Verfasser der Chronik

Vorwort

Die vorliegende Festschrift zum 75- jährgen Jubiläum des Tambourenvereins Solothurn soll orientieren über 25 Jahre Vereinsgeschichte von 1974 bis 1998. Sie möge nachfolgenden Generationen als Nachschlagewerk dienen.

 

und die wichtigsten Begebenheiten wahrend dieser Zeitspanne im und um unseren Verein Revue passieren lassen. Es ist die dritte Festschrift, die in unserem Archiv Aufnahme finden wird. In Anlehnung an die beiden vorangegangenen Jubiläumsschriften kann - und soll auch die vorliegende den Rahmen der unserem Verein gegebenen Möglichkeiten keinesfalls sprengen.

Unsere erste Schrift, von der Gründung 1923 bis 1948, beinhaltet die schweren Jahre des Zweiten Weltkrieges und wurde verfasst von unserem verehrten Ehrenpräsidenten und Ehreninstruktor Hermann Walther, der heute in seinem hohen Alter mit Stolz auf sein Lebenswerk, den Tambourenverein Solothurn, zurückblicken darf. Die zweite Festschrift, von 1949 bis 1973, zum 50- jährigen Vereinsjubiläum, hinführend in einen wirtschaftlichen Aufschwung bis hin zur Euphorie der Hochkonjunktur, bescherte meiner Wenigkeit die Ehre des Verfassers. Welch ein Gegensatz zur heutigen Situation der allgemeinen Verunsicherung, wo Mitmenschen täglich um ihren Arbeitsplatz bangen müssen und wo bei einem Heer von Arbeitslosen unser Land nach neuen Ufern strebt. Dieser Widerwärtigkeiten zum Trotz freue ich mich und fühle mich geehrt, durch den Vereinsbeschluss mir im Herbst meines Lebens erneut die Verfassung der 75jährigen Jubiläumsschrift anzuvertrauen. Dieser ehrenvollen Aufgabe komme ich gerne nach, im stolzen Bewusstsein, in meiner nun 50-jährigen Mitgliedschaft in diesem Verein, dem ich in den verschiedensten Chargen dienen durfte, nie eine interne Krisensituation erleben zu müssen. Dem Tambourenverein Solothurn, dessen oberstes Gebot immer die sprichwörtliche Kameradschaft war, wo jung und alt in Harmonie unserem gemeinsamen ideal dienen, wünsche ich weiterhin Glück und Gedeihen auf dem weg hin zum hundertjährigen Jubiläum.

 

Der Verfasser:

 

Max Mollet, Aktiv-Ehrenmitglied

 

 

 

Rückblende Jubiläumsjahr 1973

 

Mit der Julbiläums-Generalversammlung vom 26. Januar im Restaurant Schwanen wurde dieses denkwürdige Jahr in Angriff genommen. Lassen wir nun die Geschehnisse des Jahres in chronologischer Reihenfolge Revue passieren.

 

Am 3. Februar organisierte unser Verein im Landhaussaal die Delegiertenversammlung des Zentralschweizerischen Tambourenverbandes ZTV. Herausragendes Merkmal dieser Versammlung war der einstimmige Beschluss, die Integration der Pfeifersektionen verbandsrechtlich zu vollziehen und den Verband in "Zentralschweizerischen Tambouren- und Pfeiferverband ZTPV" umzubenennen. Mit dem Sujet "5O Johr Fasnecht" beteiligte sich der Verein an den Fasnachtsumzügen. Mit einer prächtigen, 27 Tambouren umfassenden Waggisgruppe, angeführt von Tambourmajor Willy Kohler als imposante Tante Fasnecht, dokumentierten wir unsere 5O-jährige Verbundenheit mit dem fasnächtlichen Honolulu, gleichzeitig auch hinweisend auf unsere Juliläumsfeierlichkeiten.

 

Dem Vorstandsprotokoll vom 19. April entnahm ich folgenden Eintrag, den ich meinen Lesern nicht vorenthalten möchte. Zitat: "Für Francois Scheidegger soll eine um 5 cm kleinere Baslertrommel angeschafft werden." Wer von den damaligen Aktiven hätte gedacht, dass sich der damals zwölfjährige kleine, aber äusserst talentierte Knirps zu unserem heutigen, bestens ausgewiesenen Instruktor entwickeln würde? Sein technisches und theoretisches Können und Wissen blieb in der Folge auch dem STV nicht verborgen, bekleidet er doch heute das verantwortungsvolle Amt des Obmannes der Technischen Kommission.

 

Am Wochenende vom 15. bis 17. Juni bestritt der Verein, mit 26 Wettkämpfern die grösste Verbandssektion, das 12. Zentralschweizerische Tambouren- und Pfeiferfest in Schwyz. Auch wenn man, ein Novum, den ersten Rang mit der befreundeten Nachbarsektion Biberist teilen musste, tat dies der Freude über den im Jubiläumsjahr errungenen Festsieg keinen Abbruch.

 

In den Tagen vom 18. bis 30. Juli bereisten im Rahmen einer vom Schweizerischen Tambourenverband organisierten Konzert-Tournee 176 Tambouren und Pfeifer die USA. Mit unserem Präsidenten Hermann Walther, dem die Ehre des Fähnrichs zuteil wurde, qualifizierten sich dank ihres Könnens acht weitere Kameraden unseres Vereins für diese Auswahlmannschaft. Im Rahmen einer der letzten Vorproben präsentierte sich diese USA-Delegation am Samstag, 7. Juli bei schönstem Wetter in unserer Stadt.

 

Unter grosser Anteilnahme der Bevölkerung durfte unser Verein in den Tagen vom 7. bis 9. September sein 50-jähriges Jubiläum begehen. Ein rühriges OK, unter der souveränen Leitung von Ehrenmitglied Hans Morf, legte den Grundstein für das Gelingen dieses denkwürdigen Anlasses.

 

Den Auftakt zu den Festivitäten bildete eine Abendunterhaltung am Freitag in der Reithalle. Diese wurde bestritten von der Arbeitermusik Solothurn, dem Tambourenverein Biberist mit seiner hinreissenden Bühnenshow unter der Leitung von Hans Luterbacher sowie der Hilarimusik Solothurn.

 

Den zweiten Unterhaltungsabend vom Samstag eröffnete der jubilierende Tambourenverein Solothurn, unter der Leitung von Hans Balmer. Anschliessend konzertierte die Stadtmusik Konkordia, geleitet von ihrem unvergesslichen Direktor Theodor Gamper. Erinnerungen wurden wach an den unvergesslichen Aufritt der USA-Boys am Eidgenössischen Tambourenfest 1970 in Solothurn, beim wahren amerikanischen Trommelfeuerwerk, das uns die "Swiss Mariners", alles echte Basler Tambouren, boten.

 

Dem legendären, leider nicht mehr unter uns weilenden Tambourmajor Max Blatter blieb es vorbehalten, mit seiner UFS aus Basel den Schlusspunkt zu setzen unter die hochstehenden trommlerischen Darbietungen.

 

Zum Abschluss des Abends konzertierte das mit uns befreundete Musik- und Trumbandcorps Blau weiss Köln, dessen Gäste wir im Jahre 1971 sein durften. Musikalisch gekonnte Darbietungen, optisch belebt durch ihren Fahnenschwinger, vermittelten uns die deutschen Gäste im Querschnitt das Repertoir eines typisch deutschen Spielmannzuges.

 

Der Sonntagmorgen war dem Empfang der Ehrengäste reserviert, die im historischen Lokal des UOV, im Baseltorturm, von unserem Ehrenmitglied Heinz Lehmann aus Biberist begrüsst wurden.

 

Der anschliessende Festumzug mit zehn Sektionen aus unserem Verband, in zwei Oldtimerfahrzeugen mitfahrend unsere damals noch lebenden Gründer führte durch die mit viel Publikum gesäumten Gassen unserer Stadt hinauf zur Reithalle. Hier empfing uns unser Ehrenmitglied Stadtmusik Solothurn, die unter der Stabführung von Urs Frikart zum Bankett aufspielte und den anschliessenden Jubiläumsakt musikalisch umrahmte.

 

Mit dem Aufmarsch der Aktiven des jubilierenden Tambourenvereins, zusammen mit seinem grossen Harst von Jungtambouren und den Gründungsmitgliedern Adolf Aberegg =, Walter Geiser =, Walter Rauber =, Hans Rutschmann = und Werner Wicki, wurde der Jubiläumsakt eröffnet.

 

Kernstück der Feierlichkeiten bildete die gehaltvolle Festansprache unseres Ehrenmitgliedes und damaligen Stadtammanns Fritz Schneider. Erwähnenswert sei hier festgehalten sein ehrender Hinweis auf unseren «Trommlervater» Hermann Walther, zum damaligen Zeitpunkt seit 46 Jahren Mitglied unseres Vereins, seit 34 Jahren tätig in stets vorderster Front, wovon 30 Jahre als Instruktor und 27 Jahre als Präsident. Fürwahr, ein einzigartiges Palmarès.

 

Mit einem Reigen von Gratulanten wurden die Feierlichkeiten abgeschlossen, bevor Vereinspräsident Hermann Walther nach allen Seiten dankte und seinem Tambourenverein weiteres Gedeihen und Glück auf dem langen weg zu seinem hundertsten Geburtstag wünschte.

 

Zwei Vorstandssitzungen und eine ausserordentliche Vereinsversammlung legen Zeugnis ab von einer regen Tätigkeit in der administrativen Vereinsführung gegen Ende des Jahres.

 

Die ausserordentliche Vereinsversammlung vom 30. Oktober musste Kenntnis nehmen von der Demission unseres langjährigen Präsidenten Hermann Walther. Da auch weitere Chargierte Demissionsgelüste äusserten, zeichnete sich eine Wachtablösung grösseren Stils ab, worüber die kommende Generalversammlung zu befinden hatte. Zukunftsweisend und erfreulich der Versammlungsbeschluss, und dies einstimmig, am Eidgenössischen Tambourenfest 1974 in Visp teilzunehmen.

 

 

 

Dem seit längerer Zeit gehegten Wunsch auf Anschaffung einer historischen Uniform wurde mit der Wahl einer fünfköpfigen Uniformenkommission Nachhaltung verschafft. Dieser gehörten an: als Präsident Hermann Walther, mit den Mitgliedern Max Mollet, Urs Galli, Charles Kohler und Erhard Brunner.

 

Den würdigen Schlusspunkt hinter dieses ereignisreiche Jahr setzte unbestritten die Teilnahme an den Feierlichkeiten zu Ehren des unvergesslichen, in den Bundesrat gewählten Solothurners Willy Ritschard.

 

 

1974

Die ausserordentliche Vereinsversammlung vom 15. Januar galt der Bereinigung der Traktandenliste für die bevorstehende Generalversammlung. Herausragendes Traktandum bildete dabei die Beschlussfassung zur Anschaffung einer historischen Uniform. Dem vorliegenden Entwurf wie der Beschaffung wurden zugestimmt.

 

Die 51. Generalversammlung vom 25. Januar im Restaurant Schwanen stand ganz im Zeichen der grossen Wachtablösung des administrativen Vereinsvorstandes. Der Entscheid, die Geschicke des Vereins einer jüngeren Generation anzuvertrauen, sollte sich in der Folge aufs schönste bestätigen. Mit der Wahl von Ruedi Rebholz zum Präsidenten wurde einer jungen, dynamischen Kraft einstimmig das Vertrauen geschenkt. Die Namen der übrigen chargierten Kameraden ersieht man jeweils auf einer entsprechenden Tabelle im Anhang der Festschrift.

 

Für seine jahrzehntelange immense, uneigennützige Tätigkeit zum Wohle seines Tambourenvereins wurde der scheidende Präsident Hermann Walther zum ersten Ehrenpräsidenten unseres Vereins erkoren.

 

Druckereibesitzer Urs Rüegger und Lottochef Hans Müller durften in Anerkennung ihrer seit Jahren geleisteten wertvollen Dienste die Ehrenmitgliedschaft entgegennehmen. Als äusseres Zeichen der Dankbarkeit wurde ihnen unsere Wappenscheibe mit Widmung überreicht.

 

Ebenfalls eine Wappenscheibe mit Widmung erhielt Ehrenmitglied Arnold Banz für seine dem Verein während 25 Jahren geleisteten Dienste als Fondsverwalter. Einstimmig wurde dem Kredit von 30`000 Franken für die Anschaffung einer historischen Uniform zugestimmt. Genehmigung fand auch der von der Uniformenkommission vorgeschlagene Entwurf. Der bebilderte Entwurf zeigt die prächtig repräsentierende Uniform in Anlehnung an die Solothurner Söldner-lnfanteristen aus dem Jahre 1790. Die Herstellung oblag der Uniformenfabrik Bern, mit dem Ziel, erstmals am Eidgenössischen Fest in Visp historisch antreten zu können. Aus dem umfangreichen Tätigkeitsprogramm des laufenden Jahres seien nachfolgend nur die markanten Begebenheiten hervorgehoben.

vom 21. bis 27. Februar schwelgte Solothurn einmal mehr im Fasnachtsfieber. Am Umzug präsentierte sich unser Verein wie gewohnt geschlossen und in farbenfroher Aufmachung.

 

Bereits am 10. Mai, etwas früher als üblich, fand im Hinblick auf das bevorstehende Eidgenössische Fest in Visp die Inspektion durch Ad; Uof Alex Haefeli statt. Die traditionelle und wichtige Vereinsmeisterschaft mit erfreulich grosser Beteiligung ging am 24. Mai über die Bühne.

 

Eine ganztägige Vereinsprobe im Hohberg galt der Vorbereitung auf das eidgenössische Fest in Visp.

 

Am 22. Juni erfolgte die Abgabe der neuen historischen Uniform an die Mitglieder. Mit einem schlichten, aber eindrücklichen Weiheakt wurde die neue Uniform auf der historischen St. Ursenbastion feierlich eingeweiht. Vorgängig präsentierte sie der stolze Verein vor viel Publikum mit einem Ständchen auf dem Marktplatz. Die geschichtsträchtige St. Ursenbastion bot einen würdigen Rahmen zur nachfolgenden Weihe, wo sich im satten Grün der Bäume und Wiesen unsere rot-weisse Uniform in ihrer vollen Pracht präsentierte. Ehrenmitglied Heinz Lehmann erwähnte in seiner gehaltvollen Festansprache die Anlehnung der neuen Uniform an die Zeit der Söldnerdienste und Feudalherrschaft, einer für unsere Heimat unseligen Zeit. Zur Erinnerung an viele markante Solothurner Persönlichkeiten sei festgehalten, dass nebst vielen Zuschauern und Angekörigen der Aktiven, uns folgende Gäste mit ihrem Besuch beehrten: Gemeinderat Walter Straumann als Vertreter von Stadt und Kanton, Ständerat Ulrich Luder, Kreiskommandant Oberst Ochsenbein, Zeughausverwalter Iwan Kiefer, Bürgerrat Urs Rüegger sowie der Präsident des ZTPV, Josef tggenschwiler, Biberist.

 

Bestens vorbereitet, reiste der Verein in den Tagen vom 27. bis 30. Juni nach Visp, um sich in der höchsten Kategorie am 16. Eidgenössischen Tambourenfest mit den übrigen Verbandssektionen zu messen. Leider war dem Fest kein Wetterglück beschieden, meist regnete es in Strömen und die sprichwörtliche Walliser Sonne fand selten genug Möglichkeiten für einen wohltuenden Durchblick. Unsere historische Uniform war demzufolge meist unter Plastik verhüllt und somit in der Entfaltung ihrer Pracht behindert.

 

Die Übergabe der Zentralfahne vom OK Solothurn an Visp musste bei misslichstem Wetter vollzogen werden. Alt-OK-Präsident Hans Morf schickte diesem Akt unter anderem folgende worte voraus: "Es ist für uns Solothurner eine besondere Ehre, dass wir es sind, die zum ersten Mal in der Geschichte des Schweizerischen Tambourenverbandes die Zentralfahne nach dem Wallis bringen können." Anlässlich der anschliessenden Veteranenehrung wurde unserem Vereinskameraden Willy Mollet die eidgenössische Veteranenmedaille verliehen. Im Vereinswettkampf der höchsten Kategorie belegten wir als grösste Sektion hinter Domat-Ems und Stans den ehrenvollen dritten Rang. Ein Rang, der uns erfolgsverwöhnte Solothurner dennoch sehr freute. Mit dem schönen Empfang am Sonntagabend durch die Stadtmusik Konkordia fand dieses Fest den würdigen Abschluss.

 

Am 28./29. September reisten unsere Jungtambouren nach Mümliswil, wo sie am dortigen ZTPV-Jungtambouren- und Pfeiferfest unter der Leitung von Hermann Walther den zweiten Rang belegten.

Der beliebte vereinsinterne Benzenjass, der obligate Lottomatch zur Aufbesserung unserer Vereinsfinanzen sowie der gelungene Familienabend bildeten den Abschluss dieses reich befrachteten Vereinsjahres. 67 Proben, 17 Anlässe, sechs Vorstandssitzungen sowie eine Vereinsversammlung legen davon Zeugnis ab.

 

 

1975

Die 52. Generalversammlung vom 24. Januar im Restaurant Schwanen wurde von Ehrenpräsident Hermann Walther geleitet, da sich Präsident Ruedi Rebholz im Spital einer Operation unterziehen musste. Parallelen zur heutigen Zeit wurden wach, wenn man bedenkt, dass Ruedi Rebholz eingangs zu seinem Präsidialbericht festhielt, Betriebsschliessungen, Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit, Terrorismus und Gewaltakte würden zur Zeit das Geschehen beherrschen.

 

Eine besondere Ehrung durhe Willy Kohler entgegennehmen für seinen 30. Einsatz als Tambourmajor an den Fasnachtsumzügen. Instruktor Hans Balmer wurde für 20-jährige Mitgliedschaft zum Aktiv-Ehrenmitglied ernannt.

 

In den ersten Fasnachtstagen durfte Gründer-Ehrenmitglied Werner Wicki mit einem Ständchen zu seinem 70. Geburtstag gratuliert werden. Für einmal präsentierte sich der Verein an den Fasnachtsumzügen in gebrauchten, respektive umgearbeiteten Kostümen und Masken. Dies tat dem närrischen Treiben keinen Abbruch, unsere wie gewohnt grosse und farbenprächtige Gruppe fand allenthalben viel Lob und Anerkennung. Mit dem traditionellen Fasnachtsbummel nach Zofingen wurden die närrischen Tage beschlossen.

 

Einstimmig beschloss die Vereinsversammlung vom 8. April, das 4. Zentralschweizerische Jungtambouren- und Pfeiferfest zu organisieren. Gleichzeitig konnte bereits das OK in folgender Zusammensetzung gewählt werden: OK Präsident Heinz Lehmann, Vizepräsident Hermann Walther, Sekretär Ruedi Rebholz, Protokollführer Fritz Ritschard, Festkassier Heinz Jenzer und Beisitzer Arthur Walther.

 

Im Vorfeld dieses Festes hatte der Verein noch ein reich befrachtetes Tätigkeitsprogramm zu bestreiten, wie Geburtstagsständchen bei Ehrenmitglied Arthur Walther, Auftritt am Schweizerischen Orthopädenkongress, zur Auflockerung des Vereinsbetriebs wurde ein Vita-Parcours mit anschliessender Gartenparty bei Ehrenmitglied Walter Morand absolviert, Gruppenauhritt beim Turnverein Luterbach, Vereinsaufritt am Eidgenössischen Veteranenschiessen in Zuchwil, Bundesfeier sowie Auftritt am Ambassodorenfest in Solothurn.

 

Dazwischen bestritt noch eine Gruppe von Einzeltambouren den Wettkampf am Westschweizerischen Tambourenfest in Nyon. Sechs Kameraden ertrommelten sich dabei in der Kategarie A den begehrten Einzelkranz.

 

Die Diplomprüfung im Sektionsleiterkurs C bestanden mit Erfolg Ueli Lisser, Erhard Brunner und Ueli Bucher.

 

Bei strahlendem Wetter konnte alsdann das 4. Zentralschweizerische Jungtambouren- und Pfeiferfest abgewickelt werden. Dem Fest, vom OK tadellos organisiert, war in jeder Beziehung ein voller Erfolg beschieden. Mit ihrem ersten Rang im Gruppenwettkampf, unter der Leitung von Hermann Walther, setzten die Jungtambouren unseres Vereins dem Fest gar noch die Krone auf. Mit der obligaten Inspektion durch Ad; Uof Alex Haefeli vom 18. November sowie den internen Anlässen wie Benzenjasset und Familienabend neigte sich das Vereinsjahr seinem Ende zu. Abgeschlossen wurde es mit dem Geburtstagsständchen für unseren Ehrenpräsidenten Hermann Walther zu dessen 65. Geburtstag.

 

 

1976

Mit der Generalversammlung vom 16. Januar im Restaurant Schwanen stand der Verein an der Schwelle eines, wie der Präsidialbericht aufzeigt, Ereignis- und tätigkeitsreichen Jahres.

Herausragendes Ereignis war die Teilnahme am 13. Zentralschweizerischen Tambouren- und Pfeiferfest in Biberist, die einstimmig beschlossen wurde. Dem Wunsch von Instruktor Hans Balmer, im Hinblick auf dieses Fest eine zweite Probe jeweils am Freitag als obligatorisch zu erklären, wurde erfreulicherweise entsprochen.

 

Mit François Scheidegger und Thomas Fröhlicher wurden zwei Jungtambouren in den Aktivbestand aufgenommen, die sich in späteren Jahren zu zwei tragenden Säulen des Vereins entwickeln sollten.

 

Nach einem geselligen Auftritt Ende Januar in Rothrist, wo wir vom dortigen Tambourenverein eingeladen wurden, nahten schon bald wieder die närrischen Tage von Honolulu. Mit unserem Sujet "s'isch verby", gemeint war nämlich das Jahr der Frau, wussten wir einmal mehr die närrischen Geister zu beeindrucken. Eine Woche später beteiligten wir uns auch noch am Fasnachtsumzug in Zofingen.

 

Eine Spezialprobe am 2. April mit Adj Uof Anton Wymann und die vorgezogene Inspektion vom 20. April mit Adj Uof Alex Haefeli dienten speziell der Vorbereitung auf das kommende Verbandsfest in Biberist. Dem gleichen Ziel galten die durchgeführte Vereinsmeisterschaft wie das ganztägige Trainingslager im Hohbergwald. Eine letzte Gelegenheit, das Festrepertoire in der Öffentlichkeit zu festigen, bot der Auftritt am Dorffest vom 22. Mai in Langendorf.

 

Mit berechtigter Hoffnung, dank minutiöser Vorbereitungsarbeit, zog der Verein ins benachbarte Biberist, wo vom 28. bis 30. Mai das ZTPV-Verbandsfest zur Durchführung gelangte. Dieses 13. Verbandsfest war im wahrsten Sinne des Wortes ein Fest der Superlative, sprengte es doch teilnehmermässig den Rahmen aller bisherigen Regionalverbandsfeste. Ein vorzüglich eingespieltes OK unter der Führung des souveränen und unermüdlichen OK-Präsidenten Heinz Lehmann schaffte die Grundlagen zu diesem denkwürdigen Anlass.

 

Doch jetzt, welch eindrückliche Demonstration von Einheit und trommlerischem Können bot unser Verein unter der Leitung von Hans Balmer. Mit überzeugenden Leistungen auf allen Wettkampfplätzen und dem abschliessenden Vortrag der modernen Komposition «Three eight lime» konnten die Solothurner Tambouren erneut den Festsieg an ihre Fahne heften. Bis zu diesem Zeitpunkt eine einmalige Siegesserie, denn an allen bisherigen Verbandsfesten belegte unser Verein den ersten Rang, mit Ausnahme von 1952, wo wir das siebte Regionalverbandsfest selbst organisierten. Berechtigt war die Freude ob des grossen Erfolges, der nach unserer Heimkehr im Stammlokal zu den Klängen einiger Konkordia-Musikanten noch ausgiebig gefeiert wurde.

 

Erwähnt sei auch noch der Erfolg unserer Jungen, die sich im parallel zum Festablauf geführten Wettkampf der Jungtambouren-Gruppen den ehrenvollen dritten Rang ertrommelten.

Wohl als Belohnung für diesen Festsieg durfte die geplante «Fahrts ins Blaue» betrachtet werden. Eine grosse, frohgelaunte Gesellschah mit Angekörigen und Mitreisenden machte sich in den Tagen vom 26. und 27. Juni auf, um im Bündnerland unvergessliche Stunden der Freude und Kameradschaft zu verbringen. Die Vereinstätigkeit der nachfolgenden zweiten Jahreshälfte zeigt, dass für die Aktiven noch keineswegs Ruhe einkehrte.

 

Am 3./4. Juli erfüllte der Verein ein ehrenvolles Engagement am 50-Jahr-Jubiläum der Jodler vom Weissenstein.

 

Ein geselliger Anlass war die Einweihung unserer Stammtischlampe im Stammlokal Walliserkanne. Diese kunstvoll gefertigte Schmiedearbeit, von Schlossermeister Josef Eggenschwiler persönlich hergestellt, sollte ursprünglich ein Geschenk der Ehrenmitglieder an den Stammverein sein. Doch unser Freund und Gönner Seppi Eggenschwiler liess es sich nicht nehmen, sein persönliches Werk unserem Verein zum Geschenk zu machen. Möge dieses Licht über unserem Stammtisch auch leuchten im Gedenken an diesen Freund unseres Vereins und ehemaligen Ehrenpräsidenten der Stadtmusik Konkordia, mit welcher wir in Freundschaft verbunden sind.

 

Weitere Aktivitäten entfaltete der Verein mit der Teilnahme an der Bundesfeier, am Fest zur 500-Jahrfeier des Rathauses sowie anlässlich der Einweihung des Cafe Rust.

 

Am 12. September durfte der Tambourenverein Solothurn unsere Stadt an der Murtenfeier vertreten, wo wir in unserer historischen Uniform im prächtigen Umzug bestens präsentierten.

 

Mit Geburtstagsständchen bei den Gründer-Ehrenmitgliedern Adolf Aberegg zum 72. und Hans Rutschmann zum 70. sowie Ehrenmitglied Hans Morf zum 60. und Aktivehrenmitglied Otto Frauchiger zum 60. durfte der Verein seine Verbundenheit mit den Jubilaren zum Ausdruck bringen. Wer hätte anlässlich des letzten Ständchens gerechnet, dass wir ein halbes Jahr später Otto Frauchiger auf seinem letzten Gang begleiten müssten. Otto war ein liebenswürdiger, dem Verein treu ergebener Kamerad, der seinem Tambourenverein seit seinem Eintritt 1936 vier Jahrzehnte lang diente. Otti verstarb nach längerer Krankheit am 13. Oktober. Ehre seinem Andenken.

 

 

1977

Das Jahr begann für den Verein mit einer traurigen Pflichterfüllung. In Langendorf verschied das erste unserer damals noch lebenden fünf Gründer-Ehrenmitglieder Walter Rauber Der Verstorbene lebte in seinen letzten Lebensjahren eher zurückgezogen, interessierte sich jedoch stets um die Geschehnisse im Tambourenverein. Am 18. Januar begleitete der Verein seinen Gründer auf dessen letzten Gang. Ehre seinem Andenken.