritz Schnyder, erfüllte teilnahmenmässig nicht ganz die
Erwartungen. Waren die Ferngebliebenen wohl festmüde?
Am 1. Dezember gratulierte eine Delegation
unserem Gründer-Ehrenmitglied Hans Rutschmann in Langendorf zu seinem 80.
Geburtstag.
Nach der bald zur Tradition gewordenen
Waldweihnacht vom 12. Dezember folgte als letzter Anlass des Jahres die in
bescheidenem Rahmen durchgeführte Einweihung unseres neuen Vereins- und
Probenlokals. Die geladenen Gäste, die Vereinsmitglieder mit ihren Angehörigen,
sie alle freuten sich am gelungenen Werk. Der Dank gebührt allen, die in
irgendeiner Form mitgeholfen haben, unser Tambourenheim zu realisieren. Die
Anstrengungen hatten sich gelohnt, unser Vereinslokal wurde zum Bijou, und ist
es heute noch.
1987
Wenn unser Präsident in seinem Jahresbericht
festhält, dass dieses festlose Jahr eher ruhig verlief, zeugt eine Rückschau
dennoch von einer regen Vereinstätigkeit. 75 Zusammenkünfte waren nötig, um all
den offiziellen und inoffiziellen Ansprüchen gerecht zu werden. Allein an die
zwanzig Auftritte hatte der Verein zu bestreiten, wobei ab und zu auch Gruppen
eingesetzt werden konnten. Eine intensive Probentätigkeit absolvierten unsere
Jungtambourenleiter mit ihren Zöglingen im Hinblick auf deren Verbandsfest im
kommenden Herbst.
Die Generalversammlung vom 23. Januar im
Stammlokal Restaurant Walliserkanne hatte die Demission von Aktuar Fritz
Ritschard und Vize-lnstruktor Ueli Lisser entgegenzunehmen. Während die Charge
des Vize-lnstruktors mit Fritz Schnyder neu besetzt werden konnte, blieb das
Amt des Aktuars verwaist. Bis zu dessen Wiederbesetzung würde jeweils ein
Vorstandsmitglied als Protokollführer amtieren.
Infolge beruflich bedingten Auslandaufentbaltes
(Australien), musste unser bewährte Kassier Thomas Fröhlicher für ein Jahr
dispensiert werden. Seine Stellvertretung übernahm Ehrenmitglied Ruedi Zingg.
Der Jungtambour Dominique Vögeli konnte als Aktivmitglied aufgenommen werden.
Für 20-jährige treue Mitgliedschaft wurde Urs Galli zum Aktiv-Ehrenmitglied
ernannt.
Für seine dem Verein seit Jahren geleisteten
Dienste durfte Heinz Krause die Ehrenmitgliedschaft entgegennehmen. Heinz
machte sich um unseren Verein besonders verdient in seiner beruflichen Stellung
als Hauswart der MFK, wo der Verein bekanntlich des öftern Gastrecht geniessen
darf.
Eine spezielle Ehrung erfuhr Ehrenpräsident
Hermann Walther für das seltene Jubiläum seiner 60-jährigen
Vereinsmitgliedschaft.
In seinem umfangreichen Abschlussbericht liess
Reto Schultis als verantwortlicher Bauführer die verschiedenen Phasen des
Umbaus unseres Vereinslokals Revue passieren. Dabei war zu erfahren, dass von
den Vereinsmitgliedern um die 850 Stunden Fronarbeit geleistet wurden.
Am 12. Februar beehrten wir unser
Gründer-Ehrenmitglied Walter Geiser mit einem Ständchen zu seinem 80.
Geburtstag.
Die Fasnachtsumzüge bestritten wir mit dem Sujet
«Mir trüebe Rüebe». Damit glossierten wir die damaligen Auseinandersetzungen
unserer Landwirte mit der Zuckerrüben-Produktion.
Am 5. Mai stellte sich der Verein in der
MFK-Halle zur alljährlichen obligaten Inspektion durch Adj Uof Alex Haefeli.
Am 28. Mai wurde unser langjähriges
Aktiv-Ehrenmitglied Charly Kohler im engsten Familienkreis zu Grabe getragen.
Ohne dass der Verein davon Kenntnis hatte, erlag Charly, fern von uns, einer
schweren Krankheit. Charly war ein liebenswerter Kamerad, der unserem Verein
auch viele Jahre im Vorstand diente. Bescheiden, still und leise wie er war,
ist er von uns gegangen. Ehre seinem Andenken.
Am 6. Juni hatte der Verein einen attraktiven
Auftritt im Stadion, anlässlich des Aufstiegsspiels FC Solothurn - FC Bern.
Die Mitwirkung am Paraplegikerfest in Solothurn
am 13. Juni war für unseren Verein Ehrensache.
Eine zwölfköpfige Gruppe beteiligte sich als
Einzelkonkurrenten am westschweizerischen Tambourenfest vom 26. bis 28. Juni in
Montreux.
Das im Juli über zwei Wochen in Simplon-Dorf vom
Schweizerischen Tambourenverband organisierte Juniorencamp wurde auch für
sieben Jungtambouren unserers Vereins zum Erlebnis. Diese Jungen, aber auch
ihre Jungtambourenleiter, durften auf diese Selektion stolz sein, waren doch
die Anforderungen, die für eine Teilnahme berechtigten, sehr hoch gesteckt.
wie jedes Jahr war die Teilnahme des Vereins an
der Bundesfeier Ehrensache. Eine Gruppe begleitete vom 14. bis 16. August die
befreundete Stadtmusik Konkordia nach Genf an die Fete de Genéve.
Am 26./27. September wurde in Laupersdorf das
13. ZTPV-Jungtambouren- und Pfeiferfest ausgetragen. An die 35 Jungtambouren
aus den verschiedensten Kursstufen unseres Vereins konnten am Fest teilnehmen.
Glücklich ein Verein, der eine solche Nachwuchsförderung sein Eigen nennen
darf. Angesichts der Tatsache, dass einige Junge erstmals das sprichwörtliche
Festfieber verspüren mussten, durften alle mit dem Erreichten zufrieden und
stolz sein. Im Gruppenwettkampf der Kategorie A erreichte Hans Balmer mit
seinen Jungen den fünften Rang. Ueli Lisser mit seiner grossen 15-köpfigen
Gruppe krönte deren Leistung in der Kategorie B mit dem vierten Rang.
Am 18. Oktober feierte der Tambourenverein Biel
sein hundertjähriges Jubiläum, wozu auch unser Verein eingeladen wurde. Nach
dem Empfang in Biel führte ein Umzug zum Kongresshaus, wo auch der
eindrucksvolle Festakt stattfand.
Die Vereinsmeisterschaft vom 7. November, von
unserem Organisationstalent Fritz Schnyder mustergültig gemanagt, wurde erstmal
in zwei Teilen ausgetragen. Der erste Teil, das Wettrommeln, litt unter
miserablem, nasskaltem Wetter. Auch das schützende Dach konnte, wie sich
Präsident Roli Heim ausdrückte, nicht verhindern, dass die Trommeln wie alte
Kartonschachteln tönten. Zudem angetan mit Mantel und bis über die Ohren
gezogener Mütze, und das vor einem Kampfgericht, schien Roli eher an einem
Eskimotreffen teilzunehmen. Um einiges gemütlicher dann der zweite Teil im
Restaurant Tivoli, wozu auch die Angehörigen eingeladen waren.
Mit einem gemütlichen Kegelschub und der
abschliessenden Rangverkündigung des nachmittäglichen Rangtrommelns ging diese
gemütliche und gesellige Veranstaltung zu Ende.
Drei Gruppen vertraten unseren Verein an der
verbandsinternen Gruppenmeisterschaft in Basel. Unter starker Konkurrenz
erspielten sich in der Kategorie 1 unsere Gruppen Solothurn 2 den fünften und
Solothurn 1 den elften Rang. Den Vogel schoss der unverwüstliche Hans Balmer
mit Ueli Lisser und Kurt Lüthy ab, belegten sie doch unter 22 Gruppen in der
Kategorie 2 den ersten Rang.
Ein Markstein in unserer Vereinsgeschichte
bedeutet unbestritten die Gründung einer alten Garde. Der Grundstein zu deren
Realisierung legten 15 Kameraden anlässlich der Gründungsversammlung vom 27.
November im Vereinslokal. Vorbehältlich der Zustimmung durch die
Generalversammlung, genehmigten die Anwesenden einstimmig das von Präsident
Roland Heim vorgelegte Reglement.
Am 10. Dezember durfte schon wieder ein
Solothurner Mitbürger gefeiert werden. An der Spitze des Festzuges und auf der
Treppe der St. Ursen-Kathedrale durfte unser Verein zu Ehren des von der
Vereinigten Bundesversammlung zum Bundespräsidenten gewählten Dr. Otto Stich
aus Dornach mitwirken.
Mit der besinnlichen Waldweihnachtsfeier, wo
unsere Jungtambouren und die Kinder unserer Angehörigen vom Samichlaus
beschenkt wurden, fand auch dieses Vereinsjahr seinen würdigen Abschluss.
1988
Am 11. Januar verschied in Langendorf in seinem
81. Lebensjahr unser Gründer-Ehrenmitglied Hans Rutschmann. Ueber Jahrzehnte
war Hans dem Verein treu ergeben. Am 15. Januar erwies der Verein dem
Verstorbenen in der Christuskirche Langendorf die letzte Ehre. Ehre seinem
Andenken.
Mit der Generalversammlung vom 22. Januar im
Restaurant Tiger stand man wieder einmal am Beginn eines Festjahres. Einstimmig
beschlossen die Aktiven die Teilnahme am 16. ZTPV-Verbandsfest in Liestal.
Einstimmig genehmigte die Generalversammlung
eine vom Vorstand beantragte Statutenrevision. Die Neuerungen betrafen vor
allem die Aufnahme der gegründeten alten Garde sowie die präzisere Definierung
der Mitgliedschaft, der Vereinsorgane und der finanziellen Kompetenzen des
Vorstandes. Gleichzeitig wurde auch das Reglement der alten Garde genehmigt.
Für 40-jährige Vereinsmitgliedschaft wurden die
Gebrüder Willy und Max Mollet mit einem Präsent geehrt.
Diskutiert wurde zudem die Anschaffung einer
neuen Vereinsfahne, da sich das alte Banner in einem maroden Zustand befindet.
Zur Realisierung des Vorhabens wurde die Bildung einer Spezialkommission
beschlossen.
Mit dem Sujet «Narrewahle 87» bestritt man die
Fasnachtsumzüge vom 14. und 16. Februar. Dass der Tambourmajor seinen mächtigen
Kopf auf zu langem Hals nur mühsam über die Runden brachte, hatte zur Folge,
dass selbiger für den Dienstagsumzug massiv gekürzt werden musste.
Eingekleidet in die Utensilien der Fasnacht,
beehrte man am 13. Februar Walti Morand mit einem Ständchen zu seinem 60.
Geburtstag.
Unmittelbar nach der Fasnacht begann die
intensivierte Probenarbeit für das kommende Verbandsfest.
Am 16. April holte man gemeinsam mit der
Stadtmusik Solothurn das Ständchen nach, zu Ehren des im vergangenen November
80 Jahre alt gewordenen Ehrenmitgliedes Arnold Banz.
Ein weiteres Ständchen durfte auch
Aktiv-Ehrenmitglied Ruedi Zingg am 9. Mai zu seinem 60. Geburtstag
entgegennehmen.
Eine willkommene Gelegenheit, die Wettstücke für
das Fest einer Expertise aus berufenem Munde zu unterziehen, bot die Inspektion
vom 10. Mai unter Adj Uof Alex Haefeli.
Die Vereinsmeisterschaft vom 15. Mai bot jedem
Einzelnen nochmals Gelegenheit, seine technische Fitness auf das Fest hin zu
testen. Erstmals durften sich die Kategoriensieger die offizielle
Vereinsmedaille mit Schleife umhängen lassen.
Am 24. Mai konnte unser ehemaliger Vereins- und Fasnachts-Tambourmajor,
Ehrenmitglied Willy Kohler, seinen 70. Geburtstag begehen.
Unaufhaltsam nahten sie, die Tage des 16.
Zentralschweizerischen Tambouren-und Pfeiferfestes vom 3. bis 5. Juni in
Liestal. Das Ziel von Instruktor François Scheidegger war klar vorgegeben, den
ersten Rang von Biberist ehrenvoll zu verteidigen. Dass dieses Ziel mit dem
zweiten Rang dann doch verfehlt wurde, vermochte der Freude über den erreichten
Spitzenrang keinen Abbruch zu tun. Unser Verein bewies einmal mehr, dass er über
Jahrzehnte hinweg gesamtschweizerisch zur absoluten Spitze gehört. Nachweisbar
ein Vergleich, der seinesgleichen sucht. Sieben Kameraden errangen in den
Einzelwettspielen den begehrten Kranz.
Am 14. Juni, im Anschluss an eine verkürzte
Probe, wurde der silberne Rang von Liestal nochmals gebührend gefeiert.
Das Ständchen vom 21. Juni galt unserem
Ehrenmitglied Fritz Haudenschild zum 70. Geburtstag.
Nach den Vereinsferien, unterbrochen von der
Teilnahme an der 1. August-Feier, galt der nächste Grosseinsatz dem «Jazz am
Märetplatz». Von den zu Kellnern und Geschirrwäschern umfunktionierten
Mitgliedern erfordert dieser Anlass jeweils grossen Einsatz. Der Lohn dieses
Einsatzes ist ein nicht mehr wegzudenkender Einnahmenfaktor für unsere
Vereinskasse.
Zwei unbeschwerte Tage bescherte uns die
Vereinsreise vom 24./25. September in die Sonnenstube der Schweiz, ins Tessin.
Mit der SBB, sogar noch 1. Klasse, wurde Locarno angepeilt, wo auch übernachtet
wurde. Am Sonntagmorgen führte die Reise zurück nach Flüelen, wo uns das
Express-Schiff «Wilhelm Tell» erwartete. Im Salon «Belle Epoque», bei
angeregter und gemütlicher Unterhaltung, genossen wir ein vorzügliches
Mittagessen während der Fahrt zurück nach Luzern. Eine wunderschöne Reise ging
zu Ende, einmal mehr trefflich organisiert von unserem Profiorganisator Fritz
Schnyder.
Am 15. Oktober präsentierte sich Solothurn als
offizieller Gastkanton an der OLMA in St. Gallen. Unserem Verein fiel die Ehre
zu, die grosse Delegation unseres Kantons im Festzug anzuführen und uns mit
einem vielbeachteten Auftritt in der Arena vor dichtgedrängtem Publikum
darzubieten.
Am 26. November beteiligte sich der Verein am
Abschiebskonzert der Stadtmusik Solothurn zu Ehren ihres Dirigenten Urs
Frikart.
Ein denkwürdiger Tag in unserer
Vereinsgeschichte wurde der 28. November, wo sich unsere gegründete alte Garde
zu ihrer konstituierenden Sitzung traf. Mit Ruedi Rebholz als Präsident und
Ruedi Zingg als Kassier sprachen die Altherren zwei bewährten Kameraden ihr
Vertrauen aus.
Der letzte offizielle Aufritt des zu Ende
gehenden Jahres galt unserem Ehreninstruktor Hans Balmer mit dem Ständchen zu
seinem 50. Geburtstag.
1989
Ein festloses Jahr brach an, das ein eher
ruhigeres Vereinsleben erwarten liess mit den obligaten Proben, Ständeli und
sonstigen, zu erwartenden Anlässen.
Mit dem Lottomatch vom 7./8. Januar galt der
erste Einsatz der Sanierung unserer Finanzen.
Zum Auftakt der diesjährigen närrischen Tage vom
2. bis 8. Februar durfte unser Verein für seine besonderen Verdienste um die
Solothurner Fasnacht eine spezielle Ehrung entgegennehmen. Am Schmutzigen
Donnerstag wurde uns im Beisein fasnächtlicher Prominenz und aller bisherigen
Preisträger das von Künstler Peter Travaglini geschaffene Relief als närrischer
Kulturpreis verliehen. Mit der Verleihung dieser total elf Fasnachtsreliefs
leistete die Künstlerhaus Schmiedengasse 11 AG ihren kulturellen Beitrag an die
Solothurner Fasnacht. Sehr ehrenvoll für unseren Verein, diese elfte und letzte
Auszeichnung erhalten zu haben. Mit unserem Sujet an den Fasnachtsumzügen «Dube
si e Sauerei, mir ersetze se mit Papagei» machten wir den Stadtobern den
Vorschlag, die Tauben eben mit diesen bunten Vögeln zu ersetzen.
Viel Kopfzerbrechen bereitete unserer
Spezialkommission offenbar die endgültige Gestaltung des neuen Vereinsbanners.
Befriedigt konnte Präsident Roli Heim bereits anlässlich der Generalversammlung
mitteilen, dass alle Differenzen zur Zufriedenheit aller ausgeräumt werden
konnten und dass das neue Banner fertig und zur Fahnenweihe bereit sei.
Anlässlich der Generalversammlung vom 20. Januar im Restaurant Tiger konnten
die Jungtambouren Marco Domina und Christoph Eggenschwiler als Aktivmitglieder
aufgenommen werden.
Die folgenden Aktiv-Ehrenmitglieder durften für
treue Mitgliedschaft ein Präsent in Empfang nehmen: Walter Geiser für 65 Jahre,
Hans Challandes für 60 Jahre, OHO Furrer für 50 Jahre und Ruedi Zingg für 40
Jahre. Einen grosszügigen Beitrag von je Fr. 500.- aus dem Ausbildungsfonds
sprach die Generalversammlung auf Antrag des Instruktors zu Gunsten von Bruno
von Arx und Christoph Eggenschwiler für deren ehrenvolle Teilnahme am
Internationalen Music Camp in Kanada. Eine Berufung, die auch unserem Verein
zur Ehre gereicht.
Am 18. März vertrat eine Delegation den Verein
am 100-Jahr-Jubiläumskonzert unserer befreundeten Stadtmusik Solothurn.
Anfangs Mai durften wir von Fritz Haudenschild
jun. und Barbara Gilgen die Zusage der Patenschah für unser neues Vereinsbanner
entgegennehmen.
Am 29. Mai mussten wir in der reformierten
Stadtkirche Abschied nehmen von unserem Ehrenmitglied Ernst Lobsiger. Wenn wir
uns im alten Vereinslokal im Schulhaus St. Ursen wie zu Hause fühlten, war dies
zum grössten Teil das Verdienst des Abwarteehpaars Lobsiger. Im Gefolge der gegenseitigen
Wertschätzung ist es nicht verwunderlich, dass Ernst zu unserem stolzen
Vereinsfähnrich avancierte, welches Amt er über zehn Jahre mit Hingabe
erfüllte. Ehre seinem Andenken.
Am 6. Juni hatte der Verein anzutreten zur
obligaten Inspektion durch Ad; Uof Alex Haefeli.
Am 10. Juni fiel einer auserwählten Gruppe
unseres Vereins die Ehre zu, die grosse Delegation des Kantons Solothurn am
Umzug anlässlich der Feier zur 1 75-jährigen Zugehörigkeit des Kantons Genf zur
Eidgenossenschaft anzuführen. Die offizielle Regierungsdelegation unseres
Kantons, begleitet von einem grossen Harst in die Uniformen der Zeit um 1814
historisch eingekleideter Krieger, hinterliess in Genf einen nachhaltigen
Eindruck.
Die Tage vom 17./18. Juni gehörten allein
unseren Jungen, die mit zwei Gruppen die Wettspiele an ihrem Verbandsfest in
Lenzburg bestritten. Mit dem fünften Rang in der Kategorie A unter der Leitung
von François Scheidegger und dem 13. Rang der Kategorie B unter Ueli Lisser
vermochten sie sich recht ehrenvoll zu klassieren. Am «Märetfescht» von Ende
Juni betrieben wir auf Initiative von Ueli Lisser einen
Raclette-Stand mit Bürgerwein. Der Freitagabend
verlief recht erfolgreich, derweil der Samstagabend unter misslichem Wetter
litt.
Am STV-Jungtambourencamp vom 15. bis 22. Juli
konnten zehn Junge unseres Vereins teilnehmen. Die anschliessende
Konzertournee-Reise durch die Schweiz fand ihren Höhepunkt mit dem
Abschlusskonzert vom 25. Juli in Solothurn.
Nach den Vereinsferien, unterbrochen von der
Teilnahme an der Bundesfeier, leisteten die Mitglieder ihren für unsere
Vereinsfinanzen so wichtigen Einsatz beim «Jazz am Märetplatz».
Am Sonntag, 3. Dezember beteiligte sich unser
Verein an der Spitze einer grossen Solothurner Delegation am Aarestädtetag in
Klingnau, welches an diesem Wochenende sein 750-Jahr-Jubiläum feierte.
Die Vereinsmeisterschaft vom 16. September bot
Gelegenheit zu einem letzten Test für diejenigen Mitglieder, die sich für eine
Teilnahme an den Einzelkonkurrenzen der Ostschweizerischen Tambourenwettspiele
in Gossau entschlossen hatten. Dieses OTV-Verbandsfest vom 22. September durfte
denn auch als Erfolg für unseren Verein gewertet werden. Nebst einigen
Kranzgewinnen durfte sich unser Ueli Lisser gar als Sieger der Kategarie 2
feiern lassen.
Weitere Gelegenheiten, sich im trommlerischen
Wettspiel zu messen, bot nochmals der Monat November.
Einen durchschlagenden Erfolg verzeichneten
unsere Jungtambouren anlässlich der Bernischen Jugendmusik-Wettspiele in
Interlaken, denn gleich zwei Kategoriensiege entführten sie nach Solothurn:
Bruno von Arx in der ersten und Marco Domina in der zweiten Kategorie. An der
ZTPV-Gruppenmeisterschaft vom 25. November in Münsingen klassierten sich unsere
beiden teilnehmenden Gruppen im fünften und sechsten Rang.
Als ein Erfolg besonderer Güte darf wohl der
letzte Auftritt des Jahres am 2. Dezember im Landhaussaal bezeichnet werden.
Eine grosse Gesellschaft hatte sich hier zum Ball der Alt-Amicitia eingefunden.
Ein Publikum, das begeistert mitging und den Verein mal für mal zu
Höchstleistungen antrieb. In einer dreiviertelstündigen Trommelshow, einem
wahren Feuerwerk, zog François Scheidegger, assistiert von unserem Fritz
Schnyder, nochmals alle Register, die ihm mit seinem Verein zur Verfügung
standen.
Das noch mit zwei internen Anlässen zu Ende
gegangene Jahr möchte ich nicht beschliessen, ohne einem Kameraden zu gedenken,
der uns vor kurzem für immer verliess. Im Spital in Basel verschied nach einer
schweren Herzoperation unser Aktiv-Ehrenmitglied Alban Leuenberger. Butz, wie
wir ihn alle nannten, war dem Verein als Aktiver über Jahrzehnte eine
zuverlässige Stütze. Besondere Verdienste erwarb er sich durch seinen
unermüdlichen Einsatz jeweils bei den anfallenden
Arbeiten für die Fasnacht. Den Wunsch seiner
Familie respektierend, begleiteten wir Butz nicht persönlich, wohl aber in
Gedanken auf seinem letzten Gang. Ehre seinem Andenken.
1990
Das Berichtsjahr wird zweifellos als Jubeljahr
in unsere Vereinsgeschichte eingehen. Die beiden absoluten Höhepunkte, unsere
Fahnenweihe und der Festsieg am Eidgenössischen Tambourenfest in Naters, legen
davon Zeugnis ab. Doch lassen wir das Jahr, ohne vorzugreifen, in
chronologischer Reihenfolge Revue passieren. Die Generalversammlung vom 19.
Januar in unserem Stammlokal Restaurant Walliserkanne stand bereits im Banne
dieser bevorstehenden markanten Schwerpunkte.
Mit Bedauern musste die Generalversammlung
Kenntnis nehmen von den Demissionen der Vorstandsmitglieder Urs Galli als
Vize-Präsident und Fritz Schnyder als Vize-lnstruktor. Beide Chargen blieben
mangels bereitwilligen Nachfolgern vorerst vaLant. An Stelle des ebenfalls
demissionierenden, seit sieben Jahren tätigen Vereinsfähnrichs OHo Furrer wurde
Ehrenmitglied Heinz Krause gewählt.
Mit Konstantin Henzi konnte ein
vielversprechender Jungtambour in den Aktivbestand aufgenommen werden. Ihm
durhe zugleich das Amt des Uniformenverwalters anvertraut werden, womit er den
demissionierenden Fritz Ritschard ersetzte.
Mit einem verdienten Blumenstrauss durfte zudem
unsere bereits seit zwei Jahren amtierende Aktuarin Heidi Grolimund geehrt
werden, die nebenbei auch unser Vereinssekretariat mustergültig führt.
Am 6. Februar, mitten in den Vorbereitungen für
die kommende Fasnacht, durften wir mit einem Ständchen unserem
Gründer-Ehrenmitglied Werner Wicki zu seinem 85. Geburtstag gratulieren.
«Ä Lätsch, ä Fratz, lueg chli dumm, scho
g'hörsch zum Fasnachtspublikum», so lautete der närrisch sinnige Vers für unser
Sujet «Läck dä Lätsch» der Fasnachtsumzüge vom 25. und 27. Februar. Der
gähnende Tambourmajor, gefolgt von seinen teilnahmslos und langweilig
dreinblickenden Bööggen, hielt damit sehr trefflich dem zahlreich die Strassen
säumenden Publikum den närrischen Spiegel vor.
Mit einem Ständchen beehrten wir am 13. April
unser Ehrenmitglied Arthur Walther zu seinem 75. Geburtstag.
Am 28. April gratulierten wir vor der
Peterskapelle in Solothurn mit einem Ständchen unserem Urs Galli und seiner
Kathrin zum Bund der Ehe.
Zu einem Freudentag für den Tambourenverein Solothurn
wurde der 30. April, der Tag der Weihe unseres neuen Vereinsbanners. Ganz im
Sinne des Vereins, diesen feierlichen Akt in schlichtem, würdigem Rahmen zu
begehen, wurde der Anlass zu einer eindrücklichen, besinnlichen Feier. Der
herrliche Frühlingstag verlieh zudem dem auserwählten Ort der Feierlichkeiten,
der Bruder Klaus-Kapelle auf dem Weissenstein, ein besonderes Gepräge.
Verschiedene Persönlichkeiten aus Vereinen und Politik beehrten uns mit ihrer
Anwesenheit. Zur Erinnerung seien aus diesem bewusst klein gehaltenen Kreis
illustren Gäste erwähnt die damaligen Landammann und Vereinsehrenmitglied Fritz
Schneider sowie Stadtammann Urs Scheidegger. Vom STV beehrten uns der damalige
7entralpräsident Armand Zenhäusern und der damalige STV-TK-Obmann Rene Walz.
Nach den Eröffnungsvorträgen der Stammsektion
und der alten Garde, letztere übrigens mit der ehrenvollen Würde der
Fahnenpatensektion betraut, eröffnete Vereinspräsident Roli Heim mit seiner
allgemeinen Begrüssung den Weiheakt.
Dem Schreibenden blieb es vorbehalten, als
Festredner seinen Vereinskameraden und dem illustren Kreis geladener Gäste
seine Gedankengänge über Sinn und zweck eines Banners darzulegen. Es erfüllte
mich damals, und tut es auch heute noch, mit Stolz, dass mir als Ehrenmitglied
mit heute über 50-jähriger Mitgliebschaft diese ehrenvolle Berufung zuteil
wurde. Kameraden, ich danke Euch für diesen Beweis der Wertschätzung.
Zum rhythmischen Klang des Fahnenmarsches
erfolgte nun dem Aufmarsch der beiden alten Fahnen, die dem Verein seit seiner
Gründung 1923 bis 1947, bzw. 1947 bis 1990 voran getragen wurden.
Unter Trommelklang und dem Applaus der
Festgesellschaft entrollte unser verehrtes Fahnenpatenpaar Barbara und Fritz
Haudenschild-Gilgen, beide eingekleidet in schmucke Trachten, unser neues
Vereinsbanner. Aus den Händen des Präsidenten durfte dann unser stolze Fähnrich
Heinz Krause das neue Symbol unserer Zusammengehörigkeit in seine Obhut nehmen.
Einen würdevollen Akzent setzte Stadtpfarrer
Peter von Felten mit seiner kurzen, sinnigen Andacht mit abschliessender Weihe
unseres neuen Banners. Mit dem Fahnengruss und gemeinsamem Schlussvortrag der
Stammsektion und der alten Garde wurde dieser denkwürdige Anlass geschlossen.
Zum anschliessenden Festbankett mit unseren
geladenen Gästen begab man sich ins nahe gelegene Kurhaus Weissenstein, dessen
offizielle Einweihungsfeier zur gleicher Zeit über die Bühne ging. Es versteht
sich von selbst, dass der Verein sich anlässlich dieser Eröffnungsfeier für das
neu renovierte Kurhaus trommlerisch präsentierte.
Vor der Käch-Schür in Oberdorf beehrten wir am
19. Mai unser Ehrenmitglied Regierungsrat Fritz Schneider mit einem Ständchen
zu seinem 60. Geburtstag.
Im Hinblick auf das Eidgenössische Fest wurde
die militärisch obligate Inspektion durch Adj Uof Alex Haefeli am 22. Mai
abgehalten.
Ein bodenständiger, denkwürdiger Anlass war das
Eidgenössische Jodlerfest vom 24./25. Juni in Solothurn. Mit seinen Aufritten
am Samstagabend im Festzelt und am Sonntag am Festumzug bot sich dem Verein
zudem eine zusätzliche Gelegenheit, seine Wettstücke vom kommenden
Eidgenössischen vor grossem Publikum darzubringen.
Eine Woche später waren sie da, die ersehnten
Tage des Eidgenössischen Festes vom 29. Juni bis 1. Juli in Naters. Guten Mutes
und in bester Stimmung reiste die Sektion ins Wallis, im Bewusstsein, mit
seriöser Vorbereitung alles getan zu haben, um ehrenvoll bestehen zu können.
Der von Instruktor François Scheidegger und seinem Assistenten Fritz Schnyder
mustergültig organisierte und durchgezogene Probenbetrieb mit der
abschliessenden Intensivwoche vor dem Fest, gab Anlass zu berechtigten
Hoffnungen auf einen Spitzenrang. Im Bewusstsein dieser seriösen Vorbereitung
herrschte stets schon an den Proben eine sehr gute Stimmung, die sich auf den
Anlass hin noch steigerte und am Fest selbst ihren Höhepunkt erreichte. Dieser
gesunde Optimismus, gepaart mit der an den Proben erarbeiteten Sicherheit in
den Wettspielvorträgen, beflügelte unsere Sektion auf dem Weg von Jury zu Jury
zu einem Glanzresultat. Erstmals wieder seit 1966 in Emmen errang sich der
Tambourenverein Solothurn die Krone des Eidgenössischen Festsiegers.
Als wiederum zahlenmässig grösste Sektion
erzielte Solothurn bei einem Punktemaxium von 120 das Glanzresultat von 118.40
Punkten. Besonders befriedigend ist auch die Tatsache, dass unser Verein auch
in der im Jurybericht geführten Rangliste ohne Beteiligungszuschlag ebenfalls
den ersten Rang belegt.
Glänzend schlugen sich auch unsere
Einzelkonkurrenten, die gesamthaft elf eidgenössische Einzelkränze errangen und
mit unserem Präsidenten Roli Heim gar den Sieger in der Kategorie CT2 stellten.
Einen argen Dämpfer auf unser Hochgefühl des
Triumphs über den errungenen eidgenössischen Festsieg erlebten wir alle beim
Empfang in Solothurn, der in Tat und Wahrheit keiner war. Ein Wermutstropfen im
Freudenbecher der Gefühle, dass entgegen den üblichen Gepflogenheiten ein
eidgenössischer Festsieger so schmählich im Stich gelassen wurde. Jedoch im
Bewusstsein, für unsere Stadt und die Farben Solothurns Ehre eingelegt zu
haben, marschierten wir mit eigenem Spiel zu unserem Stammlokal St. Urs, wo der
Erfolg nochmals gebührend gefeiert wurde.
Nun wurden die Mitglieder in die wohlverdienten
Vereinsferien entlassen, wobei die Daheimgebliebenen wie üblich den Verein an
der 1. August-Feier vertraten.
Vom 23. bis 25. August hiess es bereits wieder
«Manne i d'Hose» mit der Motivation, als Service-Boys am «Jazz am Märetplatz»
unserer Vereinskasse zu erneutem Auftrieb zu verhelfen.
Am 1. September feierten wir noch einmal, mit
unseren Angehörigen vereint, Solothurn als Schweizermeister. Unter dem Motto
«Wer triumphiert, kann feiern» trafen wir uns an diesem herrlichen Sommerabend
im Pfadiheim St. Niklaus. Bereits beim Apéro sorgte die vorgeschriebene
Krawattenpflicht für grosse Heiterkeit, musste doch das persönliche Halsgebinde
selbst kreiert werden. Was hier an Einfällen und Gags, wohl auch mit Hilfe
geschickter Frauenhände ausgeheckt wurde, muss man einfach gesehen haben.
Wahrlich ein Auftakt nach Mass für die kommenden Stunden. Schlag auf Schlag
folgten die Höhepunkte eines Programmes, das aufzeigte, welch unerkannte
Talente in den Mitgliedern jeden Alters schlummern und zum Vorschein kamen. Ob
all des Feierns vergass man jedoch nicht die beiden Konstrukteure des Erfolges.
Instruktor François Scheidegger, dessen Fähigkeiten auch in Fachkreisen neidlos
anerkannt sind, durfte ein gerahmtes Poster seiner Siegerpose auf dem obersten
Treppchen, aufgenommen anlässlich der Siegerehrung im grossen Festzelt,
entgegennehmen. Ein verdientes Präsent erhielt auch sein Assistent Fritz
Schnyder, der in Einzel- und Feinarbeit zurechtgeschliffen hatte, was ab und zu
im Kollektiv nicht gelingen wollte. Beiden wurde
eine nicht endenwollende stehende Ovation
dargebracht. Ein Höhepunkt des Abends war ohne Zeifel die in Versform gehaltene
humorvolle Ansprache von Präsident Roli Heim. Angefangen bei der ersten Probe,
bis hin zum mit aller Konsequenz angestrebten Festsieg, liess er die
Geschehnisse nochmals Revue passieren. Dieser Erfolg, just in dem Moment zu
Stande gekommen, da das Trommeln in seiner Technik und Perfektion, und das ganz
besonders im Sektionswettspiel, kaum mehr zu steigern ist, macht ihn besonders
wertvoll. Alle, die dabei waren, werden diese Festsiegerfeier wohl nicht so
bald vergessen. Nicht vergessen sei abschliessend die Uraufführung des im
Basler Stil gehaltenen Trommelmarsches «Eidgenosse», komponiert von unserem
Präsidenten Roland Heim zur Erinnerung an unseren Festsieg und sinnigerweise
gewidmet seiner Tochter Anja.
Am 17. November startete unser Verein ein
Experiment mit der Organisation des 1. Solothurner Jungtambouren-Grand-Prix.
Ins Leben gerufen vom Vorstand unseres Vereins, nach einer Idee und auf
Initiative unseres Präsidenten Roland Heim, soll den besten Jungtambouren der
Zentralschweiz Gelegenheit geboten werden, sich mit Gleichaltrigen in
friedlichem Wettspiel zu messen. In diesem Sinne wurden die besten dreissig
Jungtambouren unserer Verbandsregion zu diesem Kräftemessen eingeladen. In der
Aula der Kantonsschule, dem idealen Ort dieser Veranstaltung, konnte OK- und
Vereinspräsident Roland Heim ein erstaunlich zahlreich erschienenes Publikum
begrüssen. Von den sechs Konkurrenten, die sich nach dem ersten Durchgang als
Finalisten herausschälten, belegte unser Marco Domina den ehrenvollen vierten
Rang. Alle Beteiligten, und mit ihnen vor allem die drei Juroren Anton Wymann,
Rolf Müller und François Scheidegger, zeigten sich hochbefriedigt von diesem
Anlass, der in der Folge Tradition werden sollte.
Zu einem würdigen Jahresabschluss gestaltete
sich das Ständchen, das wir unserem Ehrenpräsidenten Hermann Walther zu seinem
80. Geburtstag vor unserem Stammlokal Restaurant St. Urs darbrachten.
Ein Jahr mit markanten Höhepunkten ging zu Ende.
Ein Jahr, das unserer Vereinsgeschichte zum Ruhme gereicht.
1991
Ein ruhiges, festloses Jahr stand bevor, das wir
am 2. Januar mit einem Ständchen eröffneten bei unserem Ehrenmitglied Otto
Furrer zu seinem 70. Geburtstag.
Doch auch dieses sogenannte Zwischenjahr
vermochte die Mitglieder auf Trab zu halten, hatten sie doch bei zirka siebzig
Proben und Anlässen im Schnitt mehr als einmal pro Woche anzutreten.
Der Lottomatch im Konzertsaal, Hilari zum
Auftakt der Fasnacht, eine Vorstands-und Vereinsversammlung bildeten die
weiteren Aktivitäten, nebst Proben natürlich, bis hin zur 68.
Generalversammlung vom 25. Januar in unserem Stammlokal.
In Anbetracht der vielen Höhepunkte im
Berichtsjahr verlas Präsident Roli Heim seinen humorvollen, mit vielen Bonmots
gespickten Jahresbericht in Versform. Schon war die Stimmung auf dem Höhepunkt.
Mit Rene Schwiete durfte ein hoffnungsvoller Jungtambour in den Aktivbestand
aufgenommen werden.
Unsere seit Jahren tätige Passiveinzügerin Marie
Allemann durfte für ihre treu geleisteten Dienste die Ehrenmitgliedschaft
entgegennehmen, bekräftigt mit der Uebergabe unserer Wappenscheibe. Die
verdiente Aufnahme in die Gilde unserer Ehrenmitglieder wurde auch unserem
Fahnenpatenpaar Barbara und Fritz Haudenschild-Gilgen zuteil. Zur Erinnerung an
die Fahnenweihe wurde ihnen zusätzlich eine gerahmte Foto unseres Vereins
überreicht.
Für 60-, resp. 50-jährige Mitgliedschaft wurden
die beiden Ehrenmitglieder Arthur Walther und Albert Leibundgut mit einem
Präsent geehrt.
Bekanntlich ging im letzten Jahr im Taumel des
Siegestrubels in Naters unser Tambourmajorstock wohl auf Nimmerwiedersehen
verloren. Die alte Garde blieb nicht untätig, trat als Sponsor auf und
überreichte aus der Hand von Hermann Walther unserem Instruktor ein neues, für
einen Tambourmajor so wichtiges und unentbehrliches Requisit.
Am 2. Februar durfte der Verein einen
Supererfolg verbuchen mit dem Auftritt am Treffen der vereinigten Guggenmusigen
des Leberberges in Feldbrunnen.
An den Fasnachtsumzügen vom 10. und 12. Februar
präsentierte sich der Verein mit seinem als Folge des ausgebrochenen
Golfkrieges kurzfristig abgeänderten Sujets als «Ghüderequipe». Damit nahmen
wir die damals vieldiskutierte Kehrichtsackgebühr aufs Korn.
Am 30. April stellte sich der Verein Ad; Uof
Alex Haefeli zur obligaten Inspektion in der MFK-Halle.
Dem Protokoll der Vorstandssitzung vom 4. März
entnehme ich, dass sich unser Präsident Roli Heim namens seiner Familie für die
Anteilnahme während der Leidenszeit und beim Heimgang seiner kleinen Tochter
Anja bedankte. Es liegt dem Schreibenden fern, Wunden aufzureissen, doch findet
er es angebracht, der kleinen Anja, die doch zu unserer Tambourenfamilie
gehörte und deren Leben so kurz war, an dieser Stelle ein ehrendes Andenken zu
bewahren.
Am 14. Verbandsfest der Union Romande vom 21.
bis 23. Juni in Chêne-Bourg beteiligten sich einige Mitglieder in verschiedenen
Kategorien als Einzelkonkurrenten. Mit sechs errungenen Kranzauszeichnungen
dokumentierten sie eindrücklich die Präsenz unseres Vereins in der Westschweiz.
Per Autocar reiste der Verein für die Tage vom
29./30. Juni nach Guttet, wo er als Gastsektion zum 50. Oberwalliser Tambouren-
und Pfeiferfest geladen war. Mit ihren Darbietungen im Festzelt lösten die
Solothurner wahre Begeisterungsstürme aus. Besonders begeistert war das
Publikum vom mit allen Raffinessen dargebotenen Vortrag «d'lsebahn». Von
qualmendem Rauch unter Dampf gehalten, vermochte unser Hans Romann, im Festzelt
als Bahnhofvorstand postiert und immer im richtigen Moment seine Signalglocke
einsetzend, den imaginären Zug in flotter Fahrt zu halten. Die von der
sprichwörtlichen Walliser Gastfreundschaft profitierende Vereinsreise war
jedoch auch in geselliger und kameradschaftlicher Hinsicht ein voller Erfolg.
Am «Märetfescht» mit unserem Raclettestand «Chez
Ueli» und dem Grosseinsatz als Servierpersonal beim «Jazz am Märetplatz»
erlebte unsere Vereinskasse für einmal wieder bessere Zeiten als auch schon.
Zwischen diesen beiden Anlässen lag noch unser
Auftritt anlässlich der Spezial-Bundesfeier vom 1. August zu 700 Jahre
Eidgenossenschaft.
Gemeinsam mit dem Rangtrommeln für unsere
Jungtambouren wurde am 21. September die Vereinsmeisterschaft durchgeführt.
Sehr positiv die überaus grosse Beteiligung, was ja auch Sinn und Zweck dieser
Veranstaltung sein sollte. Am Jungtambouren- und Pfeiferfest vom 28. September
beteiligte sich eine Gruppe von 16 Jungen unsers Vereins an den
Einzelwettspielen. Genau die Hälfte von ihnen errang die begehrte Auszeichnung.
Am 9. November traf sich die Elite der
Jungtambouren aus der ganzen Schweiz zum 2. Solothurner
Jungtambouren-Grand-Prix in der Aula der Kantonsschule Solothurn. Damit erhielt
bereits der zweite Grand-Prix eidgenössisches Format. In regionalen
Ausscheidungen der vier Verbände Zentral-, Ost-, Westschweiz und Wallis
qualifizierten sich je die acht Besten für diese Weflspiele. In einem ersten
Durchgang wurden die zehn Finalisten erkoren, die anschliessend unter sich den
Sieger ausmachten. Mit einer glänzenden Leistung ertrommelte sich unser
Jungtambour Marco Domina den zweiten Rang. Die tadellose Organisation durch
unseren Verein, das hohe Niveau, auf dem die Wettspiele ausgetragen wurden,
sowie die überaus grosse Publikumspräsenz dürften die Organisatoren ermutigen, den
Solothurner Grand-Prix weiterleben zu lassen.
Der 25. November 1991 wird als ein besonderer
Freudentag in die Chronik des Tambourenvereins Solothurn eingehen, wurde doch
sein Ehrenpräsident und Ehreninstruktor Hermann Walther vom Regierungsrat des
Kantons Solothurn im Rahmen der alljährlichen Kulturpreisverleihung mit einem
Anerkennungspreis ausgezeichnet. Eine Ehrung, die nicht nur den Geehrten und
seinen Stammverein, sondern auch all die Vereine des STV in Anerkennung ihres
kulturellen Schaffens
ehren und freuen darf. Begleitet von seinem
Tambourenverein in historischer Uniform, durfte unser Hermann die verdiente
Ehrung aus den Händen von Frau Landammann Cornelia Füeg in Empfang nehmen.
Fünf Gruppen vertraten unseren Verein ehrenvoll
an der ZTPV-Gruppenmeisterschaft vom 30. November in Signau. Die Gruppe
Solothurn 2 errang in der Kategorie 1 den dritten Rang.
Mit den geselligen Anlässen wie Benzenjass und
dem Jungtambouren-Chlausenhöck, zu dem auch die Eltern eingeladen waren, fand
das Vereinsjahr seinen Abschluss.
1992
Das Jahr begann gleich mit einem Einsatz zu
Gunsten der Vereinskasse, dem Lottomatch vom 3./4. Januar. Derselbe fiel eher
mässig aus und brachte uns gerade das vertraglich garantierte Minimum.
Anlässlich unserer Generalversammlung vom 24.
Januar im Restaurant St. Urs Walliserkanne war zu erfahren, dass unser
Instruktor François Scheidegger interessiert sei, das Amt des im STV
demissionierenden TA-Obmannes zu übernehmen. François sei diesbezüglich von
verschiedenen Seiten angegangen worden und sei nach reiflicher Ueberlegung
bereit, sich dieser Herausforderung zu stellen. Mit Pascal Oeuvray und Benjamin
Friedli durfte die Generalversammlung erfreulicherweise wiederum zwei
Jungtambouren in den Aktivbestand aufnehmen.
Für zwanzigjährige Mitgliedschaft wurden die
Kameraden Hans Romann und Fritz Schnyder zu Ehrenmitgliedern ernannt und
durften unsere schöne Wappenscheibe entgegennehmen.
Für langjährige Mitgliedschaft wurden mit einem
Präsent bedacht Ehrenpräsident Hermann Walther für 65 Jahre, Theodor Mathys 40
Jahre, Franz Lang 30 Jahre und Urs Galli 25 Jahre.
Einen Tag später, am 25. Januar tagten in Ebikon
die Delegierten unseres Zentralschweizerischen Regionalverbandes ZTPV, wo unser
Instruktor zum offiziellen Kandidaten als STV-TA-Obmann zu Handen der
schweizerischen Delegiertenversammlung erkoren wurde.
Der Monat Februar war ausschliesslich den Proben
und den Vorarbeiten für die Fasnachtstage vom 27. Februar bis 4. März gewidmet.
An den grossen Umzügen vom 1. und 3. März verteilten wir fleissig Zettel an die
Narren am Strassenrand. bedruckt mit treffenden Sprüchen und einer Anleitung,
wie daraus ein Schiffli gefaltet werden kann. Mit dieser Aktion «Schiffli
falten» nahmen wir Bezug auf unser Sujet «SOS - Siesta ohni Stüür», womit wir
anspielten auf das neue Vehikel der Aare-Schiffahrtsgesellschaft, das bei
weitem nicht allen Benützern und Anwohnern der Aare Freude bereitete.
Am 12. Mai, im Hinblick auf das bevorstehende
Verbandsfest in Grenchen geradezu ideal, stellte sich der Verein Adj Uof Alex
Haefeli zur obligaten Inspektion. Den Festvorbereitungen galt auch die
Teilnahme am Sternmarsch mit anschliessendem Konzert in Bern, am
Samstagnachmittag, 23. Mai.
Am Freitag, 12. Juni hatten unsere ersten
Einzelkonkurrenten am 17. ZTPV-Verbandsfest in Grenchen anzutreten. Tags
darauf, nach einer intensiven letzten Vorprobe, dislozierte der Verein direkt
nach Grenchen, um sich alsbald der ersten Jury zu stellen. Bei allen
Wettspielplätzen legte unsere Sektion Zeugnis von ihrem hohen Können ab. Einzig
im freigewählten Wettstück, der an rhythmischen Schwierigkeiten für eine
Sektion kaum mehr zu überbietenden Komposition «Le Troubadix», wurden einige
Zehntels-Punkte verschenkt. Diese Patzer waren in der Endabrechnung
ausschlaggebend, so dass es «nur» zum dennoch blendenden zweiten Rang reichte.
Mit Ausnahme dieser Stolpersteine erzielte unser
Verein an den übrigen Wettspielplätzen mit Abstand die höchsten Noten, was auch
die separat geführte Rangliste ohne Beteiligungszuschlag mit dem ersten Rang
belegt. In den Einzelwettspielen der verschiedenen Kategorien durften zudem
acht Kameraden die begehrte eidgenössische Auszeichnung entgegenehmen.
Gleich im Anschluss an das Fest wurden die
Mitglieder in die wohlverdienten Vereinsferien entlassen, bis Ende Juli. Mit
der Teilnahme an den 1. August-Feiern wurde das Arbeitsprogramm der zweiten
Jahreshälfte in Angriff genommen. Ein nochmaliger Grosseinsatz galt dem
Serviceeinsatz am «Jazz am Märetplatz» vom 27. bis 29. August.
Am 19./20. September kam wieder einmal die
Pflege der Kameradschaft und der Geselligkeit zu Ehren mit der Vereinswanderung
über den Restipass.
Offenbar noch festmüde, vermochte die
Vereinsmeisterschaft vom 26. September nicht mehr allzuviele Unentwegte
anzulocken.
Der Solothorner Jungtambouren-Grand-Prix,
mittlerweile bereits zu einem Begriff geworden, erlebte am 14. November seine
dritte Auflage. Wiederum unter Anteilnahme eines grossen, interessierten
Publikums erfüllte dieser Anlass alle Erwartungen. Mit Marco Domina vermochte
erstmals einer unserer Jungen die Siegespalme zu erringen. Eine fast logische
Steigerung über den vierten und zweiten zum ersten Platz.
Seit einiger Zeit schon reifte bei den
Verantwortlichen unseres Vereins der Gedanke heran, das Eidgenössische
Tambourenfest 1998 nach Solothurn zu holen. Dies bezügliche Gespräche mit den
Spitzen der städtischen Verwaltung zeigten, dass uns seitens der Stadt jede
mögliche Unterstützung zugesagt wurde. Ermutigt durch diesen Bescheid, führten
Präsident Roland Heim und Instruktor François Scheidegger vor kurzem ein erstes
Vorgespräch mit führenden Persönlichkeiten über das zu bildende
Organisationskomitee sowie das weitere Vorgehen.
Ein ruhmreicher Tag für den Tambourenverein war
ohne Zweifel der 21. November, wo in Näfels die Delegiertenversammlung des
Schweizerischen Tambourenverbandes stattfand. Als Nachfolger des
demissionierenden Rene Walz wurde unser Instruktor François Scheidegger zum
TA-Obmann SIV gewählt. Dank seiner integren Persönlichkeit und den in Tambourenkreisen
neidlos anerkannten überragenden Fähigkeiten war diese Wahl unbestritten. Ihm
als TA-Sekretär zur Seite gegeben wurde in einer weiteren Wahl unser Kamerad
und Vereinskassier Thomas Fröhlicher. Fürwahr ein Gespann, das unseren Verein
im höchsten Verbandsgremium ehrenvoll vertreten wird.
Ein krönender Abschluss des Berichtsjahres, das
mit dem Chlausenhöck unserer Jungtambouren zusammen mit ihren Eltern und dem
traditionellen, gemütlichen Benzenjass in Minne Ausklang.
1993
Sieben Jahrzehnte Tambourenverein Solothurn.
Diese runde Zahl an Jahren gab Anlass, die 70. Generalversammlung vom 22.
Januar im Restaurant Tiger als Jubiläums-Generalversammlung abzuwickeln. Dies
auch im Bewusstsein, dass sich der eigentliche Gründungsakt erst am kommenden
3. September jähren wird. Welch ein Glücksfall, zum damaligen Zeitpunkt die
beiden Gründer-Ehrenmitglieder Walter Geiser und Werner Wicki noch unter uns zu
wissen.
Gleich vier Neuaufnahmen durften von der
Versammlung bestätigt werden mit Josef Rappo und den Jungtambouren Thomas
Riedweg, Christoph Moser und Daniel Sciboz.
Eine gehaltvolle Laudatio auf zwanzigjährige
engagierte Mitgliebschaft, gehalten von unserem Instruktor, bildete den
feierlichen Rahmen zur Ernennung unseres Präsidenten Roland Heim und seines
langjährigen Vorstandskollegen Ueli Lisser zu Ehrenmitgliedern.
Ehrende Erwähnung für jahrzehntelange
Mitgliedschaft erfuhren die Ehrenmitglieder Walter Morand für 50 sowie Willy
Mollet und der Schreibende für je 45 Jahre. Im Berichtsjahr durften zudem
sieben Jungtambouren am STV-Juniorencamp in Gluringen teilnehmen.
Die Fasnachtstage vom 18. bis 24. Februar
bestritt der Verein ganz im Sinne seines 70-Jahr-Jubiläums. Treffend denn auch
der kreierte, unserem fasnächtlichen Treiben vorangestellte Slogan «Sit 70 Johr
- mir tüe nid schummle, duet dä verein vo Narre trummle!». Eine farblich
nuancenreiche, prächtige Truppe von Solothurner Waggis, die der Verein in
eigener Regie und Arbeit auf die Beine gestellt hatte. An die vierzig Narren
stark, eingerechnet unser Vortrab kleiner Nachwuchswaggis, bestritten wir die
beiden Fasnachtsumzüge. Es geziemt sich, an dieser Stelle einmal allen
kreativen Krähen unseres Vereins zu danken, die für ihren grossen Einsatz, den
sie jeweils im Zuge der Fasnachtsvorbereitungen leisten, zu danken. Dank
gebührt auch den Ehefrauen, Bräuten und Freundinnen unserer Mitglieder, deren
geschickten Händen wir nicht zuletzt die kompetente Fertigung der Kostüme
verdanken.
Bis Mitte Juni folgte nun eine etwas ruhigere
Zeit, waren doch ausser den obligaten Proben keine nennenswerten
Vereinsaktivitäten zu verzeichnen.
Am 18. Juni, am Tag vor dem Eidgenössischen
Jodlerfest in Sarnen, beteiligten sich einige unserer Mitglieder als
Einzelkonkurrenten an den Tambourenwettspielen des OTV in Schaffhausen. ihre
Bemühungen wurden mit sechs Auszeichnungen belohnt, wobei Daniel Grolimund in
der Kategorie 2 gar als Einzelsieger hervorging.
Am 19./20. Juni begleitete der Verein in
offizieller Mission das Solothurner OK zur Uebergabe der Zentralfahne ans
Eidgenössische Jodlerfest nach Sarnen. Mit Bravour entledigte sich der Verein
dieser ehrenvollen Verpflichtung, wobei Vizeinstruktor Bruno von Arx den
verhinderten François Scheidegger in jeder Beziehung würdig vertrat.
Die Teilnahme an der Bundesfeier am 1. August
unterbrach die Vereinsferien, die mit der ersten Probe vom 17. August zu Ende
gingen.
Ein Grosseinsatz erwartete die Mitglieder über
die drei Tage vom 19. bis 21. August am «Jazz am Märetplatz», wo es jeweils
gilt, die Trommelschlegel mit dem Serviertablett zu vertauschen.
Am 28. August, letztmals in diesem Jahr in
historischer Uniform und mit Vereinsfahne, beteiligte sich der Verein am
städtischen Franziskanerfest.
zum Anlass des 70. Jahrestages der Gründung des
Tambourenvereins Solothurn trafen wir uns zu einer bescheidenen, aber würdigen
Gedenkfeier in unserem Stammlokal St. Urs. Mit Bedacht wurde auf grosse
Feierlichkeiten verzichtet, die bleiben dem 75-Jahr-Jubiläum vorbehalten. In
trautem Kreise gedachten wir der wackeren Männer, die am 3. September 1923
unseren stolzen Verein aus der Taufe gehoben hatten. Zum Anlass des
Freudentages zeigte sich der Verein solidarisch zu Mitmenschen, die auf der
weniger glücklichen Seite des Lebens stehen, mit einer Spende zu Gunsten der
Aktion «Denk an mich».
An ihrem Verbandsfest vom 25./26. September in
Sissach beteiligten sich unsere Jungtambouren mit ehrenvollen Klassierungen. In
den Gruppenwettspielen klassierte sich François Scheidegger mit seinen Jungen
im dritten Rang.
Einen durchschlagenden Erfolg verzeichneten
unsere Jungtambouren an den Wettspielen des Verbandes Bernischer JugenUmusiken
in Spiez vom 7. November. In der Kategorie 1 belegten Benjamin Friedli den
zweiten und Pascal Oeuvray den dritten Rang. Die Kategorie 2 zeigte auf dem
zweiten Rang die punktgleichen Fabian Schäfer und Thomas Riedweg. Als Sieger
der Kategorie 3 glänzte Dominique Oeuvray. Die Gruppe Friedli/Riedweg/Oeuvray
krönte ihre Leistung mit dem Sieg in den Gruppen-Wettspielen. Sechs weitere
Teilnehmer durften für ihre vorzügliche Leistung den begehrten
Einzellorbeerzweig in Empfang nehmen.
Mit guten Rängen klassierten sich unsere vier
Gruppen, die an der 12. ZTPVGruppenmeisterschaft vom 27. November in
Laupersdorf teilnahmen.
Am 9. Dezember durhen wir bereits zum zweiten
Mal an den Feierlichkeiten zu Ehren unseres Solothurner Mitbürgers Dr. Otto
Stich mitwirken, der von der Vereinigten Bundesversammlung zum
Bundespräsidenten gewählt wurde.
Als letzter Anlass des Jahres wurde am 11.
Dezember in der Aula der Kantonsschule Solothurn der bereits zur Tradition
gewordene 4. Solothurner Jungtambouren-Grand-Prix ausgetragen. Welch ein
krönender Jahresabschluss, durfte doch unser Benjamin Friedli dank seiner
hervorragenden Leistung zum Sieger ausgerufen werden.
Der Berichterstatter möchte das Jahr nicht
abschliessen, ohne doch noch zu vermerken, dass unser Präsident Roland Heim
anlässlich der Wahlen im vergangenen Frühjahr ehrenvoll in den Kantonsrat
gewählt wurde.
1994
Mit der Generalversammlung vom 21. Januar im
Restaurant Tiger stand man wieder einmal, eher ist man versucht zu sagen, schon
wieder an der Schwelle eines Festjahres. Die ganze erste Jahreshälfte war
vornehmlich geprägt von intensiver Probenarbeit auf das 21. Eidgenössische Fest
von anfangs Juli in Gossau hin.
Bereits am Tag nach unserer Generalversammlung
durften wir unser Ehrenmitglied Heinz Lehmann in Biberist zu seinem 80.
Geburtstag mit dem verdienten Ständchen beehren.
Schon früh in diesem Jahr bildete der Schmutzige
Donnerstag am 10. Februar den Auftakt zum fasnächtlichen Treiben. Wahrlich eine
tolle Nummer unser diesjähriges Sujet mit der Autonummer «Honolulu 0». Damit
spielten wir an auf die Absicht des Kantons, die maroden Staatsfinanzen künftig
mit der Versteigerung attraktiver Autoschilder etwas aufzubessern. Mit eben
dieser speziellen und gewinnträchtigen Nr. 0 wollten wir diese Bemühungen der
öffentlichen Hand tatkräftig unterstützen.
Mit ihrer fünften Generalversammlung vom 25.
Februar bewies unsere alte Garde, dass ihre damalige Gründung offenbar einem
Bedürfnis entsprach.
Am 12. März gastierte der Verein auf spezielle
Einladung hin am Trommelfestival in Köniz, wo er mit seinem auf diesen Anlass
zugeschnittenen Show-Programm einmal mehr zu überzeugen und zu begeistern
vermochte.
Die obligate militärische Inspektion vom 24. Mai
durch Adj Uof Alex Haefeli bot willkommen Gelegenheit, dem Inspizienten das
Wettspielprogramm von Gossau zu präsentieren.
Ein Hochzeitsständchen am 18. Juni bei der
Bergkapelle auf dem Weissenstein galt unserem Kameraden Reto Schultis und
seiner Braut Gisela.
Dann, vom 8. bis 10. Juli reiste der Verein nach
Gossau zum 21. Eidgenössischen Tambourenfest, um daselbst seinen vor vier
Jahren errungenen Titel ehrenvoll zu verteidigen. Dass dies nicht im
gewünschten Rahmen gelang, lag weniger an der Leistung der Sektion, sondern
eher an der Ausgeglichenheit des Spitzenquartetts, das die vier ersten Ränge
unter sich ausmachte. Angesichts der überaus starken Konkurrenz war man vom
erreichten vierten Schlussrang befriedigt, im wissen, nach wie vor zur Spitze
der schweizerischen Trommelszene zu gehören. bin schöner Erfolg war auch
unseren Einzelkonkurrenten beschieden, die mit total zehn eidgenössischen
Auszeichnungen in den Einzelwettspielen heimkehrten.
Unmittelbar vor Beginn der Vereinsferien
beehrten wir noch mit einem Ständchen in Grenchen unser Ehrenmitglied Hans
Challandes zum 80. Geburtstag.
Im Anschluss an die erste Probe nach den Ferien
am 16. August fand die denkwürdige ausserordentliche Versammlung statt, wo
einstimmig beschlossen wurde, der Delegiertenversammlung des STV offiziell
unsere Kandidatur als Austragungsort für das Eidgenössische Tambourenfest 1998
anzumelden.
Vom 25. bis 27. August wurden die Mitglieder
einmal mehr gefordert mit dem Arbeitseinsatz am «Jazz am Märetplatz».
Am Jungtambourenfest vom 3./4. September in
Langentbal klassierten sich unsere Jungen in der Kategorie A unter der Leitung
von Bruno von Arx im ehrenvollen dritten Rang. Mit total zwölf Auszeichnungen
in den Einzelwettspielen legten sie auch hier erfolgreich Zeugnis ihres Könnens
ab.
Am 19. November reiste eine starke Delegation
nach Sion, um an der dortigen STV-Delegiertenversammlung die Kandidatur
Solothurns als Austragungsort des Eidgenössischen Tambourenfestes 1998 zu
vertreten. Die hervorragende Präsentation durch Staatsschreiber Dr. Konrad
Schwaller als 1. OK-Vizepräsident sicherte unserer Bewerbung die volle
Zustimmung der Delegierten.
zwei Jungtambourengruppen beteiligten sich am 4.
Dezember hier in Solothurn an den jeweils interessanten Gruppenwettspielen des
Verbandes Bernischer Jugendmusiken. In der Kategorie 1 stellten unsere Jungen
mit der Gruppe Finger/Riedweg/Oeuvray gleich den Kategoriensieger. In der
Kategorie 2 belegten Kurth/Oeuvray/Schafroth den ehrenvollen dritten Rang.
Ein schöner Anlass war wiederum der fünfte
Solothurner Jungtambouren-Grand Prix vom 10. Dezember in der Aula der
Kantonsschule. Im Final der Besten vermochte sich unser Pascal Oeuvray im
achten Pang zu klassieren.
Im Berichtsjahr mussten wir aber auch Abschied
nehmen von unserem geschätzten Ehrenmitglied Fritz Haudenschild, der uns in
seinem 76. Altersjahr für immer verliess. Fritz war unserem Verein, zusammen
mit seiner Gattin, ein treu ergebener Freund und Gönner. Ehre seinem Andenken.
1995
Mit bloss etwas mehr als fünfzig Zusammenkünften
hatte das Berichtsjahr einen selten ruhigen Verlauf zu verzeichnen. Erster
Anlass des Jahres war denn auch die Generalversammlung vom 20. Januar im
Stammlokal St. Urs. Mit Bedauern musste die Versammlung die Demission von
Beisitzer Ueli Lisser entgegennehmen, der für seine 16- jährige engagierte
Vorstandstätigkeit in den verschiedensten Chargen gebührend geehrt wurde.
Erfreulich wiederum die Aufnahme von drei
Jungtambouren in den Aktivbestand mit Raphael Finger, Daniel Kurth und
Dominique Oeuvray. Wiederum ein erfreulicher Beweis der gezielten Jugendarbeit
unseres Vereins.
Eine verdiente Ehrung durfte Hans Balmer
erfahren für seine vierzigjährige Vereinsmitgliedschaft.
Da unserem Verein im vergangenen November von
der STV-Delegiertenversammlung das Eidgenössische Tambourenfest 1998 definitiv
zugesprochen wurde, oblag der heutigen Generalversammlung die angenehme
Pflicht, das engere OK offiziell zu bestätigen. Diesem gehören an Ständerätin
Rosemarie Simmen als Präsidentin, Staatsschreiber Dr. Konrad Schwaller als 1.
Vize-Präsident und Stadtschreiber Peter Gisiger als 2. Vize-Präsident. Als
Generalsekretär konnte Ruedi Bögli aus Langendorf gewonnen werden. Das wichtige
Amt des Finanzchefs war zu diesem Zeitpunkt noch unbesetzt. Der STV wird im OK
vertreten durch unseren Instruktor François Scheidegger in seiner derzeitigen
Funktion als Obmann TA STV. Ihm obliegt ohnehin der gesamte technische Verlauf
im Wettspielbetrieb.
Für unseren Verein nimmt Präsident Roland Heim
Einsitz in diesem engeren und verantwortlichen OK, mit dessen Bestätigung durch
die Generalversammlung der Startschuss zum Eidgenössischen Tambourenfest 1998
gegeben war Damit wird unsere Ambassodorenstadt zum zweiten Mal nach 1970
Gastgeberin sein für die zahlreichen traditionsbewussten Sektionen des
Schweizerischen Tambourenverbandes.
Mit einem Ständchen beehrten wir am 6. Februar
in Langendorf unser Gründer-Ehrenmitglied Werner Wicki zum 90. Geburtstag.
Die Fasnachtstage ab der Chessleten vom 23.
Februar bis und mit zum Bööggverbrennen vom 1. März durften getrost als
Höhepunkt der ersten Jahreshälfte apostrophiert werden. Kantonalbankdesaster,
Pannen in Staatssteuerrechnung
und anderes bildeten den Aufhänger zu unserem
diesjährigen Su jet «Mir hei Hoor gloh». Von unseren Kostümverantwortlichen
treffend parodiert durch einen prächtig herausgeputzten Hippie-Tambourmajor,
gefolgt von konsterniert dreinblickenden alten kahlköpfigen Hippies. «Im
Gägesatz zu üsne Alte, hei mir üsi Hoor no b'halte», das war der Leitspruch
unserer jungen Garde zu ihrer Kostümierung als Waggisgruppe.
Mit je einem Ständchen gratulierten wir unseren
Ehrenmitgliedern Arthur Walther am 13. April zum 80. und Franz Lang am 18.
April zum 50. Geburtstag.
Dass im Militärmusikwesen längst fällige und für
uns Tambouren auch vorteilhafte Korrekturen vorgenommen wurden, zeigt die
Tatsache, dass unsere Inspektion vom 9. Mai von Alex Haefeli erstmals in seinem
neuen militärischen Grad als Hauptmann abgenommen werden konnte.
Die Vereinsmeisterschaft vom 10. Juni galt als
Prüfstein für all die Einzelkonkurrenten, welche am letzten Juniwochenende das
Westschweizer Verbandsfest in Lausanne besuchten. Ihr Abstecher ins Welschland
wurde mit sieben Einzelkränzen belohnt und verlief dementsprechend sehr
erfolgreich.
Acht Jungtambouren unseres Vereins durften sich
am Jungtambourencamp des STV beteiligen, das vom 15. bis 29. Juli in Gluringen
im Wallis stattfand. Eine schöne Bestätigung des Ausbildungskonzepts in unserem
Verein.
In seinem Sommerbrief vom Juli verwies Präsident
Roli Heim mit Genugtuung auf den seit Jahresbeginn existierenden
Tambouren-Hunderter-Club (IHC). Ein beachtlicher Erfolg, wenn man bedenkt, dass
diese Gönnervereinigung Mitte Jahr bereits einen Bestand von 32 Mitgliedern
aufweist, die gewillt sind, gemäss den Satzungen den Verein mit ihrem
jährlichen Beitrag von Fr. 100.- zu unterstützen. Hut ab vor so viel Goodwill.
Nach den Vereinsferien, unterbrochen durch die
Teilnahme an den 1. August Feiern, galt der erste Grosseinsatz wiederum während
drei Tagen dem «Jazz am Märetplatz».
Am Zentralfest des Schweizerischen
Studentenvereins vom 3. September fiel dem Verein die Ehre zu, den Festumzug
anzuführen.
Ein dunkler Tag in unserer Vereinsgeschichte war
der 28. September, wo wir auf dem Friedhof in Zuchwil von unserem Walti Geiser
Abschied nehmen mussten. In seinem 89. Lebensjahr wurde er vom irdischen Dasein
abberufen. Seit der Gründung des Vereins im Jahre 1923 dabei, war Walti über
all die Jahrzehnte ein mustergültiges Vereinsmitglied, vor allem aber ein
vorbildlicher Kamerad. Die Jungen unseres Vereins hatten es ihm besonders
angetan, kein Wunder, wenn er für sie zum Tambourenpapi avancierte und auch
liebevoll so genannt wurde. Unauslöschlich wird der Name Geiser in die Annalen
unseres Vereins eingehen, denn tief sind die Spuren, die der Verstorbene, vor
allem aber auch sein ihm im Tode vorausgegangener Vater hinterlassen haben.
Ehre seinem Andenken.
tnde September beteiligten sich unsere
Jungtambouren mit zwei Gruppen an ihrem Verbandsfest in Rothrist. Im
Jungtambouren-Sektionswettspiel der Kategorie A belegte Bruno von Arx mit
seinen Jungen den siebten Rang und Seppi Rappo mit seiner Gruppe in der
Kategorie B den zwölften Rang. Zehn Junge errangen den begehrten Zweig, wobei
Fabian Müller gar Sieger der Kategorie C 3 wurde.
Am 6. Oktober erhielt Ehrenmitglied Theodor
Mathys das ihm zustehende Ständchen zum 60. Geburtstag.
Mit durchschlagendem Erfolg beteiligten sich
unsere Jungen an den Einzel- sowie Gruppenwettspielen des Verbandes Bernischer
Jugendmusiken vom 5. November, resp. 3. Dezember.
Der sechste Solothurner Jungtambouren-Grand-Prix
gelangte am 9. Dezember zur Durchführung. Unser Daniel Roth vermochte sich
unter den Finalteilnehmern im siebten Rang zu klassieren.
Der Benzenjass und der
Jungtambouren-Chlausenhöck waren die letzten Aktivitäten des Jahres, bevor
unser Ehrenpräsident Hermann Walther am 19. Dezember mit der Einladung zu
seinem 85. Geburtstag den gebührenden Schlusspunkt setzte. Eine illustre
Gästeschar traf sich mit uns im Vereinshaus des befreundeten Tambourenvereins
Biberist, um unserem Jubilar zu huldigen und mit ihm im Kreise seiner
Geschwister diesen hohen Ehrentag zu begehen. Dieser schöne und erhebende
Anlass bot reichlich Gelegenheit, unter Freunden und Gleichgesinnten das zu
Ende gehende Jahr in Minne ausklingen zu lassen.
1996
Im Gegensatz zum letzten Jahr stand der Verein
mit dem Berichtsjahr vor der Bewältigung eines umfangreichen Arbeitsprogrammes.
Herausragende Schwerpunkte waren nebst der Fasnacht das bevorstehende
ZTPV-Verbandsfest in Olten sowie die Teilnahme an der 1.
ClSM-Perkussionsmeisterschaft anfangs November in Holland. Doch lassen wir das
Jahr in seinen wichtigen Begebenheiten nochmals in Erinnerung zurückrufen.
Bereits am 3. Januar durften wir unserem
Ehrenmitglied Otto Furrer zu seinem 75. Geburtstag gratulieren.
Intensive Probenarbeit, traditionelle Teilnahme
am Hilari sowie eine Vereinsversammlung füllten die Zeit bis zur Generalversammlung
vom 19. Januar Erfreulich, dass mit Fabian Schäfer ein weiterer Jungtambour aus
der Vereinseigenen Talentschmiede in den Aktivbestand aufgenommen werden
konnte.
In besonders feierlichem und verdientem Rahmen
wurde François Scheidegger und Thomas Fröhlicher für zwanzigjährige
ununterbrochene Vereinstreue die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Thomas
Fröhlicher seit 1982 Kassier und François Scheidegger seit 1983 Instruktor,
sind zur Zeit immer noch in ihren Ämtern tätig. Eine verdiente Ehrung wurde
auch Ehrenmitglied Arthur Walther zuteil, für das seltene Jubiläum seiner
sechzigjährigen Mitgliedschaft.
Am 11. Februar waren wir zu Gast bei unserem
Ehrenpräsidenten Ruedi Rebholz in Attiswil, dem wir zum 50. Geburtstag das
verdiente Ständchen darbrachten.
Im wahrsten Sinne des Wortes «sauglatt» war das
Motto, unter dem wir die Fasnachtstage vom 15. bis 21. Februar belebten. Als
Säuli unter dem Slogan «Sau wie Sau» beteiligten wir uns am Narrentreiben,
angeführt von unserem Fasnachtsmajor Heinz Krause, welcher eine prächtig
herausgeputzte Bäuerin symbolisierte.
Kaum waren die närrischen Tage verklungen,
erreichte uns die traurige Kunde vom Ableben unseres Ehrenmitgliedes Hans
Challandes, der am 11. März in Grenchen, kurz vor seinem 82. Geburtstag,
verschied. Hans war ein Kamerad, der in der Blüte seines Lebens während
Jahrzehnten für seinen Tambourenverein lebte. Während vielen Jahren versah er
im Vorstand das Amt des Aktuars, eine Charge, die er zudem während zehn Jahren
auch im Zentralschweizerischen Tambourenverband erfüllte. Vielen unter uns wird
es als glänzender Possenreisser unserer einst so erfolgreichen Theatergruppe
der vierziger und fünfziger Jahre in Erinnerung bleiben. Ehre seinem Andenken.
Wie nahe leid und Freud oh beieinander sind,
zeigt der Anlass vom 31. März, wo wir unseren Fähnrich Heinz Krause mit einem
Ständchen zu seinem 60. Geburtstag beehren durften.
Im Berichtsjahr hatte unser Verein den Verlust
eines weiteren Freundes und Ehrenmitgliedes zu beklagen. Mit Urs Rüegger
verschied ein Geschäftsmann und eine Persönlichkeit echt solothurnischer
Prägung, tief verwurzelt mit den Traditionen seiner Vaterstadt. Diese
Eigenschaften begründeten zweifellos die Zuneigung des Verstorbenen zu unserem
Verein. Ehre seinem Andenken.
Am 26. April stellte sich unser Verein letztmals
seinem Inspizienten Hptm Alex Haefeli zur Inspektion. Im Jahre 1962, als
Nachfolger des unvergesslichen Alfred Flach, stand Alex Haefeli erstmals als
junger Tambourinstruktor vor unserem Verein. Gross ist die Zahl unserer
Mitglieder, die ihre Ausbildung zum Militärtambour unter Alex absolvierten und
von seinen ausserordentlichen Fähigkeiten profitierten. Wie sein Vorgänger
verstand es Alex ausgezeichnet, in der Ausbildung seiner ihm anvertrauten
Rekruten aber auch die Interessen der Vereine zu wahren, mit denen er im
zivilen Bereich stete Kontakte pflegte. Mit den besten Wünschen für seine
weitere Zukunft wurde Alex anlässlich dieser letzten, seiner 35. Inspektion vom
Tambourenverein Solothurn ehrenvoll verabschiedet.
Nach Wochen intensiver Probenarbeit stand man
vor dem 18. ZTPV-Verbandsfest, das vom 6. bis 9. Juni in Olten abgehalten
wurde. Mit einer sehr guten Leistung, männiglich war sich keiner Schnitzer
bewusst, reichte es diesmal «nur» zum zweiten Rang. Getreu unserer Devise «wir
können nicht nur Siege feiern» wurde das Verdikt akzeptiert, im berechtigten
Bewusstsein, eine nahezu perfekte Leistung geboten zu haben. Zehn
Einzelauszeichnungen in den verschiedensten Kategorien waren die Früchte
gezielter und intensiver Probenarbeit der Einzelkonkurrenten. In der älteren
Veteranenkategorie ertrommelte sich unser Hans Balmer gar den ersten Rang.
Einen ehrenvollen Auftritt erfüllte der Verein
am 27. Juni im Schloss Sommerhaus an der Unteren Steingrubenstrasse anlässlich
der Uebergabe der de Vigier-Preise 1996 zur Förderung Schweizerischer
Jungunternehmer.
Als letzte Aktivität vor den Vereinsferien wäre
noch der Auftritt am Märetfescht vom 6. Juli zu vermelden.
Nach Wiederaufnahme der Probentätigkeit Mitte August
folgte bereits wieder der Grosseinsatz am «Jazz am Märetplatz». Abgeschlossen
wurde der Monat mit dem Auftritt vom 31. August am Vorstadttest.
Im Verlaufe des Monats September leisteten die
Mitglieder im Auftrag der Einwohnergemeinde Öffentlichkeitsarbeit mit dem
Einzug der Bettagskollekte. Im gleichen Monat durfte der Verein seinem
Ehrenmitglied Hans Morf, OK-Präsident des Eidgenössischen Festes 1970, zu
seinem 80. Geburtstag gratulieren.
